Willkommen bei Ride 4. Zockern steht ein heißer Herbst bevor, denn insgesamt 176 offiziell lizenzierte Motorräder warten nur darauf, auf über mehr als 30 verschiedenen Strecken weltweit auf Zeitenjagd zu gehen. Außerdem versprechen uns die Entwickler von Milestone ein dynamisches und aufregendes Abenteuer, das mit einem ganz neuen Level an Realismus zu begeistern weiß. Wir sind den großen Werbesprüchen auf die Schliche gegangen und haben es für euch getestet.
Ein üppiger Umfang – herausfordernd oder frustrierend?
Wie es mittlerweile Usus geworden ist, könnt ihr nicht bloß einzelne Rennen oder Meisterschaften absolvieren, sondern auch gleich eure eigene Karriere. Bevor es richtig losgeht, erstellt ihr also euren eigenen Fahrer und startet wahlweise in der amerikanischen, europäischen oder asiatischen Liga, die allesamt aus mehreren Events bestehen.
Diese Events sind unterteilt in Überholungs-Herausforderungen, Zeitfahren und eben Rennen, durch deren Absolvierung ihr letztendlich zur sogenannten World League zugelassen werdet. An Inhalt mangelt es hier also auch nicht. Allerdings wird hier ein ziemlich striktes Regelwerk beibehalten, was entweder als sehr herausfordernd angesehen werden kann oder aber als sehr frustrierend.
Dies gilt besonders für das Zeitfahren – einmal die Kurve geschnitten und ganz kurz über das Gras gefahren macht den Versuch direkt ungültig. Vor allem auf der ewig langen Nordschleife kann dies durchaus zu Frust führen. Allein für den Prolog waren deshalb schon mehrere Versuche vonnöten.
Womit wir zu den Rennstrecken kommen. Neben der eingangs erwähnten in großer Anzahl verfügbaren fahrbaren Untersätzen haben es auch eine ganze Reihe alter und neuer Tracks ins Spiel geschafft – insgesamt 30 an der Zahl. Diese sind auch alle mit viel Liebe zum Detail gestaltet – grafisch ist hier alles im Lot.
Zu den bekannten Pisten wie Laguna Seca, dem Nürburgring und Magny-Cours gesellen sich unter anderem nun auch Interlagos oder der Virginia International Raceway. Zusammengerechnet bietet Ride 4 zwölf neue Pisten, inklusive einiger fiktiver Strecken, die sich aber allesamt gut einfügen.
Ausdauer-Rennen mit vielfältigen Optionen
Zwei der Werbeversprechen sind der vollwertige Tag-Nacht-Zyklus sowie das dynamische Wetter für jeden Kurs. Dies gilt auch für jeden Spielmodus - bis auf die Karriere, in dem Wetter und Tageszeit vordefiniert sind. Dafür kommt es bei den Ausdauer-Rennen besonders gut zum Tragen. Stichwort Ausdauer-Rennen – hier können sich die geduldigen Zocker unter euch richtig austoben und bei Bedarf den Realitätsfaktor auf die Spitze treiben.
Die Rennen reichen bis hin zu einem vollen 24-Stunden-Rennen, in dem ihr realistische Dinge wie Kraftstoffverbrauch und Reifenabnutzung einstellen könnt und dabei dann auch mit Boxenstopps taktieren müsst. Wie man es aus Rennspielen kennt lässt sich dabei zwischen unterschiedlichen Reifentypen wählen, um die richtige Balance zwischen Geschwindigkeit und Haltbarkeit zu finden.
Die Fahrbarkeit der Bikes ist gut und stellt einen Mittelwert zwischen Arcade und Simulation dar. Somit macht es das Spiel auch zugänglicher für den Gelegenheitszocker, der sich die Sache auch mit einer Vielzahl an Fahrhilfen vereinfachen kann. So kann man seine Fahrfehler auch mithilfe der Replayfunktion „vergessen“ machen. Die Profis wiederum freuen sich hingegen darauf, ihre Rennen ohne automatisches Getriebe oder Bremshilfen zu bestreiten.
Die Soundeffekte passen ebenfalls ins Bild – seien es die Geräusche der Motoren oder das Fahren auf verschiedenen Untergründen. Kopfsteinpflaster klingt natürlich anders als Kiesbett oder Gras. Desweiteren könnt ihr euch auch im Mehrspielermodus mit Gleichgesinnten duellieren – es muss also nicht bloß die KI als Gegner herhalten.
Fazit
Für große Fans von Motorradrennen ist Ride 4 durchaus eine Kaufempfehlung, sofern man noch keinen der Vorgänger besitzt - da es auch definitiv eine Abwechslung zu den zahlreichen Autorennen darstellt sowie eine Vielzahl an Strecken und Bikes bietet.
Die Ausdauer-Rennen sind aufgrund der zusätzlichen Einstellmöglichkeiten (Reifenverschleiß, Kraftstoffverbrauch) sowie der dynamischen Wetterbedingungen noch realistischer. Unterm Strich ist Ride 4 also ein grundsolides Rennspiel, wenn man gerne auf zwei Rädern unterwegs ist.
Erhältlich für: Xbox One, PS4, PC
Website: ridevideogame.com/de