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Realm of Ink

Im kämpferischen Farbenrausch.

Realm of Ink ist ein Roguelite, das sich erst vertraut anfühlt und dann mit seinem eigenen Stil doch ziemlich deutlich absetzt. Ich sehe hier vor allem ein Spiel, das klar von Hades inspiriert ist, aber mit chinesischer Mythologie, Tinten-Optik und einem überraschend flexiblen Build-System genug Eigenleben mitbringt, um nicht bloß als Echo zu wirken. Kommt mit ins Reich der Farben.

Tinte statt Blut

Die Grundidee gefällt mir sofort: Ihr spielt Red, eine Schwertkämpferin, die in einem Buch gefangen ist und nach und nach erkennt, dass ihre Existenz selbst Teil einer erzählten Welt ist. Dieser Meta-Ansatz gibt dem Spiel mehr Persönlichkeit, als man bei einem weiteren Roguelite auf den ersten Blick erwarten würde.

Auch optisch macht das sofort was her. Die Welt wirkt wie mit Tinte auf Papier gezeichnet, mit klaren Farben, viel Kontrast und einer Bildsprache, die sich deutlich von der üblichen Fantasy-Roguelite-Masse abhebt. Genau das ist einer der größten Pluspunkte: Ich erkenne Realm of Ink auf einen Blick wieder, wenn ich einen Screenshot sehe. Das gefiel mir schon letztes Jahr auf der gamescom direkt.

Hades im Hinterkopf

Spielerisch liegt die Nähe zu Hades auf der Hand. Ihr kämpft euch durch Räume, sammelt Belohnungen, baut eure Figur immer weiter aus und versucht, mit sauberem Ausweichen, leichten und schweren Angriffen sowie Spezialfähigkeiten möglichst weit zu kommen. Das funktioniert meist sehr gut, weil sich Bewegung und Trefferfeedback schnell und direkt anfühlen.

Ich mag besonders das Ink-System. Ihr könnt zwei Ink-Fähigkeiten ausrüsten, die nicht nur aktive Angriffe freischalten, sondern auch passive Effekte mitbringen und sogar den kleinen Begleiter Momo verändern. Das ist ein schöner Einfall, weil Builds dadurch sichtbarer und persönlicher werden.

Viele Builds, viele Wege

Genau hier macht Realm of Ink am meisten Spaß. Ihr könnt so viele verschiedene Richtungen einschlagen: DoT-Builds mit Gift, Feuer oder Blutung, Schild-Setups, Krit-Builds oder eher ökonomische Varianten. Das sorgt dafür, dass Runs nicht nur nach Zufall ablaufen, sondern wirklich nach eurem eigenen Spielstil geformt werden können. Ihr habt also viel Raum für Experimente.

Ich finde das stark, weil Roguelites genau an dieser Stelle leben oder sterben. Wenn sich eine neue Kombination direkt anders anfühlt, bleibt man dran. Realm of Ink trifft diese Lust am Basteln ziemlich gut.

Schöner Flow, aber nicht gnadenlos genug

Trotzdem gibt es auch ein wenig Kritik von meiner Seite aus. Manchmal ist das Spiel etwas zu freundlich und zeigt gerade im späteren Verlauf nicht genug Zähne. Nicht falsch verstehen: Das ist kein Beinbruch, aber es kann dazu führen, dass Runs weniger fordern, als sie sollten.

Dazu kommt, dass das Spiel stellenweise sehr stark auf sein schönes Äußeres und die Build-Vielfalt setzt, während die eigentliche Spannung in manchen Begegnungen etwas gleichförmig werden kann. Ich sehe es deshalb nicht als Hardcore-Herausforderung, sondern eher als cleveres, zugängliches Action-Roguelite mit viel Stil und genug Tiefe für mehrere Durchläufe.

Fazit

Realm of Ink ist für mich auf der Xbox ein sehr gelungenes Roguelite mit starkem Look, guter Steuerung und einem Build-System, das sich wirklich lohnt. Ich mag den Mix aus chinesischer Mythologie, Tinten-Ästhetik und flottem Action-Loop, weil das Spiel damit nicht wie ein Hades-Klon wirkt, sondern wie eine eigenständige Variante derselben Grundidee.

Es ist nicht das komplexeste Genre-Spiel da draußen, und an manchen Stellen dürfte es gern etwas härter oder überraschender sein. Aber unterm Strich bleibt für mich ein sehr attraktives, angenehm spielbares und optisch starkes Roguelite, das ich euch besonders dann empfehlen würde, wenn ihr Build-Tüftelei, schnelle Kämpfe und eine besondere Optik mögt.

Erhältlich für: Xbox, PS, PC, Switch 
Webseite: 4divinity.com/realmofink