Klingt schon mal echt gut: Ravenswatch ist ein Top-Down-Roguelite-Actionspiel von Passtech Games, das Spieler in die mystische Welt Reverie entführt. Als Nachfolger des erfolgreichen "Curse of the Dead Gods" kombiniert es intensives Echtzeit-Kampfgeschehen mit tiefgreifendem Gameplay und hohem Wiederspielwert. Das Spiel kann sowohl im Einzelspieler- als auch im Koop-Modus mit bis zu vier Spielern erlebt werden. Jetzt habt ihr mal eine grobe Idee davon. Also tauchen wir ab ins Gameplay.
Wie im Märchen
In Reverie, einer Traumwelt voller Märchenfiguren und Legenden, breitet sich eine Plage von Albtraumkreaturen aus. Als Mitglied der titelgebenden Ravenswatch, einer Gruppe berühmter Folklore-Helden, ist es die Aufgabe des Spielers, diese Bedrohung zurückzudrängen. Die Geschichte wird dabei eher subtil erzählt, wobei Umgebungsdetails und freischaltbare Grimoire-Einträge zusätzliche Hintergründe liefern.
Das Herzstück von Ravenswatch bildet sein dynamisches Kampfsystem. Jeder der neun spielbaren Helden verfügt über einzigartige Fähigkeiten, die auf bekannten Märchenfiguren basieren. Von Scarlet, einer Interpretation von Rotkäppchen mit Werwolf-Verwandlung, bis hin zu Beowulf mit seinem Feuerwurm-Begleiter – die Charakterauswahl ist vielfältig und kreativ. Jeder Held hat Zugriff auf verschiedene Angriffe, Verteidigungsmöglichkeiten und eine mächtige Ultimate-Fähigkeit.
Es braucht schon mehrere Anläufe bis ihr euren Favoriten gefunden habt. Zu Beginn stehen nur vier Charaktere zur Auswahl, den Rest schaltet ihr nach und nach frei. Auch das motiviert auf Dauer und bringt immer wieder frischen Wind ins Gameplay.
Und wieder von vorn: Fluch und Segen
Als Roguelite bietet Ravenswatch eine hohe Wiederspielbarkeit. Jeder Durchlauf ist einzigartig, mit zufällig generierten Karten und verschiedenen Aktivitäten. Spieler sammeln Erfahrung, um ihre Charaktere zu verbessern und neue Talente freizuschalten. Zusätzlich können über 50 verschiedene magische Objekte gefunden werden, die den Spielstil weiter beeinflussen.
Ein interessantes Feature sind die "Rabenfedern", die als geteilter Vorrat von Wiederbelebungen fungieren – eine Seltenheit in Roguelite-Spielen. Dies ermöglicht ein etwas forgiveres Spielerlebnis, ohne den Herausforderungsgrad zu sehr zu senken.
Allerdings kann das Prinzip nach mehreren Anläufen auch ermüdend wirken. Denn gerade die Boss-Kämpfe sind schon ziemlich hart und dauern ein Weilchen zu lang für meinen Geschmack. Aber dieses Problem haben auch andere Genre-Vertreter.
Comichafter Trip
Visuell präsentiert sich Ravenswatch in einem stimmungsvollen Cel-Shading-Stil, der die märchenhafte Atmosphäre perfekt einfängt. Die Animationen sind flüssig und die Effekte der verschiedenen Fähigkeiten Bildschirm füllend. Insgesamt konzentriert sich das Spiel aber auf einen düsteren Look. Der Soundtrack unterstreicht das Geschehen passend.
Ein Highlight von Ravenswatch ist der Koop-Modus für bis zu vier Spieler. Die Möglichkeit, verschiedene Heldenkombinationen auszuprobieren und Taktiken zu entwickeln, erhöht den Spielspaß erheblich. Allerdings führt dies auch zu einem erhöhten Schwierigkeitsgrad, da Gegner zahlreicher und widerstandsfähiger werden. Kurz gesagt: Beide Modi, Single- und Multiplayer, haben ihren Reiz.
Fazit
Ravenswatch ist ein gelungenes Roguelite-Actionspiel, das durch seine einzigartige Märchenwelt, vielfältige Charaktere und erfrischendes Gameplay überzeugt. Die Kombination aus intensiven Kämpfen, strategischer Tiefe und hohem Wiederspielwert macht es zu einem lohnenswerten Titel für Fans des Genres. Obwohl die Story etwas in den Hintergrund rückt und einige Balancing-Probleme im Koop-Modus auftreten können, bietet Ravenswatch insgesamt ein fesselndes und unterhaltsames Spielerlebnis, das sowohl Einzelspieler als auch Koop-Enthusiasten begeistern wird.
Erhältlich für: Xbox, PC, PS
Webseite: https://ravenswatch.com/en