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Revenge of the Savage Planet

Bunter Wahnsinn, clevere Parodie und mehr Substanz.

Journey to the Savage Planet war 2020 ein Überraschungserfolg: Mit seinem schrägen Humor, knallbunter Sci-Fi-Optik und einer Mischung aus Erkundung, Plattforming und Metroidvania-Elementen traf das Spiel einen Nerv bei Fans von ungewöhnlichen Action-Adventures. Nun kehrt die Reihe mit Revenge of the Savage Planet zurück – und macht dabei fast alles größer, bunter und noch abgedrehter. Und ja, das geht tatsächlich!

Müssen Neulinge den Vorgänger kennen?

Die kurze Antwort: Ja, verdammt! Das Spiel macht echt Laune und ist herrlich abgedreht! Anders gefragt: Müsst ihr den Vorgänger aber kennen, um dieses Spiel zu verstehen oder zu lieben? Nein. Auch wenn ihr den ersten Teil verpasst habt, findet ihr euch in *Revenge of the Savage Planet* schnell zurecht.

Die Story ist eigenständig und erklärt die wichtigsten Zusammenhänge. Ihr schlüpft erneut in die Rolle eines Angestellten von Kindred Aerospace – diesmal mit dem Ziel, euch an eurem ehemaligen Arbeitgeber zu rächen und zur Erde zurückzukehren. Die satirische Grundstimmung, der bissige Humor und die ironischen Werbevideos sind geblieben – und sorgen dafür, dass ihr euch auch ohne Vorkenntnisse sofort heimisch fühlt.

Farben, Gags und Parodie

Die Präsentation ist ein echtes Highlight. Die vier neuen Planeten sind knallbunt, detailverliebt und voller abgedrehter Flora und Fauna – irgendwo zwischen No Man’s Sky, Borderlands und einem explodierten Farbenkasten würde ich das Ganze einordnen.

Die Unreal Engine 5 sorgt für scharfe Texturen, tolle Lichtstimmungen und eine Welt, die wie aus einem Guss wirkt. Besonders gelungen ist der satirische Unterton: Werbespots, Parodien auf Influencer-Kultur und Konsumkritik sorgen für viele Lacher, treffen aber auch überraschend pointiert den Zeitgeist. Das fand ich bereits im ersten Teil klasse.

Erkunden, Rätseln, Sammeln

Spielerisch bleibt sich die Reihe treu, erweitert aber das Konzept an wichtigen Stellen. Ihr erkundet offene Welten, scannt Pflanzen und Kreaturen, sammelt Ressourcen und schaltet nach und nach neue Fähigkeiten frei, mit denen ihr weitere Gebiete erreicht – klassisches Metroidvania-Prinzip, das motiviert.

Neu ist die Third-Person-Perspektive, die das Movement verbessert und die Komik der Animationen stärker betont. Dadurch werden auch Sprünge und andere Aktionen genauer. Ich weiß noch, dass ich in Teil 1 manchmal die Sprünge aus der Ego-Perspektive versaut habe. Übrigens: Die neue Levelkarte hilft enorm bei der Orientierung, zeigt Sammelobjekte und Missionsziele und ist mit dem Teleporter-Schnellreisesystem verknüpft. Komfortfunktionen wie ein Scanimpuls und übersichtlicher Questlog nehmen Frust aus der Erkundung.

Die Progression ist wirklich motivierend: Neue Fähigkeiten und Upgrades eröffnen ständig neue Möglichkeiten. Plattform-Passagen, Rätsel und das Aktivieren von Mechanismen sind abwechslungsreich und fordern gutes Timing und Kombinationsgabe. Auch das Crafting- und Deko-System wurde ausgebaut – ihr könnt euer Habitat mit Fundstücken und Deko-Objekten individualisieren.

Kampf und Koop: Licht und Schatten

Das Kampfsystem bleibt der größte Schwachpunkt. Zwar gibt es neue Waffen und Fähigkeiten, doch das Trefferfeedback ist nach wie vor wenig befriedigend und die Gegnervielfalt überschaubar. Ein klein wenig mehr Vielfalt wäre hier toll gewesen. Dafür glänzt das Spiel erneut im Koop: Ihr könnt die gesamte Kampagne online oder im lokalen Splitscreen erleben, was das Chaos und den Spaßfaktor deutlich erhöht. Schaut euch dafür einfach mal die Screenshots an und bewertet selbst. Besonders im Team entfalten die Sprüche der Begleitdrohne und die absurden Situationen ihren vollen Reiz.

Der Humor bleibt Geschmackssache, trifft aber oft ins Schwarze: Von bissigen Kommentaren der Begleitdrohne bis zu ironischen Missionszielen und Werbevideos ist alles dabei. Wer die Parodie zu anstrengend findet, kann manche Spots sogar deaktivieren. Kritik gibt es für den teils zähen Start, das Backtracking und einige Bosse, die zu viel Grinding erfordern. Auch die Third-Person-Kamera ist nicht jedermanns Sache, ein Ego-Modus soll aber per Patch folgen. Aber wie gesagt: All das fällt unter das Label Geschmackssache.

Fazit: Bunter, wilder und cleverer als der Vorgänger

Revenge of the Savage Planet ist eine gelungene, größere und noch abgedrehtere Fortsetzung, die vor allem beim Erkunden, Rätseln und im Koop-Modus glänzt. Neulinge finden sich dank eigenständiger Story und cleverer Komfortfunktionen schnell zurecht. Die Präsentation ist ein Fest für die Sinne, der Humor bleibt scharf und die Progression motiviert. Schwächen gibt es beim Kampfsystem und gelegentlichem Backtracking, doch das Gesamtpaket überzeugt – vor allem, wenn ihr Lust auf ein schräges Sci-Fi-Abenteuer mit satirischem Biss habt.

Erhältlich für: Xbox, Switch, PS, PC
Webseite: savageplanet.games/en-US