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Railway Empire

Tuff Tuff Tuff die Eisenbahn, wer will mit in den Wilden Westen fahren?

Liebhaber von Modelleisenbahnen können sich freuen: Mit „Railway Empire“ wandelt Publisher Kalypso auf den Spuren der legendären „Railroad Tycoon“-Reihe von Sid Meier. Soll heißen: Eine Eisenbahn-Wirtschaftssimulation vom Feinsten. Anfänger sollten aber jetzt keinen Schrecken bekommen: Der deutsche Publisher hat es blenden hinbekommen, dass selbst komplette Frischlinge in dem Genre sehr schnell wohlfühlen werden.

Sanfter Einstieg

Persönlich empfehle ich Einsteigern die Kampagne zuerst zu spielen, da sie in fünf Kapiteln einen richtig schönen Überblick über sämtliche Funktionen der Simulation gibt – und den Spieler behutsam an die Hand nimmt. Die Geschichte, wenn man sie denn so nennen mag, beginnt 1830 und endet – bei erfolgreicher Kampagne – im Jahr 1930. Ort des Geschehens ist Nordamerika, in dem ein funktionierendes Bahnnetz aufgebaut werden soll. Doch es geht hier natürlich nicht nur um das Verlegen von Schienen, sondern auch um die Züge selbst, das Personal und die nötigen finanziellen Hintergründe, samt Aktienhandel. Aber alles der Reihe nach …

In den ersten paar Missionen lernt ihr zunächst einmal, wie ihr Bahnverbindungen zwischen zwei Städten erstellt. Dazu braucht ihr im Grunde gar nicht viel zu machen: Die beiden Orte auswählen und den Rest erledigt der Computer. Allerdings empfiehlt es sich, dass ihr die so gebaute Strecke an manchen Abschnitten noch etwas nachjustiert – nur so bekommt ihr wirklich das beste Ergebnis. Selbst diese einfache Tätigkeit macht bereits Laune. In den späteren Missionen, in denen ihr immer ein bestimmtes Ziel verfolgt, lernt ihr dann die verschiedenen Loks und das dafür nötige Personal kennen. Zusätzlich kommen noch ein paar finanzielle Aspekte hinzu. Das geschieht allerdings so schleichend, dass ihr gar nicht so sehr mitbekommen werdet, wie komplex das Spiel am Ende letztlich ist – großartig gelöst, wie ich finde.

Zum Dahinschmelzen

Grafisch macht „Railway Empire“ ebenfalls eine schicke Figur: Der Detailgrad stimmt, um eine teilweise niedliche Modelleisenbahn-Romantik auf dem Bildschirm einzufangen. An den comichaften Look der Einblendungen müssen sich detailverliebte Zugführer vielleicht aber etwas gewöhnen – mich hat das rein gar nicht gestört. Habt ihr die Kampagne abgeschlossen, warten schon gleich die nächsten Herausforderungen – und das im wahrsten Sinne des Wortes: Neben der Kampagne und dem Sandkasten-Modus liefert euch Kalypso noch gleich ein paar anspruchsvolle Herausforderungen, die etwas knackiger geraten sind als die, mit denen wir in der Kampagne zu tun hatten. Nur her damit – Spaß macht es jedenfalls.

Mensch gegen Maschine

Doch wo Licht ist, bleibt der Schatten nicht lange fern: Eigentlich betrachte ich die Simulation als rundum gelungen, wäre da nicht die teilweise frustrierende KI. In der Kampagne wagte ich es doch einmal, den Anspruch zu erhöhen und die Streckenverlegung auf „komplex“ zu stellen. Dadurch muss ich nun darauf achten, dass Züge nicht miteinander kollidieren. Das Resultat: Weniger Loks können eingesetzt werden und damit kommt weniger Geld in die Kasse. So weit, so gut. Der Computer-Gegner jedoch weigert sich strikt auf die Umstellung von „einfach“ zu „komplex“ und dümpelt fröhlich auf dem niedrigsten Schwierigkeitsgrad herum. Auf diese Weise füllen sich die Taschen der Konkurrenz wesentlich schneller, was darin resultiert, dass mich die anderen Bahnbetreiber früher oder später einfach aufkaufen – Game Over. Wirklich viel dagegen ausrichten kann ich nicht. Also lieber auf „einfach“ weiterspielen. Damit komme ich ohne Probleme über die Runden.

Fazit

Gerade Neulinge im Genre werden sich riesig über „Railway Empire“ freuen: Das Spiel bietet mit der Kampagne einen idealen Einstiegspunkt, um sämtliche Mechaniken zu erlernen und damit fit für den Sandkasten oder die restlichen Herausforderungen zu sein. Optisch lädt der Titel immer wieder zum entspannten Zuschauen vor dem Bildschirm ein – herrlich. Nur in Sachen gegnerischer KI könnte Kalypso vielleicht ein bisschen nachbessern, da gegen diese auf dem „komplexen“ Schwierigkeitsgrad kaum eine echte Chance besteht. Außerdem wäre es vielleicht auch nett, wenn es einen lokalen Multiplayer-Modus gäbe – man darf ja noch ein wenig träumen. Davon abgesehen kann ich „Railway Empire“ jedem Freund von Loks und Güterverkehr dieses Spiel nur wärmstens empfehlen.

Erhältlich für: Xbox One, PS 4, PC
Website: blog.kalypsomedia.com/de/kategorie/spiele/railwayempire