Unterhaltung Games

Rad Rodgers

Früher war alles besser! Wirklich? „Rad Rodgers“ lässt die alten Zeiten wieder aufleben und zeigt, was damals funktionierte – und was heute ruhig in die Tonne kann.

Das ist mal ein Erfolg: „Keine Zeit für Gelaber“ heißt es, wenn ich das Intro überspringe – meinem Schwager, einem notorischen „Überspringer“ hat dieses Achievement ziemlich gut gefallen. Daran sieht man schon, dass sich das Hüpfspielchen mit dem deutlichen Balleranteil keinen Deut ernst nimmt. Selbst die Story um einen Jungen, der viel zu viel Zeit vor seiner Videokonsole verbringt, in die er dann eines abends reingesaugt wird, rattert schnell vorbei, damit die Action losgehen kann.

Das gab’s noch nicht: Ein Videospiel über mich!

Als Held seines eigenen Videospiels darf Rad ab sofort in einem Fantasy-Reich für Recht und Ordnung sorgen. Direkt zu Beginn trifft er „freundlichen“ Roboter in der Form eines Handheld aus den 90er-Jahren, der ihm schlagkräftig unter die Arme greift. Eine Knarre gibt es obendrauf auch noch – Trump würde das Spiel also gefallen. Sollte sich jemand noch an solche Klassiker wie „Commander Keen“ oder das Hasen-Abenteuer „Jazz Jackrabbit“ erinnern, der weiß wohin die Reise hier geht. Jeder Level braucht vielleicht 20 bis 30 Minuten bis man alle vier Bruchstücke eingesammelt und damit den Abschnitt geschafft hat. Doch der eigentliche Reiz liegt im Entdecken versteckter Secrets, die in den Leveln zuhauf auf euch warten. Wer wirklich alles finden möchte, verbringt locker mal die doppelte Zeit in den einzelnen Abschnitten. Insgesamt werdet ihr für den ersten Durchgang (ohne alle Extras zu sammeln) im Durchschnitt zwischen fünf und sechs Stunden brauchen. Richtig fordernd wird das Spielchen aber erst auf der schwierigsten Stufe: Dann nämlich verursachen Feinde den doppelten Schaden und ihr erhaltet weniger Energie für aufgesammelte Herzen.

Run&Gun mit kleinen Schönheitsfehlern

Den Löwenanteil des Gameplays machen Geschicklichkeitspassagen aus, in denen ihr von Plattform zu Plattform hüpfen müsst oder in einer Art Parallelwelt mit eurem Rucksackkumpel für Ordnung sorgt. Auffällig hierbei ist jedoch, dass die Steuerung etwas schwammig daherkommt (vielleicht bin ich auch zu verwöhnt von Marios Odyssey …). Sei's drum: In Sachen Präzision hätten die Entwickler ruhig noch ein Schüppchen drauflegen können. Die Kämpfe sind dagegen ganz gut gelungen, da sich die Richtung, in die Rad ballert, prima mit dem rechten Stick bestimmen lässt. So haben Feinde wenig Chancen – obwohl sie manchmal richtig fies positioniert sind. Die Bosskämpfe, die natürlich nicht fehlen dürfen, machen Laune und sollten euch vor eine nicht allzu schwierige Herausforderung stellen. Coole Sprüche – für ein Spiel mit dem Charme der 90er einfach Pflicht – werdet ihr immer wieder hören. Wem diese zu gewalttätig oder „zu cool“ sind, der kann das im Menü umändern – kein Witz!

Fazit

Es ist eine Hommage an die Hüpfspiele aus den frühen 90er-Jahren: „Rad Rodgers“ vereint stramme Geschicklichkeitspassagen mit actionreichen Ballereinlagen, wie man sie aus Klassikern á la „Commander Keen“ oder „Jazz Jackrabbit“ kennt. Allzu lang ist das Abenteuer mit seinen rund sechs Stunden Spielzeit zwar nicht, dafür aber sehr unterhaltsam. Der Reiz des Ganzen liegt zudem im genauen Erkunden der Levels, in denen sich zig Geheimgegenstände finden. Einzig die Steuerung hätte etwas präziser ausfallen dürfen. Aber als Jump&Gun-Action für Zwischendurch ist das Werk durchaus unterhaltsam.

Erhältlich für: PS 4, Xbox One, PC
Website: playstation.com/de-de/games/shadow-of-the-colossus-ps4