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Red Faction Guerilla Re-Mars-tered

Weil’s so schön war: Mach es noch einmal kaputt – aber bitte mit dem Vorschlaghammer!

Alec Mason hat ein Problem: Nicht nur, dass der eigentlich gelernte Ingenieur nun auf den Mars verfrachtet wurde, nein, auch sein Bruder wird vor seinen Augen erschossen. Und als wäre das nicht schon hart genug, wird ihm die Mitarbeit bei einer Untergrundorganisation namens „Red Faction“ angedichtet – bei der er anschließend aus Rache dann auch tatsächlich mitmischt. Genau das war Anno 2009 die Prämisse zu THQs „Red Faction Guerilla“, das nun durch THQ Nordic in einer „Re-Mars-tered“-Version eine Hommage erlebt.

EDF! Oh nein: Diese EDF …

Das Prinzip des Third-Person-Open-World-Action-Spiels (was für ein Name) liegt bereits im Titel versteckt: Das „Guerilla“ deutet an, dass ihr in der Haut von Alec Mason nicht den direkten Konflikt mit den Besatzungsmächten der Earth Defense Force (EDF) sucht, sondern aus dem Verborgenen agiert.

Da sich Mason auf den Abriss von Gebäuden mithilfe von Hammer und Bomben spezialisiert hat, nutzt er dieses Wissen, um die EDF an empfindlichen Stellen zu treffen. Aus heutiger Sicht ist das Spielkonzept von „Red Faction Guerilla“ zwar leicht angestaubt, aber spaßig ist es dennoch.

In insgesamt sechs Sektoren sollt ihr die Oberhand gewinnen, um die EDF zu stürzen. Das Schöne an der Sache: Wie ihr in den Missionen vorgeht, ist euch meist selbst überlassen. Natürlich könnt ihr die direkte Auseinandersetzung suchen, was aber ziemlich hart ist. Viel besser agiert ihr heimlich und bereitet Fallen für eure Angreifer vor.

Lasst mich durch, ich habe einen Hammer!

Die Entwickler von Volition geben euch dafür einen Sandkasten voller Möglichkeiten: Jedes Gebäude im Spiel ist nämlich komplett zerstörbar, wenn ihr wollt. Bring ihr also drei, vier Minen an die Stützpfeiler eines Turms an, auf dem es sich ein Sniper gemütlich gemacht hat, könnt ihr anschließend aus der Ferne das Spektakel genießen, wenn ihr auf den Auslöser drückt.

Oder zerlegt doch mal ein Gebäude in echter Handarbeit mit dem Vorschlaghammer. Egal wie: Es macht einfach Spaß mal Dampf abzulassen. Neben dem eingangs erwähnten Vorschlaghammer, der als heftige Nahkampfwaffe dient, könnt ihr später noch etliche weitere explosive Waffen ergattern – genügend Schrott vorausgesetzt.

Schrott ist nämlich die Währung auf dem Mars, mit der ihr bezahlt. Lasst ihr also mal wieder ein Gebäude in einem Feuerball verschwinden, dann sammelt noch schnell die Reste ein – diese bringen euch dann später im Lager ein ganzes Stück voran.

Maschinelle Hilfe

Zu den dicken Wummen gesellen sich noch eine Handvoll Fahrzeuge, mit denen das „Aufräumen“ von gegnerischen Sektoren ebenfalls ordentlich Spaß macht: Vom Panzer bis zum todbringenden Mech ist alles dabei. Eine kleine Warnung gibt es dennoch: Bei manchen Fahrzeugen – insbesondere den kleinen, schnellen Vehikeln – versagt die Fahrphysik ab und an dermaßen, dass es mich nicht selten wild durch die Luft gewirbelt hat, weil ich gegen eine unsichtbare Barriere gedonnert bin.

Ob das schon in der Urversion so war, kann ich leider nicht sagen. Apropos Urversion: Sein Alter merkt man „Red Faction Guerilla“ natürlich deutlich an. Gesichtsanimationen, scharfe Texturen oder detailreiche Umgebungen sucht ihr vergebens. Aber bei der netten Zerstörungsorgie fiel dieses Manko gar nicht so sehr ins Gewicht.

Dafür passen die Ladezeiten und der Spielspaß. Damit euch während der Story nicht zu langweilig wird, haben die Entwickler noch ein paar nette Nebenaufgaben eingebaut: Diese drehen sich – oh Wunder – rund um die Zerstörung von Objekten.

Mal sollt ihr mithilfe von Gastanks einen Turm zu fallen bringen, mal mit einem stationären Geschütz Windräder abballern oder innerhalb eines Zeitlimits hinter dem Steuer eines Panzers für Chaos sorgen. Alles wirklich ein prima Zeitvertreib, der euch zusätzlichen Schrott beschert.

Fazit

Wenn ihr euch im Klaren seid, dass ihr hier ein fast zehn Jahre altes Spielchen vor euch habt, das schon damals beim Erscheinen nicht durch seine perfekte Technik überzeugte, sondern durch den puren Spaß am Zerstören, dann könnte die „Re-Mars-tered“-Version von „Red Faction Guerilla“ was für euch sein.

Bereits ab der Hälfte der Kampagne wird es an neuen, spielerischen Inhalten zwar etwas dünn, aber für eine Runde Zwischendurch eignet sich die Neuauflage von THQ Nordic allemal. Ich hatte jedenfalls meinen kindischen Spaß mit dem Vorschlaghammer. Allerdings wäre die Nachricht über einen echten neuen Teil der „Red Faction“-Reihe ein echter Grund zur Freude – das hat mir „Red Faction Guerilla“ wieder einmal klar gemacht.

Erhältlich für: PS4, Xbox One, PC
Website: thqnordic.com/de/games/red-faction-guerrilla-re-mars-tered