Endlich mal wieder was Exklusives – das werden sich zumindest stolze Playstation 5 Besitzer denken. Denn das finnische Team von Housemarque schickt eine Raumpilotin auf einen wilden Reinkarnationstrip, der euch alles abfordern wird. Ob das Ganze auch Spaß macht, verrate ich euch im Test.
Challenge aus dem Norden
In Helsinki scheint man Spaß an Herausforderungen gefunden zu haben: Dort sitzt nämlich das Entwicklerteam von Housemarque, das mir durch Titel wie Alienation oder Matterfall bereits vor Jahren positiv aufgefallen ist. Nun also macht sich die Truppe mit Returnal zum ersten Mal an einen Triple-A-Titel für die Playstation 5 – und der hat es in sich.
Wenn ihr vornweg mal eine grobe Richtung haben wollt, in die das Gameplay geht, dann stellt euch eine Art Nier Automata gepaart mit Super Metroid. Klingt spannend? Ist es auch. Denn Returnal vermischt einige interessante Ideen zu einem ganz eigenen Spiele-Cocktail. Die Story von Returnal dreht sich um die Raumpilotin Selene, die mit ihrem Schiff über dem Planeten Atropos abstürzt.
Von dort möchte sie natürlich wieder nach Hause. Doch so leicht geht das nicht. Zum einen ist ihr Schiff Schrott, zum anderen geht auf dem Planeten etwas Merkwürdiges vor sich her. Was das ist, sollt ihr herausfinden. Returnal will euch eine Geschichte erzählen, nutzt dazu das Genre eines Rogue-like-Action-Spiels.
Soll heißen: Jedes Mal, wenn ihr das Zeitliche segnet und neu startet, sieht die Welt, in der ihr beginnt, anders aus. Normalerweise passt das nicht sonderlich gut zusammen, aber Housemarque liebt ja Herausforderungen, wie ich bereits erwähnte.
Bill Murray leidet sicher mit
Ohne euch zu viel von der Story zu verraten: Tatsächlich fügt sich hier nach jedem Anlauf Puzzleteil um Puzzleteil zusammen. Selene findet unterwegs immer wieder Tagebücher oder sonstige Hinweise, was auf dem Planeten vor sich geht. Was ich allerdings verraten kann: Selene ist in einer teuflischen Schleife à la „Und täglich grüßt das Murmeltier“ gefangen.
Denn wenn sie stirbt, wacht sie wieder in ihrem Raumschiff auf – kann sich allerdings genau an ihren letzten Ausflug erinnern. Das kommuniziert sie auch in Eigengesprächen und wundert sich, dass alles nun plötzlich anders aussieht. Teilweise trefft ihr sogar auf eure eigene Leiche, die ihr in einem vorherigen Lauf hinterlassen habt. Echt spannend.
Spielerisch habt ihr einen Third-Person-Action-Shooter mit kniffligen Hüpfpassagen und einigen Rätseln vor euch. Anfangs geht es noch locker los, zieht aber schnell ordentlich an. Die Fauna und Flora des Planeten ist euch nicht sonderlich freundlich gesinnt. Daher müsst ihr mit Waffengewalt zurückschlagen. Das Monster-Design erinnert dabei an Unterseekreaturen, was die Bewegungen und das Aussehen angeht. Aber Housemarque bietet später auch Dämonen und Co.
Profis im Blick
Der Schwierigkeitsgrad zieht dabei sehr schnell an. Habt ihr es im ersten der insgesamt sechs Biome anfangs mit ein paar kleineren Viechern zu tun, wird die Anzahl und Intensität bald höher. Am Ende jedes Bioms wartet ein dicker Boss, der euch den Weg zum nächsten Abschnitt freigibt. Schauen wir mal auf den Fortschritt, den ihr erzielen könnt. Denn damit steht und fällt so ein Abenteuer.
Was mir an Returnal sehr gut gefällt: Jeder Ausflug in diese bedrohliche Welt lohnt sich. Ihr schaltet nämlich kontinuierlich Verbesserungen frei, die ihr permanent behalten dürft. Das motiviert ungemein. Außerdem spielt Returnal mit Metroidvania-Elementen. Denn während eurer Reise findet ihr immer wieder neue Gadgets, die euch Wege freigeben, die zuvor verschlossen waren. Vom schildzerstörenden Nahkampf-Schwert bis hin zum Greifhaken hat sich Housemarque einige Ideen einfallen lassen.
Heimische Einblicke
Eine kleine story-technische Eigenheit hatte ich vergessen: Hin und wieder wirft euch die Geschichte in Selenes Vergangeheit. Dann könnt ihr auf der Erde in ihrer Wohnung herumlaufen und bekommt noch mehr Hintergrundinfos geliefert. Allerdings braucht ihr schon einen dicken Pelz, wenn ihr alles über die Story herausfinden wollt. Wie gesagt: Der Schwierigkeitsgrad richtet sich an fortgeschrittene Spieler, die sich gerne in solche Spiele reinbeißen.
Kommen wir noch schnell zum grafischen Gerüst: Düster, aber sehr ansprechend – so würde ich Returnal beschreiben. Der Planet Atropos ist ein mysteriöser Ort, der durch viele, kleine Details glänzt. Auch die Gefechte samt Bullet-Hell-Angriffen der Gegner geizen nicht mit Effekten – Epileptiker sollten aufpassen. Zum Glück mischt Housemarque neben den Shooter-Einlagen auch immer wieder Passagen, in denen ihr es etwas beruhigter zugehen lassen könnt.
Fazit
Mit Returnal hat die Playstation 5 ein heißes Eisen im Feuer, das sich besonders an Hardcore-Gamer richtet. Es ist fordernd, aber auch brutal befriedigend, wenn man Erfolg hat. Die Mischung aus rogue-like, Metroidvania und Action-Shooter steht Returnal extrem gut. Housemarque meistert die einzelnen Genre-Disziplinen mit Bravour. Wenn jetzt noch der Schwierigkeitsgrad etwas milder wäre, könnte Returnal auch noch eine breitere Masse ansprechen. Bei mir hat sich Returnal jedenfalls einen festen Platz in der Spielebibliothek gesichert.
Erhältlich für: Playstation 5
Website: housemarque.com/games/returnal