Bei Remedium Sentinels der Sobaka Studios habe ich mich etwas getäuscht. Erwartet habe ich einen Top-Down-Shooter, bei dem ich locker-leicht etwas Dampf ablassen kann. Bekomme habe ich einen Auto-Shooter, bei dem ich etwas Dampf ablassen kann. Was genau dahinter steckt, verrate ich euch gerne.
So direkt wie möglich
Remedium Sentinels hält sich nicht mit einer Story auf oder versucht irgendwas zu erklären. Ihr landet ohne Umwege im Hauptmenü und werdet gefragt, ob ihr spielen wollt. Passt für mich. Danach sollt ihr euch einen Charakter auswählen. Die Wahl fällt leicht, da es in eurer ersten Runde nur einen gibt - den Gladiator. Bevor ihr auf eine falsche Spur kommt, erkläre ich aber etwas zum Setting.
Das Spiel entführt euch in eine mittelalterliche Umgebung, die von Monstern verseucht ist. Schauplätze sind beispielsweise eine Kreuzung, eine Mine, ein Kirchplatz oder ein Sumpf. Auf insgesamt sechs Arealen finden die Kämpfe gegen Horden von Monstern statt. Ihr tretet in Form einer Kampfmaschine an, die aus diesen Monstern Hackfleisch machen soll. Der erste Mech – wenn ich ihn so nennen darf – heißt eben Gladiator.
Durchhalten!
Sobald eine Runde losgeht, läuft der Timer. Um einen Level zu gewinnen, müsst ihr möglichst viele Monster töten oder eine gewisse Zeit lang durchhalten – genau verrät mir Remedium Sentinels das nicht. Zu meiner großen Überraschung handelt es sich eben nicht um einen Top-Down-Shooter, bei dem ich meinen Mech aus der Vogelperspektive steuern kann und auf Gegner ziele. Das Zielen und Schießen übernimmt die KI komplett für euch. Ihr müsst euch lediglich bewegen – das war's. Daher nennt das Team der Sobaka Studios das Spiel auch einen Auto-Shooter – weil fast alles automatisch abläuft. Merkwürdiges Konzept, muss ich gestehen.
Während einer Runde levelt ihr euren Mech immer weiter auf und erhaltet bei jedem Aufstieg eine von drei zufälligen Fähigkeiten, die ihr aussuchen dürft. Nach einer Weile lauft ihr damit schneller, legt Minen, bekommt eine Wespe als Unterstützung oder ballert Raketen umher. Wie das zum Setting passt und warum? Ist doch egal. Damit hätte ich aber das komplette Konzept erklärt.
Mehr Mechs, mehr Action?
Für etwas Abwechslung sorgen die unterschiedlichen Mechs, die ihr freischalten könnt - insgesamt acht an der Zahl. Jeder hat eine einzigartige Fähigkeit und andere Rüstungs- und Bewegungswerte. Zusätzlich dürft ihr jeden Mech in Remedium Sentinels mit gesammelten Schrottteilen permanent verbessern. Denn die errungenen Levelaufstiege in den Durchläufen werden jedes Mal wieder auf 1 gesetzt.
Keinerlei grafische Ambitionen
Grafisch versetzt euch Remedium Sentinels in die Zeit von N64 als die Spiele gerade mal im dreidimensionalen Raum laufen lernten. Hier wird kein Hehl darum gemacht, dass eure Mechs aus grobflächigen Polygonen bestehen. Selbst aus der weit herausgezoomten Vogelperspektive wirken die Charaktere wie ein Haufen Pixelbrei. Monster sind da ähnlich gestaltet, wobei es mal mehr und mal viel weniger Details zu entdecken gibt. Wirklich Sinn macht das alles nicht, aber das will das Spiel auch gar nicht.
Fazit
Remedium Sentinels ist das virtuelle Pendant zum Essen einer Tüte Chips: Es ist für den Moment okay, ihr wisst aber, dass ihr hier keine Höchstleistung vollbringt. Anschließend fühlt ihr euch merkwürdig. Auf seine sehr einfache Art und Weise kann Remedium Sentinels durchaus unterhalten. Für einen dauerhaften Spaß sehe ich allerdings Schwarz. Daher empfehle ich euch dringend ein paar Gaming-Videos anzuschauen, bevor ich euch auf dieses automatisierte Action-Abenteuer einlasst.
Erhältlich für: PC, Xbox, PS
Website: store.steampowered.com/app/2244480/REMEDIUM_Sentinels