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Roguebook

Mysteriös, charmant und äußerst motivierend – diese Taktikperle haben wohl die wenigsten von euch auf dem Schirm.

Wie Bilder doch täuschen können. Nachdem ich die ersten Screenshots zu Roguebook gesehen habe, hatte ich mir schnell eine Meinung gebildet. Hier bekomme ich sicherlich eine Art Battle Island in moderner Fantasy-Grafik geliefert, oder? Nein, nicht ganz. Das kleine Software-Juwel von Nacon und Abrakam Entertainment hält viel mehr bereit als es den Anschein macht. Taucht mit mir ein in dieses spannende Bilderbuch.

Zufällige Reise

Bilderbuch? Ja, genau. Eure Reise beginnt in einem Buch, dem Roguebook. Dabei handelt es sich um das Buch der Überlieferung von Faeria. Und ihr seid darin gefangen. Um wieder aus dieser misslichen Lage zu kommen, müsst ihr euch Seite für Seite durchkämpfen. Doch kein Durchlauf ist wieder der andere – daher auch der Name Roguebook. Das Spiel ist nämlich roguelite, also zufallsgeneriert, aufgebaut.

Was ihr als erstes wissen solltet: Lasst euch bei den Screenshots nicht von den Sechsecken, in die die Spielwelt eingeteilt ist, beirren. Ihr bewegt euch nicht von Feld zu Feld, sondern lauft komplett flüssig über die Karte. Die Sechsecke dienen nur dazu, dass ihr wisst, welche Felder ihr noch nicht aufgedeckt habt. Aber fangen wir mal ganz vorne an, um euch nicht zu verwirren.

Lasst euch in die Karten schauen

Roguebook ist im Herzen ein Deck-Building-Spiel von den Machern von Magic: The Gathering. Ihr könnt hier also einiges an taktischen Elementen erwarten. Das Besondere daran: Roguebook mischt jedoch einige Genres wild durcheinander. So habt ihr Teile eines Rollenspiels mit dabei und eben den zufallsgenerierten Faktor. Der Rollenspielanteil äußerst sich dadurch, dass ihr während eurer Reise immer stärker werdet, indem ihr neue Karten findet. Zu Beginn startet ihr mit einer sehr übersichtlichen Anzahl von Karten ins Gefecht. Ideal, um Neulinge nicht gleich zu überfordern.

Heldin des Spiels ist zu Beginn die Kriegerin Sharra. Ihre Karten sind dazu ausgelegt Schaden zu verteilen und flink auf bestimmte Situationen zu reagieren. An ihrer Seite macht sich im ersten Anlauf Sorocco breit. Der bullige Krieger ist der ideale Tank und blockt, was das Zeug hält. Mit diesen beiden Charakteren startet ihr den ersten Anlauf.

Erster Anlauf? Ja, genau. Roguebook ist darauf ausgelegt, dass ihr wohl mehrere Anläufe braucht, um das Buch zu besiegen. Doch keine Sorge: Jeder Versuch macht euch stärker. Denn bei jedem Versuch schaltet ihr neue Fähigkeiten frei, die ihr beim nächsten Mal direkt zu Beginn nutzen könnt. Das nenne ich mal motivierend.

Seite für Seite mehr Spannung

Der Ablauf ist dann immer gleich: Ihr versucht euch Seite für Seite durch das Roguebook zu schlagen. Um eine Seite zu wechseln, solltet ihr durch ein Portal schreiten. Das Problem an der Sache: In und vor jedem Portal warten ziemlich dicke Gegner auf euch, die überwunden werden wollen. Bevor ihr also schnurstracks zum Portal lauft, solltet ihr die Gegend nach Gold, Artefakten und Edelsteinen erkunden. Diese machen euch letztlich nämlich stärker.

Aber auch hier gibt es ein kleines Problem: Ihr könnt die Karte nicht einfach frei erkunden. Zugedeckte Felder versperren euch den Weg. Zum Glück habt ihr aber einen magischen Pinsel mit dabei, der euch weiterhilft. Wenn ihr Tinte eingesammelt habt, könnt ihr manche der Felder aufdecken und darüber laufen. Manche der Felder enthalten Schätze, frische Karten für euer Deck oder andere Überraschungen. Auch kleinere Gegner können auftauchen. Ihr habt aber immer die Wahl, ob ihr kämpfen wollt oder nicht.

Während eurer Reise schaltet ihr nicht nur neue Fähigkeiten und Karten frei, sondern entdeckt sogar neue Mitstreiter. Diese haben komplett eigene Kartendecks. Der Spaß an Roguebook besteht daraus, mächtige Kombinationen zu kreieren. Welche Karten ergänzen sich? Welche unterstreichen meinen Spielstil? Alles Fragen, die mich zusätzlich motiviert haben.

Märchenhafter Look

Grafisch könnte Roguebook tatsächlich ein waschechtes Kinderbuch sein. Die Figuren samt Umgebungen sind wunderschön gezeichnet und verströmen dieses besondere Flair. Mir gefiel auch das fantasievolle Gegnerdesign, das mich immer wieder überrascht hat. Kurz gesagt: Ihr solltet das Spiel in Bewegung sehen, um zu verstehen, was ich meine.

Einen kleinen Kritikpunkt hätte ich allerdings noch: Der Einstieg ist für komplette Neulinge vielleicht ganz zu Beginn etwas hakelig. Denn Roguebook erklärt euch eigentlich nicht genau die Regeln – auch wenn sie nicht sonderlich schwer zu verstehen sind. Ihr werdet einfach ins Gefecht geworfen und sollt dann machen. Aber viel schiefgehen kann dabei eigentlich nicht. Also probiert es ruhig mal aus.

Fazit

Obwohl gerade tonnenschwere Blockbuster wie Elden Ring, Dying Light, Horizon: Forbidden West oder Dying Light 2 gerade den Markt beherrschen, hat Roguebook es dennoch geschafft, meine Aufmerksamkeit zu erregen – und das soll was heißen. Dieses zauberhaft fordernde und motivierende Taktikspiel hat mich in seinen Bann gezogen. Der leichte Einstieg samt der taktischen Tiefe hat mein Gamerherz erobert. Wer auf Spiele wie Slay the Spire, Magic: The Gathering und Co steht, sollte unbedingt einen Blick auf Roguebook werfen. So charmant habt ihr sicher noch kein Deck-Building-Game erlebt.

Erhältlich für: Xbox, Playstation, Switch, PC
Website: roguebook.net/de-DE