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Razed

Lauf, bevor deine Turnschuhe explodieren. Das ist die Prämisse in diesem kurzweiligen, adrenalingeladenen Spielchen.

Was haben sich Entwickler Warpfish Games und Publisher PQube bei „Razed“ nur gedacht? Beantworten kann ich es euch zwar nicht, aber mir gefällt’s. Es braucht manchmal nur eine verrückte Idee, um einem alten Genre ein neues Gesicht zu geben. Im Mittelpunkt des Geschehens steht euer, aus wenigen Polygonen bestehender Held: Dieser bekommt überraschend Besuch von einem Typen in einem Raumschiff.

Als der Besucher ihm dann noch schicke Turnschuhe spendiert, kann unser Held sein Glück kaum fassen. Doch anscheinend hat der Ufo-Typ in seiner Jugend zu viel „Speed“ geschaut. Denn die Turnschuhe beinhalten einen explosiven Kern, der nur durch Laufen von seiner tödlichen Wirkung abgehalten werden kann. Wie gesagt: schon ganz schön abgedreht das Ganze.

A Need for Speed

Die Ausgangslage ist der Grundbaustein für das schnelle Einzelspieler-Jump’n-Run, dem höchsten ein blauer Igel das Geschwindigkeitswasser reichen könnte. Dabei ist „Razed“ fast der pure Ausdruck des Genres: Wenig Polygone, wenige unterschiedliche Knöpfe, die es zu bedienen gibt, sondern lediglich der klare Blick aufs Ziel eines jeden Levels.

Manchmal dauert es nur zehn Sekunden, um ein Gebiet abzuschließen – vorausgesetzt ihr kennt den Weg und beweist Fingerspitzengefühl am Controller. Für mich persönlich fängt die Herausforderung bereits in der zweiten Welt an: Dabei habe ich erst zehn der insgesamt 60 Levels hinter mir. Nein, „Razed“ spricht gewiss nicht alle Gamer an. Hier müsst ihr schon ziemlich Hardcore drauf sein, um das Ende zu erleben.

Jeder Level braucht Einarbeitungsarbeit. Wenn die Sprünge, Drifts und schnellen Richtungswechsel dann irgendwann mal funktionieren und ihr ein Levelende erreicht habt, fühlt sich das allerdings verdammt gut an – das muss ich zugeben. Zuvor hätte ich bei manchen Abschnitten aber gerne den Controller weggefeuert, weil ich wieder mal eine Millisekunde zu spät gesprungen bin.

Angespornt durch neue Tricks

Damit „Razed“ nicht völlig monoton von Anfang bis Ende abläuft, könnt ihr auf den einzelnen Strecken immer wieder zusätzliche Upgrade-Punkte entdecken. Diese spendieren euch bessere Fähigkeiten, wie Doppel-Sprünge, Drifts oder Turbo-Sprints. Sobald ihr neue Fähigkeiten erhalten habt, lohnt sich übrigens ein Besuch in bereits absolvierten Abschnitten.

Urplötzlich sind diese gar nicht mehr so bockschwer, wie zu Beginn. Nun beginnt die wahre Jagd nach Bestzeiten: Wer es wirklich schafft jeden Level mit der Wertung „S“ abzuschließen, bekommt von mir ein Bier spendiert – ich meine das ernst. Keine Ahnung, wie man das schaffen soll. Ich bin jedenfalls meilenweit davon entfernt.

Aber sei’s drum: Ich bin ja schon froh, wenn ich überhaupt das normale Ende von „Razed“ erreiche. Die pulsierenden Neon-Farben und der rhythmische Sound tragen dazu, dass sich mein Pulsschlag während der Levels in ungeahnte Höhen erhebt. Sehr lange kann ich „Razed“ daher am Stück nicht spielen – wäre wohl mein Ende. Aber für zwischendurch wage ich gerne immer wieder eine neue Runde und staune nicht schlecht, wenn ich bemerke, dass ich wirklich besser geworden bin.

Fazit

„Razed“ ist so ein Speedrun-Phänomen: Entweder man mag es vom ersten Augenblick oder wendet sich in Sekundenschnelle davon ab, weil es einem zu stressig ist. Für die Leute aus der ersten Kategorie kann ich nur sagen, dass ihr hier ein gutes und sehr forderndes Jump’n Run vor euch habt.

„Razed“ bringt euch zwar oft genug an die Grenze eurer Nerven – mir ging es jedenfalls so – belohnt euch im Gegensatz aber mit einem triumphalen Gefühl der Macht, wenn ein Level letztlich erfolgreich absolviert wurde. Farbgebung und Optik mögen Geschmackssache sein, fügen sich aber perfekt zum Gesamtpaket, das ihr hier geliefert bekommt.

Erhältlich für: Xbox One, PC
Website: pqube.co.uk/razed