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Resident Evil Village

Weg mit den Zombies, her mit den Werwölfen und Vampiren – doch im Herzen bleibt das Spiel bei seinen Wurzeln – und das ist verdammt gut so.

In der Haut von Ethan Winters möchte wohl niemand stecken. Der tragische Held aus Resident Evil 7 darf nun drei Jahre nach den Ereignissen in Louisiana endlich ein ruhiges Dasein als Familienvater fristen – hätte man meinen können. Doch Entwickler und Publisher Capcom haben ganz andere Pläne mit ihm vor. Resident Evil Village lädt euch ein zu einer Achterbahnfahrt in der Geisterbahn. Anschnallen und tief Luft holen.

Moderne Nostalgie

„Das ist so genial böse – wie Resident Evil 4, aber noch brutaler“, so lautet das Urteil von Brandon nach einem durchzockten Wochenende mit Resident Evil Village. Ich muss mich dem Urteil meines Kumpels anschließen – auch wenn ich ausführlicher werden will. Doch was ich in Resident Evil Village erlebt habe, lässt mich garantiert wieder ein paar Nächte nicht schlafen. Das kann ich schon sagen.

Und was den Grad an Brutalität angeht: Da ist Capcoms achter Teil der Resident Evil Reihe sicherlich kein Kind von Traurigkeit. Nicht umsonst ist der Titel erst ab 18. Inhaltlich knüpft Resident Evil Village an die Ereignisse von Teil 7 an. Wer den Teil noch nicht kennt, sollte unbedingt diese Bildungslücke nachholen. Denn Teil 7 war es auch, in dem Capcom einen Richtungswechsel angestrebt hatte.

Von der Third-Person-Ansicht ging es in die Ego-Perspektive, was zu heißen Diskussionen führte. Persönlich fand ich diesen Wechsel des Blickwinkels als genialen Geniestreich, der mich noch tiefer in die Welt von Resident Evil eintauchen ließ – auch wenn ich das nicht immer so gerne wollte. Ihr braucht nämlich ein starkes Nervenkostüm. Echt gruselig das Ganze. Aber ich schweife ab.

Gruseleffekt: Ansichtssache

Jedenfalls übernimmt Resident Evil Village nicht nur die Perspektive aus Teil 7, sondern gleich auch noch den Hauptakteur. Wer die Ereignisse aus Teil 7 wieder Revue passieren lassen will, kann das in einem kurzen Video machen, das Capcom mitliefert. Keine Sorge, ich spoilere nichts. Jedenfalls lebt Ethan nun mit seiner Frau Mia und der sechs Monate alten Rose zurückgezogen in einem Häuschen. Das friedliche Familienleben hält leider nicht sonderlich lange.

Kurz darauf findet sich Ethan alleine und desorientiert in einem alten, rumänischen Dörfchen wieder. Der nächste Alptraum beginnt für den tragischen Helden, der erneut einiges einstecken muss. Über die Geschichte an sich werde ich nicht mehr verraten – nur so viel: Allein deswegen lohnt sich dieser Teil schon.

Die Story ist spannend inszeniert, phänomenal präsentiert und packend erzählt. Hier stimmt eigentlich alles. Über die letzte Stunde lässt sich vielleicht streiten, aber das ist Geschmackssache. Aus meiner Sicht liefert hier Capcom einen äußerst starken Teil ab, der sich in jeder Hinsicht sehen lassen kann.

Schöne, gruselige Welt

Grafisch spielt Resident Evil Village ebenfalls in der Oberliga mit. So schön düster und detailreich hat mir schon lange kein Spiel mehr Schauer über den Rücken gejagt. Außerdem empfehle ich euch – auch wenn ich selbst ein Angsthase bin – das Spiel mit Kopfhörer zu genießen. Jeder einzelne Schritt, jedes Geräusch oder Knurren wird euch in Panik versetzen. So soll es sein!

Spielerisch geht Resident Evil Village etwas weg vom sehr gruseligen Stil des Vorgängers. Resident Evil Village wandelt tatsächlich mehr auf den Spuren von Resident Evil 4. Soll heißen: Es kommt etwas mehr Action auf euch zu. Spannende Verfolgungsjagden und adrenalingeladene Bosskämpfe lenken euch ein wenig vom allgegenwärtigen Grusel ab, den ihr hier erwarten könnt. Zwischendurch dürfen die klassischen Kombinationsrätsel aber auch nicht fehlen. Die Mischung ist Capcom extrem gut gelungen.

Horror, wie du willst

Vom Schwierigkeitsgrad her dürft ihr zu Beginn aus drei Stufen auswählen. Nach dem ersten Durchspielen wartet dann noch ein vierter Schwierigkeitsgrad auf euch – der es allerdings brutal in sich hat. Was ich euch aber empfehlen kann: Hetzt auf keinen Fall durch diese rund 14 Stunden lange Geschichte. Erkundet ein wenig die Gegend, soweit es das Spiel zulässt.

Dadurch findet ihr immer wieder interessante Geheimnisse, die euch entweder mehr über die Geschichte erzählen oder in Sachen Ausrüstung unter die Arme greifen. Denn auch in Resident Evil Village ist Munition rar gesät. Ihr solltet haushalten, um später die dicken Monster aus dem Weg zu schaffen. Ein Glück, dass ihr ein sehr mächtiges Messer als unverwüstlichen Prügelgehilfen zur Seite habt. Damit lassen sich so einige Fieslinge kalt machen.

Fazit

Ich mache gar keinen Hehl um die Sache: Resident Evil Village ist ein Horror-Meilenstein geworden. Ich habe mich gefürchtet, teils sogar geschrien, aber am Ende doch meinen Spaß dabei gehabt. Mein Nervenkostüm braucht zwar eine Generalüberholung, aber das war es mir wert. Die Marschroute, die Capcom seit Teil 7 eingeschlagen hat, steht der Reihe blendend. Ich sehe eine rosige beziehungsweise düster Zukunft für Resident Evil – ganz großes Kino!

Erhältlich für: Xbox, Playstation, PC
Website: residentevil.com/village/de