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Romancing Saga 2

Ihr steht auf Retro-Rollenspiele? Wie wäre es dann mal mit einem echten Klassiker?

Mit 24 Jahren zählt man nicht gerade zum alten Eisen, sondern geht als junger Erwachsener durch – wenn man ein Mensch ist. In der Welt der Spiele gilt ein Titel, der bereits ein Vierteljahrhundert auf dem Buckel hat, allerdings schon fast als Methusalem. „Romancing Saga 2“ ist solch ein Titel. Ursprünglich erschien das Spiel im Jahre 1993 in Japan für das Super Famicon (Super NES), erreichte unsere Breitengrade allerdings nie. Daher solltet ihr euch auch nicht wundern, wenn ihr vorher noch nie was von dem Titel gehört habt. Was ihr aber kennen könntet, ist der Name des Publishers: Square Enix. Genau: Das sind die Jungs, die mit „Final Fantasy“ gerade noch einmal die Kurve bekamen, ihr Studio retteten und nun bekannt sind für ihre rundenbasierten, japanischen Rollenspiele.

Hintergrundwissen schadet nie

Dabei ist „Romancing Saga 2“ eigentlich der fünfte Teil der Saga-Serie – etwas verwirrend, aber an dieser Stelle nicht sonderlich wichtig. Viel bedeutender ist die Tatsache, dass Square Enix es nun Spielern aus der westlichen Welt ermöglicht, in ihr Rollenspiel-Universum einzutauchen. Das Spiel mag sich auf den verschiedenen Konsolen kaum voneinander unterscheiden, allerdings fühlt sich das Ganze auf der Nintendo Switch irgendwie am „Natürlichsten“ an. Jäger nach Trophäen oder Gamerscore-Punkten können gerne zur PS4- bzw. Xbox One Version greifen. Doch lohnt sich das überhaupt? Storytechnisch geht es wie bei Spielen dieser Art mal wieder episch zu: Da bedroht ein böser Dämon das Schicksal der Welt, alle sind dem Untergang geweiht oder ein Held muss sich beweisen – kennen wir alles. Dreh- und Angelpunkt dieser Geschichte ist das Königreich Avalon, das im Norden der Weltkarte liegt. Anstatt die Geschicke eines bestimmten Charakters zu übernehmen, spielt ihr im Laufe der Story mehrere Generationen der Nachfahren von König Leon. Leons Nachfolger, sein Sohn Gellard, ist dabei noch vorgegeben.

Schreitet ihr weiter voran, so bleibt es dem Spieler überlassen, wer der nächste Erbe sein darf und welche Fähigkeiten dieser weitergeben soll – eine ziemlich coole Sache, die den Wiederspielwert ordentlich erhöht und sogar noch heutzutage eine interessante Mechanik darstellt. Rein optisch solltet ihr nicht viel erwarten. Manche Texturen wurden verschärft, aber das war es dann auch. Die Bewegungen sind klobig, die Charaktere auch und die Darstellung verströmt den wolligen Charme der Spiele aus den frühen 90er-Jahren. Inhaltlich blieb ebenfalls alles beim Alten – sofern ihr das am Anfang eures Abenteuers einstellt. Das Spiel fragt euch nämlich, ob ihr das Original spielen wollt oder eine leicht aufgemotzte Fassung, die zusätzlich ein paar neue Inhalte bietet. Mein Tipp: Wählt die neue Fassung, um euer Abenteuer so umfangreich wie möglich zu gestalten. Fast vergessen: Ein paar neue Effekte bei euren Angriffen und Zaubern haben die Macher dem Ganzen dann auch noch spendiert.

Ein Spiel auf mehreren Ebenen

Ran ans Eingemachte: Sicherlich denkt ihr, dass die Kämpfe das Herzstück von „Romancing Saga 2“ sind, oder? Fast! Die Kämpfe machen zwar einen ordentlichen Teil des Spiels aus, sind aber nur ein Pfeiler, auf dem sich das Spielgerüst abstützt – mehr zu dem anderen Standbein gleich. Kommen wir zunächst zu den Kämpfen: Diese finden auf sehr klassische Weise rundenbasiert statt. Soll heißen: Jeder Recke wählt eine Aktion für die Runde, wie „angreifen“, „blocken“, „zaubern“ oder sonstige Aktivitäten. Anschließend vollführt jeder Charakter, von denen ihr anfangs fünf dabei habt, seine Aktion – der Gegner macht das gleiche. Wer am Ende noch steht, hat gewonnen. So einfach ist die Sache. Erfolgreiche Kämpfe bescheren euch Erfahrungspunkte, Ausrüstungsgegenstände und Gold.

Erwähnenswert ist auch noch die Formation, in der ihr kämpft: Bestimmte Anführer verfügen über mehrere Formationen, die euch bestimmte Boni geben. Nette Sache. Aber Vorsicht: Stirbt einer eurer Figuren während des Kampfes, so kann es durchaus sein, dass er für immer weg ist. An seine Stelle rückt dann zwar ein neuer Held mit neuen Fähigkeiten, doch leider muss dieser erst einmal auf einen anständigen Level gebracht werden, damit er was taugt. So weit, so klassisch. Auch wenn es mich anfangs genervt hat, ist das Quatschen mit anderen Charakteren äußerst wichtig: Auf diese Weise erfahrt ihr mehr über euer Königreich und die Bedürfnisse euerer Bürger. Doch euer Königreich kann noch viel mehr: Sollet ihr erfolgreich fremde Gegenden auf der Karte erobern, so könnt ihr diese an euer Reich angliedern. Damit fließt mehr Geld in die Staatskasse, was wiederum zu einer besseren Forschung führt: Diese beschert euch neue Waffen, Rüstungen und Zaubersprüche – wenn das mal nicht cool ist?!

Fazit

Die 24 Jahre haben „Romancing Saga 2“ nicht sehr viel ausgemacht – sofern man sich auf die inhaltlichen Aspekte und den eigentlichen Spielablauf bezieht. Rein optisch ist das Ding natürlich weit weg vom Stand-of-the-Art heutiger Titel – macht aber auch nichts. Könnt ihr euch damit abfinden, dass die Grafik altbacken ist und es viel zu Besprechen gibt zwischen den Missionen, so kann ich euch diesen Titel wirklich wärmstens empfehlen. Als Fan von japanischen Rollenspielen zählt „Romancing Saga 2“ sicherlich zu einem der Spiele, das man sich mal angeschaut haben sollte. Denn im Herzen ist die Software noch ganz schön jung geblieben.

Erhältlich für: Switch, Xbox One, PS 4, PS Vita, PC, Android, iOS
Website: jp.square-enix.com/romasaga2/en