Die große Gitarren-Odyssee: Bevor ich den Riffmaster als Controller wirklich genießen konnte, musste ich erstmal eine musikalische Abenteuerreise absolvieren. Und genau da möchte ich euch gleich zu Beginn mitnehmen. Die Mission: Ein passendes Musikspiel auf meiner Xbox Series X finden, das mit dem neuen Gitarren-Controller harmoniert.
Eine Odyssee in mehreren Akten
Mein erster Gedanke war ein nostalgischer Ausflug – Guitar Hero: Warriors of Rock und Rock Band Greenday von der alten Xbox 360. Doch nach etlichen Versuchen, der Suche im Store und einer Internet-Recherche, kam die Ernüchterung: Die Spiele sind schlichtweg inkompatibel. Neue Gitarre, alte Spiele und neue Konsolengenerationen – das passt leider nicht zusammen.
Nächste Recherchestufe: Die berühmten Gitarrenrhythmus-Games Rock Band 4 und Guitar Hero Live sind tatsächlich die einzigen Titel, die auf Xbox One und Series X überhaupt den Riffmaster unterstützen. Leider habe ich die Spiele nicht physisch daheim. Also schnell im Store kaufen und los geht’s - zu früh gefreut!
Out of Business
Doch auch hier wird die Gitarrenlust ausgebremst – denn diese Spiele sind schlicht nicht mehr verfügbar. Sämtliche Add-Ons könnt ihr euch kaufen, aber leider nicht mehr die Hauptspiele. Warum? Ganz einfach: Die Online-Server wurden abgestellt, Downloads sind futsch und im Laden gibt’s nur leere Regale und enttäuschte Gesichter. Auf eBay könnt ihr die Spiele allerdings gegen horrende Preise kaufen.
Und so blieb mir nur noch eine Lösung: Fortnite Festival von Harmonix! Und das ist sogar gratis. Allerdings gibt es hier einen kleinen Haken: Fortnite Festival gibt es nur im gesamten Fortnite-Paket. Das heißt, dass ich satte 84 GB Platz auf der Festplatte freiräumen musste. Nach dem Download kam dann die nächste Hürde.
Bin ich zu alt dafür?
Bei Fortnite Festival wartet ein Interface, das eher nach Sci-Fi denn nach Rockclub aussieht. Hinzu kommt ein Handling, bei dem man sich zu Beginn wie der Roadie beim ersten Gig fühlt.
Die Navigation ist ein Abenteuer in sich, doch nach mehrfacher Irrfahrt durchs Menü und viel Geduld leuchtete tatsächlich die Bühne mit meinem Avatar auf – bereit für die erste Runde Saiten-Action. Endlich durfte ich den eigentlichen Test starten – was für ein Anfangsdrama.
Der Riffmaster selbst: Design, Handling und Features
Jetzt aber zum eigentlichen Helden des Abends: Der Riffmaster ist die erste verfügbare, moderne Gitarrenkontrolleinheit fürs Xbox-System seit einer gefühlten Ewigkeit. Ich habe die Zeit mit meinen Freunden vor dem TV als kleine Rockband echt vermisst.
Das coolste Feature direkt vorweg: Das Teil ist kabellos, besitzt einen zusammenklappbaren Hals und ist wahnsinnig leicht zu transportieren. Pluspunkte gibt’s für den Analogstick und die Komfort-Extras, wie clevere Overdrive-Buttons, die auch im wildesten Sologewitter noch gut erreichbar sind. Kurz gesagt: Das Teil liegt richtig gut in der Hand.
Technik im Laufe der Zeit
Zum direkten Vergleich habe ich die alten Gitarren auch nochmals ausgepackt und an der Xbox 360 gespielt. Dadurch werden die Unterschiede erst deutlich. Die Eingaben beim Riffmaster sind scharf und präzise, das Griffbrett liegt angenehm in der Hand – ein echter Fortschritt gegenüber den alten Plastikgitarren aus der Vorzeit von Rock Band und Guitar Hero.
Die Akkulaufzeit ist ebenfalls episch und ein weiterer Fortschritt – mehrere Sessions am Stück sind kein Problem. Ich weiß noch, wie viele Batterien ich früher in die Gitarren versenkt habe. Echt cool, dass hier ein Akku drin ist. Wer auf ergonomisch sinnvolle Extras und stylisches Design steht, wird hier ganz klar belohnt.
Hochglanz – Fluch und Segen
Ein kleiner Wermutstropfen: Die Verarbeitung ist solide, aber bietet immerhin etwas Spielraum für Kritik – das Hochglanz-Finish zieht Fingerabdrücke magisch an. Ich habe es kam geschafft ein Foto ohne Tupfen zu machen. Aber es sieht echt gut aus.
Zudem ist das erste Öffnen der Front etwas schwierig. Warum ihr das überhaupt machen solltet? Na, um den Verbindungsstick hier sicher unterzubringen. So geht er nicht verloren, wenn ihr mal länger keine Jam Session habt. Trotzdem macht das Gerät optisch als Blickfang im Wohnzimmer und auf jeder virtuellen Bühne etwas her.
Kompatibilität und das Fortnite-Festival
Wie bereits gesagt: Mit dem Riffmaster könnt ihr heute offiziell Rock Band 4 und Guitar Hero Live (sofern ihr die Spiele noch besitzt) und Fortnite Festival mit Harmonix-Support zocken. Das populäre Musikspiel läuft wie erhofft, allerdings ist der Einstieg bei Fortnite Festival ein echtes Abenteuer.
Nach dem massiven Download beginnt das Setup-Karussell, die Bedienbarkeit ist anfangs ein Rätsel, und selbst das erste Lied fühlt sich wie ein Bossfight an – doch die Hardware enttäuscht keinen Moment: Die Controller-Signale sind direkt und sauber, über die Stimmung lässt sich ohnehin nicht streiten, wenn endlich das erste Solo rockt. Dennoch wünsche ich mir mal wieder ein eigens dafür gestaltetes Spiel wie Warriors of Rock zurück.
Fazit: Riffmaster rockt – aber die Musikreise ist steinig
Der Riffmaster ist das Gitarrencontroller-Highlight für Xbox und PC, rockt optisch und praktisch, verfügt über smarte Features und hat dem Genre frischen Wind verliehen. Doch der eigentliche Endgegner ist nicht das Gerät – sondern der Weg zum passenden Spiel: Dank abgedrehter Kompatibilitätsregeln, abgebauter Server und explodierendem Downloadvolumen ist der Erstkontakt eine eigene Rock-Oper. Wer sich davon nicht abschrecken lässt, bekommt ein tolles Stück Hardware, das jede Bühne und jedes Fest belebt. Wer nach Powerchords, Show und Spaß sucht, findet im Riffmaster einen echten Headliner – und erlebt die vielleicht lustigste Odyssee, bis die erste Note endlich sitzt! Vielleicht ist das ja wieder das Aufleben einer längst vergessenen Ära.
Erhältlich für: Xbox, PS, PC, Switch
Webseite: de.turtlebeach.com/products/riffmaster-wireless-guitar-controller