Würde man Spiele wie „Doom“, „Fallout“ und „Mad Max“ in einen Topf werfen, kräftig rühren und sich nur das Beste der jeweiligen Titel herausfischen, könnte dabei ein Spiel wie „Rage 2“ entstehen. Damit ist der zweite Teil des hoch ambitionierten Genre-Mix endlich dort angekommen, wo der Vorgänger eigentlich hinwollte.
Eine Entwarnung gibt es gleich zu Beginn: Es ist nicht nötig, „Rage“ aus dem Jahr 2011 zu kennen, um mit „Rage 2“ seinen Spaß zu haben. Lediglich den ein oder anderen Witz wird man vielleicht verpassen – aber wen juckt das schon.
„Rage 2“ wirft den Spieler direkt mitten in die Action: Ein Held oder eine Heldin stehen zur Auswahl, die dann sofort einen Mutanten-Angriff zu verteidigen haben. Dieser im Stil eines Michael-Bay-Films inszenierte Anfang bildet gleichzeitig auch das Tutorial.
Im Anschluss geht es per Phönix, einem schicken Endzeit-Buggy, auf in die offene Spielwelt. „Rage 2“ verbindet rasante, arcadelastige Renneinlagen mit fast schon klassischen Ballerabschnitten, die sich angenehm Old School anfühlen. Old School dürfte auch die Tatsache sein, dass sich „Rage 2“ ausschließlich an Solo-Spieler richtet – eine Kampagne, ein Spieler.
Für einen sehr zarten Rollenspielanteil sorgt während des Abenteuers noch der Ranger-Anzug, der sich mit Upgrade-Punkten aufwerten lässt: So erlangen Spieler im Laufe der Story immer mehr Fähigkeiten, die nach eigenem Ermessen verbessert werden dürfen. Vom mächtigen Stoß über einen Doppelsprung bis hin zu mobilen Barrikaden oder einer Art schwarzem Loch polieren diese Fähigkeiten die ohnehin schon spaßigen Gefechte abermals auf.
Die offene Welt hält außerdem immer wieder versteckte Secrets bereit, die in den nächsten Auseinandersetzungen von Vorteil sein könnten. Daher lohnt es sich, mit den insgesamt 14 verschiedenen Vehikeln – darunter auch ein schwebender Gyrokopter! – die Gegend zu erkunden. Aber keine Sorge: „Rage 2“ artet nie zu einer Art Fleißaufgabenspiel aus, das dutzende Nebenquests enthält.
Man muss hier nicht vom Weg abkommen, kann es hin und wieder aber gerne. Denn im Herzen ist „Rage 2“ ein ziemlich linear voranschreitendes Ballerspiel, das dem Spieler immer mal wieder Luft zum Entdecken gibt. Aufgefrischt werden die First-Person-Shooter-Abschnitte durch Fahrzeugeinsätze.
Jedes Gefährt lässt sich dabei natürlich ordentlich pimpen und mit allerlei explosivem Material bestücken – Mad Max hätte seine Freude daran. Insgesamt erwartet den Spieler ein äußerst amüsanter Trip in eine sehr verrückte, postapokalyptische Welt, die von Mutanten und schwarzem Humor regiert wird.
Spielerisch und grafisch passt bei „Rage 2“ alles zusammen, sodass die Unterhaltung während der rund 30 Stunden Spielzeit immer auf einem sehr hohen Niveau ist.
GENRE First-Person-Shooter
FÜR Xbox One, PS4, PC
ENTWICKLER Avalanche Studios, id Software
PUBLISHER Bethesda Softworks
SPIELER 1
ONLINE nein
USK ab 18 Jahren
bethesda.net/de/game/rage2