Was habe ich mich auf diesen Test gefreut. Denn mit der RIG-Reihe von Nacon habe ich bisher immer gute Erfahrungen gesammelt. Und diesmal war ich gespannt, wie gut sich das Headset für die PlayStation 5 eignet.
Schlicht und elegant
Beim RIG R5 Pro HS fällt zuerst auf, dass Nacon nicht auf protziges Sci-Fi-Design setzt, sondern auf eine deutlich zurückgenommene, fast schon alltagstaugliche Optik. Es ist damit moderner und unauffälliger als frühere RIG-Modelle. Früher hatte ich ein RIG-Headset, das mich stark wie einen Nascar-Reporter aussehen lässt.
Diese schlichte Eleganz gefällt mir an so einem Zubehörteil: Ein Headset muss nicht aussehen, als wolle es gleich einen E-Sport-Vertrag unterschreiben, solange es seine Arbeit sauber erledigt.
Praktisch ist zudem, dass Nacon hier auf ein kabelgebundenes 3,5-mm-Headset mit offizieller PlayStation-Lizenz setzt, das auch mit PS4, PC und Mobilgeräten funktioniert. Diese Schlichtheit ist kein Nachteil, sondern eher eine kleine Erinnerung daran, dass „einstecken und loslegen“ manchmal angenehmer ist als jedes Ladecase und jede Akku-Anzeige.
Komfort, und zwar wirklich
Die größte Stärke des Headsets ist für mich ganz klar der Tragekomfort. Nacon spricht selbst von Memory-Schaum an Kopfbügel und Ohrpolstern sowie einem leichten, verstellbaren Aufbau für lange Sessions. Meine erste lange Spiel-Session bestätigt genau diesen Eindruck. Sogar als Brillenträger finde ich das Headset angenehm. Die Kopfhörer sind auch nach langen Sessions kaum zu spüren.
Gerade das ist bei Gaming-Headsets oft der entscheidende Unterschied zwischen „ganz gut“ und „wirklich empfehlenswert“. Viele Modelle klingen ordentlich, drücken aber nach einer Stunde, werden warm oder fangen an, auf Brillenbügeln unangenehm zu sitzen. Beim RIG R5 Pro HS hat Nacon genau diese Alltagshürde erfreulich ernst genommen. Für mich ist das fast wichtiger als jedes Marketing-Schlagwort, weil man ein unbequemes Headset eben nicht schönhören kann.
Klang im Spiel
Klanglich setzt Nacon auf 40-mm-Treiber mit Graphen-Beschichtung, einen Frequenzbereich von 20 Hz bis 40 kHz und eine Optimierung für Tempest 3D AudioTech auf PlayStation. Das macht Klang sehr detailreich, mit solider Räumlichkeit, klaren Mitten und einem Bassfundament, das präsent ist, aber nicht alles überlagert.
Besonders für Shooter wie Battlefield 6 und andere Spiele, in denen Ortung eine Rolle spielt, war ich positiv überrascht. Das gab mir einen kleinen Vorteil, wenn ich genau wusste, aus welcher Richtung meine Gegner herkamen.
Schritte, Nachladen, räumliche Effekte und Dialoge profitieren oft mehr von kontrollierter Abstimmung als von künstlich aufgeblasenem Bass, und genau dort hat das RIG R5 Pro HS seine Stärke für mich.
Mikrofon und Ausstattung
Beim Mikrofon setzt Nacon auf ein flexibles Flip-to-Mute-Modell mit einem Bereich von 50 Hz bis 15 kHz. Mein Neffe hat die Sprachqualität bei ein paar Runden Fortnite testen können und beschreibt sie als absolut ordentlich für Game-Chat und Alltagskommunikation. Für Streaming oder aufwendigere Sprachaufnahmen sind aber weiterhin separate Mikrofone im Vorteil.
Interessant ist außerdem das magnetische Snap+Lock-System mit austauschbaren Seitenplatten und Ohrpolstern. Das ist kein zwingendes Killer-Feature, aber ein sympathischer Bonus, weil es dem Headset etwas Eigenständigkeit gibt und langfristig beim Komfort oder bei der Pflege sinnvoll sein kann. Diese Anpassbarkeit kann sogar für manche von euch ein echter Pluspunkt sein. Denn so könnt ihr das Headset etwas individueller gestalten.
Kleine Schwächen
Ganz perfekt ist das Gesamtpaket trotzdem nicht. Mein Neffe meinte, dass das Flip-to-Mute-Verhalten nicht immer hundertprozentig zuverlässig wirkte. Dazu kommt, dass das Headset trotz des guten Komforts natürlich an ein Kabel gebunden ist - was manche schätzen, andere aber als Rückschritt gegenüber Wireless-Modellen empfinden werden. Mir macht das rein gar nichts aus.
Für mich sind das insgesamt keine dramatischen Mängel, aber schon Punkte, die man sauber benennen sollte. Das RIG R5 Pro HS will kein Luxus-Flaggschiff sein, sondern ein starkes, fokussiertes Gaming-Headset in einer vernünftigen Preisklasse. Gerade deshalb fällt auf, wenn kleine Komfortfunktionen im Detail noch fehlen.
Fazit
Unterm Strich halte ich das Nacon RIG R5 Pro HS für ein sehr gelungenes kabelgebundenes Gaming-Headset, das seine Stärken vor allem dort ausspielt, wo viele Modelle im Alltag scheitern: beim Tragekomfort, bei der Langzeittauglichkeit und bei einem klaren, spielorientierten Klangbild. Besonders stark finde ich, dass sich dieser Komfort offenbar nicht nur auf dem Datenblatt gut liest, sondern in der Praxis tatsächlich spürbar ist - gerade auch für Brillenträger und für lange Abende vor Konsole oder PC.
Wenn man ein bequemes, ordentlich klingendes PlayStation-Headset sucht und mit Kabel gut leben kann, ist das RIG R5 Pro HS eine richtig gute Wahl im mittleren Preisbereich. Es ist kein überfrachtetes Technikmonster, sondern ein angenehm erwachsenes Headset, das einfach vieles richtig macht. Und manchmal ist genau das am Ende überzeugender als jedes blinkende Feature-Gewitter.
Webseite: nacongaming.com/de-DE/rig-r5-pro-hs