Was der Trailer mir versprach, klang vielversprechend: Jede Menge Sci-Fi-Action im Weltall mit selbst gestaltbaren Raumschiffen, die wie in einem Twin-Stick-Shooter gesteuert werden. Sehr cool. Der Prolog zeigt mir allerdings, dass ich wohl Unterstützung brauche …
Ein Fundament, auf dem sich ballern lässt
Sobald ich das Spiel gestartet habe, wirft mich die erste Sequenz gleich in den Unweiten des Universums ab. Meiner Mission folgend kämpfe ich mich von Checkpoint zu Checkpoint und bekomme dabei die Feinheiten der Steuerung etwas nähergebracht. Wer schon mal einen Twin-Stick-Shooter gespielt hat, sollte sich gleich wie zuhause fühlen: Mit dem linken Stick steuere ich das Raumschiff, mit dem rechten lege ich die Richtung für die Schüsse fest. Als Waffen kann ich zwischen zwei unterschiedlichen Wummen hin und herwechseln – Eine verschießt Laser in gerader Linie, die andere ist eine Art intergalaktische Schrotflinte. Spielt sich jedenfalls recht nett. Bei den ersten Gegnern, die auftauchen, muss ich zwar einige Schüsse selbst einstecken, habe aber kaum Probleme mit den Angreifern. Auch die Geschütztürme sind schnell beseitigt.
Und dann kommt mein Waterloo: ein Raum voller Mienen. Die erste Miene visiere ich an, feure und sehe nur noch, wie mein Raumschiff auseinanderbricht. Der letzte Checkpoint wird geladen. Diesmal halte ich mich in sicherer Entfernung zu den Mienen, bevor ich den Abzug betätige: Das Ergebnis ist jedoch das gleiche. Auch mit richtig großem Abstand – und sogar in einem anderen Raum – detoniert mein Raumschiff. Also gehe ich davon aus, dass die Mienen nicht zum Abschuss gedacht sind. Daher versuche ich mich beim nächsten Anlauf durch den Parcours zu schlängeln, was leichter gesagt, als getan ist. Denn sobald ich mich einer Miene zu sehr nähre, geht sie hoch, was mir gleich passiert ist. Blöd daran war nur, dass es mein letztes Leben für diesen Level war. Sprich: Kompletter Neuanfang – und das im Prolog (!).
Durchatmen und ruhig bleiben
Nach dem anfänglichen Schock kämpfe ich mich nochmals bis zur besagten Stelle durch und komme – nach zwei Versuchen – tatsächlich durch den mit Mienen gefüllten Raum. Anschließend wartet noch ein kleiner Bosskampf auf mich, den ich allerdings ohne Schwierigkeiten bewältige. Der Schwierigkeitsgrad schwankt also ganz beträchtlich hin und her, woran man sich auch in den nächsten Missionen gewöhnen sollte. Was mich wiederum glücklich macht ist das Upgrade-System, das nach der Mission auf mich wartet. Hier darf ich meine sauer verdienten Punkte in die Ausrüstung meines Raumschiffes investieren – und das motiviert ordentlich. So wähle ich neue Waffen aus, verstärke meine Angriffe oder pumpe Geld in meine Verteidigung. Je nach Spielstil kann ich mich hier austoben. Besonders wichtig ist die Kombination aus Waffen und Rüstung, die ihr in jeden Level mitnehmt: In jeder Mission gibt es vorteilhafte Layouts, die euch sicherer ans Ziel führen. Mal müsst ihr schnell und wendig sein, ein anderes Mal ordentlich Schaden austeilen oder einstecken können. Leider erfahrt ihr meist erst nach dem Anspielen, was gut für euch gewesen wäre.
Erleuchtung mit freundlicher Unterstützung
Dennoch macht das Gameplay richtig Spaß, da es in jeder Mission viel zu looten gibt: Gute Beute kann sich entweder bei Gegnern oder auch in versteckten Kisten finden lassen. Dadurch werdet ihr Stück für Stück besser. Was ich aber nach einer Weile feststellen musste: Dieses harte Einzelkämpferleben ist auf Dauer nichts. Um wirklich dauerhaften Spaß bei „RiftStar Raiders“ zu haben, solltet ihr unbedingt mit Freunden zocken. Leider gibt es keinen lokalen Koop-Modus, so dass ihr euch online verabreden müsst. Doch Vorsicht: Spielt am besten nur mit Leuten, die ihr kennt. Ich habe einige Partien mit wildfremden versucht und hatte aufgrund des angerichteten Chaos der anderen kaum meine Freude. Erst wenn ihr euch untereinander gut absprecht und an einem Strang zieht, geht das Konzept vollends auf – vertraut mir. Vielleicht hatte ich nur Pech bei meinen anderen Online-Versuchen, aber so läuft es nun mal. Grafisch erwartet euch übrigens jetzt kein Überflieger, aber das Gesamtergebnis lässt sich durchaus sehen. Wenn allzu viele Feinde und Explosionen auf dem Bildschirm gleichzeitig erfolgen, kann die Übersicht – besonders in Mehrspielerpartien – schon mal flöten gehen.
Fazit
Letztlich sehe ich „RiftStar Raiders“ als zweischneidiges Schwert: Das grundsätzliche Konzept und das Loot- sowie Upgrade-System konnten mich überzeugen. Anders sieht es mit dem schwankenden Schwierigkeitsgrad aus, der euch immer mal wieder eine Ohrfeige verpasst. Als Einzelkämpfer werdet ihr es besonders in den späteren Missionen schwer haben. Daher empfehle ich euch den Titel mit Freunden zu genießen. Im Team steigt die Spaßkurve steil an und die Jagd nach der besten Ausrüstung kann süchtig machen. Herrlich so ein Space-Piraten-Leben.
Erhältlich für: PS4, Xbox One, PC
Website: riftstarraiders.com