Mit Rebel Transmute bringt Entwickler Evan Tor Games ein klassisches 2D-Metroidvania auf PC, Switch, PlayStation und Xbox, das sich offen an den großen Vorbildern wie Metroid und Hollow Knight orientiert – und dabei mit einigen frischen Ideen und einer ordentlichen Portion Herausforderung überzeugt.
Auf der Suche nach der Mutter
Ihr schlüpft in die Rolle von Moon Mikono, einer Space-Scrapperin, die auf einem fremden, lebensfeindlichen Planeten nach ihrer verschwundenen Mutter sucht - nein, nicht Mother Brain! Aber es gibt schon etliche Andeutungen an Metroid in diesem Spiel.
Die Handlung bleibt eher im Hintergrund, wird aber durch kleine Dialoge, Datenlogs und Begegnungen mit NPCs erzählt und sorgt für eine dichte, leicht melancholische Sci-Fi-Atmosphäre. Die Welt ist ein riesiges, labyrinthartiges Forschungslabor, das ihr Stück für Stück erkundet und freischaltet.
Gameplay: Klassisch, fordernd, flexibel
Das Herzstück von Rebel Transmute ist das klassische Metroidvania-Gameplay: Ihr erkundet eine große, miteinander verbundene Karte, sammelt Upgrades und neue Fähigkeiten, besiegt Bosse und schaltet so immer neue Bereiche frei.
Besonders hervorzuheben ist das dynamische Augmentationssystem: Über 50 verschiedene Upgrades könnt ihr im Spielverlauf finden und nach Belieben kombinieren, um euren Spielstil individuell anzupassen – sei es offensiv, defensiv oder mit Fokus auf das Beschwören kleiner Begleiter. Das motiviert zum Experimentieren und sorgt für einen hohen Wiederspielwert.
Komm mir nicht zu nah!
Die Kämpfe sind eher taktisch und verlangen gute Planung: Moon startet mit einer Nahkampfwaffe, die wie ein kurzer Energiestrahl agiert, später kommen weitere Angriffsoptionen hinzu. Das Kampfsystem ist solide, aber nicht ganz so dynamisch wie in anderen Genre-Größen – die Reichweite eurer Standardwaffe ist begrenzt, was vor allem bei bestimmten Gegnertypen für zusätzliche Spannung sorgt.
Die Bossgegner sind ziemlich fordernd, mit eigenen Angriffsmustern und erfordern schnelle Reaktionen sowie das geschickte Nutzen eurer Upgrades. Hier solltet ihr ein paar Nerven mitbringen, um nicht zu verzweifeln.
Erkundung & Progression: Geheimnisse und Herausforderungen
Die Welt von Rebel Transmute ist vollgestopft mit Geheimnissen, versteckten Räumen und optionalen Herausforderungen. Viele Upgrades und Abkürzungen sind gut versteckt, was zum gründlichen Erkunden einlädt. Fast-Travel-Punkte erleichtern die Navigation, sobald ihr sie freigeschaltet habt.
Die Progression ist motivierend: Mit jedem neuen Upgrade eröffnen sich weitere Wege, und das Gefühl, nach und nach die Karte zu „knacken“, ist eines der Highlights des Spiels. All das liebe ich an Metroidvanias so.
Schwierigkeitsgrad: Nichts für Ungeduldige
Wie gesagt, Rebel Transmute richtet sich klar an Fans fordernder Metroidvanias: Die ersten Spielstunden sind knackig, mit anspruchsvollen Plattform-Passagen und Bosskämpfen, die schnelle Reflexe und Geduld verlangen. Die Orientierung ist nicht immer einfach, da das Spiel wenig an die Hand nimmt – das kann für Einsteiger frustrierend sein, für Genre-Kenner aber den Reiz ausmachen.
Charmante Pixeloptik, kleine Macken
Optisch setzt das Spiel auf farbenfrohe, aber eher schlichte Pixelgrafik, die an klassische NES- und SNES-Titel erinnert. Die Animationen sind flüssig, die Umgebungen abwechslungsreich, wenn auch nicht spektakulär. Der Soundtrack ist atmosphärisch und begleitet euch unaufdringlich durch die Level.
Zum Release gab es Berichte über Bugs, Softlocks und gelegentliche Abstürze, die den Spielspaß trüben konnten. Viele dieser Probleme wurden mittlerweile gepatcht, aber kleinere technische Macken können noch auftreten.
Fazit: Für Metroidvania-Fans ein Geheimtipp
Rebel Transmute ist ein gelungenes, forderndes Metroidvania, das mit großem Upgrade-Freiraum, motivierender Erkundung und anspruchsvollen Bosskämpfen punktet. Die Story bleibt dezent, die Präsentation ist charmant, und das Gameplay bietet genug Tiefe für viele Stunden. Wer sich an der knackigen Schwierigkeit und kleinen technischen Mängeln nicht stört, bekommt hier einen echten Geheimtipp, der vor allem Fans von Metroid, Hollow Knight oder Axiom Verge begeistern dürfte. Einsteiger sollten sich auf eine steile Lernkurve einstellen – alle anderen erwartet ein modernes Sci-Fi-Abenteuer, das den Geist der Klassiker gekonnt einfängt.
Erhältlich für: Xbox, PS, Switch, PC
Webseite: evantor.com