Das Entwicklungsteam von R_Games & Meridian4 und Publisher Ratalaila Games entführen euch mit Replikator auf eine scheinbar verlassene Weltraumstation. Dort sollt euch ein paar Geheimnisse lüften – mit brachialer Waffengewalt.
Ballern wie früher
Replikator präsentiert sich dabei in einem etwas altmodischen Gewand: aus erhobener Perspektive steuert ihr hier eure Heldin oder euren Helden durch die Korridore. Das erinnerte mich grafisch an Titel aus den 1990er-Jahren. Der relativ weite Zoom lässt alles auf dem Bildschirm recht winzig und kleinteilig wirken. Daran muss man sich erst einmal gewöhnen.
Schnell werdet ihr merken, dass die Raumstation alles andere als leer ist. Jede Menge durchgeknallte Roboter, Käfer oder Geister ähnliche Dinge krabbeln hier herum. Ein Glück, dass ihr immer eure Wumme dabei habt. Bei Replikator dürft ihr stets zwischen zwei Waffen wechseln, die ihr gleichzeitig tragen könnt.
Die Qual der Wahl
Bevor es in eine der zufallsgenerierten Missionen geht, rüstet ihr euch im Hauptquartier ordentlich aus. Dort habt ihr Zugriff auf bereits gefundene Waffen oder Blaupausen für Waffen. Zudem bekommt ihr einen Überblick über all eure bisherigen Erfolge und die permanent freigeschalteten Boni. Habt ihr euch für einen Charakter und eure Ausrüstung entschieden, geht es ab auf die Mission.
Jeder Ausflug auf eine Ebene der Raumstation sieht dabei gleich aus: Ihr startet in einem Raum und sollt den jeweiligen Ausgang finden. Dieser steckt meist hinter einer roten oder lilafarbenen Tür. Diese wiederum sind schwer bewacht von dicken Gegnern, die euch fordern werden.
Rambos leben nicht lange
Doch bevor ihr überhaupt dorthin kommt, erforscht ihr die anderen Räume. Mein Tipp: Tastet euch vorsichtig voran. Reinstürmen und losballern hilft meist wenig. Denn in fast jedem Raum lauern tödliche Gefahren. Angefangen von schießenden Drohnen oder Gefechtstürmen über Käfer bis hin zu fies versteckten Minen. Letztere seht ihr meist immer viel zu spät. Wie oft habe ich über diese dummen Dinger geflucht …
Ein anderes Hindernis ist die begrenzte Munition. Ihr solltet etwas haushalten mit den Kugeln, die ihr verballert. Aber zum Glück findet ihr unterwegs immer mal wieder neue Waffen oder einen Munitionskasten. Auch Lebensenergie ist rar gesät. Sobald ihr einen Medizinkasten findet, merkt euch seinen Standort. Bei Replikator ist das charmant gelöst, wie ich euch schnell erklären werde.
Praktische Wurmlöcher
Die einzelnen Levels sind immer sehr weitläufig. Findet ihr zu Beginn einen der wertvollen Medizinkasten, den ihr zu diesem Zeitpunkt noch nicht braucht, gibt es eine Lösung: Per Knopfdruck legt ihr eine Teleportstation aus, von denen ihr zwei Stück habt. Sobald ihr irgendwo anders den zweiten Teleporter ablegt, könnt ihr zwischen beiden nahtlos hin und her laufen. Das erspart einiges an Laufwegen – sehr cool.
Das Gameplay selbst kann schnell hektisch werden, wenn ihr euch in einer Bullet-Hölle wiederfindet. Aber generell bleibt Replikator fair, wenn ihr nicht gerade komplette Neulinge im Genre seid. Auch mit den richtigen Waffen kommt ihr oft schneller ans Ziel. Zudem locken gelbe Türen mit lohnenswerten Boni – sofern ihr die entsprechende Schlüsselkarte habt. Einige der Boni sind neben neuen Waffen zum Beispiel Würfel. Diese benötigt ihr nach einem Durchgang, um permanente Boosts freizuschalten. Jeder Lauf macht euch letztlich immer stärker.
Grafisch ist Replikator ein charmantes Pixelwerk, das manchmal mit einem Effektfeuerwerk überfordern kann. Dank der weit herausgezoomten Ansicht verliert ihr öfters mal euren Charakter aus den Augen. Hier hätte ich mir mehr Freiheiten in den Kameraeinstellungen gewünscht.
Fazit
Letztlich liefert Replikator genau das, was ihr von einem Roguelite erwartet: actionreiches Gameplay mit motivierender Belohnungsspirale. Wenn euch der Grafikstil nicht abschreckt, kann ich euch Replikator durchaus empfehlen – sofern ihr auf das Genre steht. Das Spiel macht zwar nichts neu, setzt die bekannten Mechaniken aber souverän um.
Erhältlich für: Xbox, PS, Switch
Website: ratalaikagames.com/games.php?id=replikator