Als die Entwickler von Sobaka Studio ihr Werk „Redeemer“ auf dem PC veröffentlichten, ging das leider spurlos an mir vorüber. Umso glücklicher war ich, dass nun eine „Enhanced Edition“ für die aktuellen Konsolen erschienen ist.
Das Spiel mit der Vergangenheit
„Redeemer“ ist ein actiongeladener Titel, in dem ihr die Rolle eines zurückgezogenen Elite-Soldaten übernehmt. Als Mönch in einem Kloster hat er sich eigentlich seit Jahren aus dem Geschäft gezogen – doch die Vergangenheit holt ihn urplötzlich ein. Nachdem seine Unterkunft in Flammen steht, beginnt der blutige Rachefeldzug gegen die Verursacher.
Aus der isometrischen Perspektive, also ähnlich wie bei „Diablo 3“ geht es in „Redeemer“ auf die Jagd nach den Eindringlingen. Dass unser Mönch ein versierter Nahkämpfer ist, kommt uns natürlich zugute. Im Handumdrehen sind die ersten feindlichen Soldaten nur noch blutige Matschflecken auf den Böden und Wänden des Klosters.
Die Steuerung geht dabei locker von der Hand. Leichte und schwere Angriffe kombinieren sich kinderleicht zu netten Kombos. Hinzu kommt, dass alles, was nicht festgenagelt ist, als Waffe verwendet werden darf: Von der Fackel über Fässer bis hin zum simplen Ast dient alles der Erweiterung der Nahkampfkünste.
Gemeinsamer Rachefeldzug
Natürlich lassen Feinde hin und wieder auch Waffen fallen, die unser Elite-Kämpfer übernehmen darf. Die gesamte Kampfmechanik fügt sich einwandfrei ineinander ein – ein tolles Gefühl. Richtig spannend wird es jedoch, wenn ihr mit einem Freund gemeinsam auf die actionreiche Jagd geht: Im Couch-Koop-Modus rockt „Redeemer“ so richtig.
Dabei können auch völlig unterschiedliche Taktiken gefahren werden: Mit der richtigen Absprache schaltet ihr Feinde synchron aus, um unendeckt zu bleiben. Denn in „Redeemer“ steckt auch eine gehörige Portion Stealth-Spiel, wenn ihr wollt. Viele Abschnitte funktionieren nämlich nicht, wenn ihr in Rambo-Manier blindlings drauf los prescht.
Wenn sich zu viele Feinde um euch tummeln, beißt ihr nämlich schnell ins Gras. Daher lohnt es sich durchaus, wenn ihr Gegner beobachtet, euch anschleicht und die Widersacher leise ausschaltet. „Redeemer“ ist vielerorts ziemlich anspruchsvoll – und unterhaltsam.
Einbrüche in der B-Note
Allerdings hat „Redeemer“ auch mit ein paar Problemen zu kämpfen: Im Laufe der Story schreitet ihr sehr linear voran und habt kaum die Möglichkeit euch frei zu entfalten – was mir persönlich recht wenig ausgemacht hat. Das nächste Problem hätte mich jedoch geärgert: Ein Freund von mir hat sich „Redeemer“ für die Switch zugelegt.
Leider hat Sobaka Studio auf der Nintendo-Konsole die technische Anpassung verschlafen: Bildrateneinbrüche der Extraklasse sind die Folge. Das geht sogar so weit, dass manche Passagen unspielbar werden und ihr nur mit Glück überlebt. Wirklich schade. Auf der Xbox One und PS4 strahlt „Redeemer“ jedoch in vollem Glanz und versprüht seinen Action-Charme.
Fazit
Besitzer einer Xbox One und PS4 rate ich, dass sie einen Blick auf „Redeemer“ werfen sollten – sofern sie auf actiongeladene Titel stehen. Insbesondere im Koop-Modus entwickelt sich „Redeemer“ zu einem fulminanten Unterhaltungsprogramm.
Ob nun eine kleine Runde zwischendurch oder einen kompletten Abend lang – „Redeemer“ weiß zu überzeugen. Nur auf der Nintendo Switch geht der kampflustige Mönch in die Knie. Ob hier ein Patch Abhilfe verschaffen kann, weiß ich nicht. Daher rate ich vorerst von der Switch-Version ab.
Erhältlich für: Xbox One, PS4, Switch, PC
Website: redeemerthegame.com