Klassischer Weihnachtszauber im Videospiel-Gewand: Mit „Rudolph the Red-Nosed Reindeer“ bringt Gamemill einen der unsterblichen Weihnachtsklassiker als familienfreundlichen 3D-Plattformer auf aktuellen Konsolen und PC zurück.
Die Vorlage ist das legendäre Stop-Motion-Special von 1964 – und schon im Menü schwappt einem der Nostalgie-Glitzer entgegen: Christmastown, die Insel der misstrauischen Spielzeuge und Santa’s Castle sind nur einige der liebevoll nachempfundenen Kulissen. Selbst der originalgetreue Soundtrack inklusive „Holly Jolly Christmas“ darf natürlich nicht fehlen.
Einfache Feiertagskost in winterlicher Optik
Das Gameplay orientiert sich an klassischen Plattformern, ist aber ganz klar auf eine sehr junge Zielgruppe zugeschnitten. Man steuert Rudolph, Clarice, Hermey oder Yukon Cornelius (jeder bringt eigene Spezialfähigkeiten mit, z.B. Fliegen, Springen oder Buddeln), sammelt Weihnachts-Sternchen, sucht kleine Geschenke und mimt in Minispielen den Festtagshelfer.
Die Aufgabe: Missionen im Auftrag von Santa oder den Elfen erledigen, kreatives Jump’n’Run mit freundlichen Weihnachtsbegegnungen verweben und dabei stets möglichst viel Weihnachtsfreude verbreiten. Später kommen Aufgaben in der Mountain Cave sowie knuffige Rätsel rund um Geschenke, Zahnpflege und Spielzeugwünsche hinzu. Und immer wieder sollt ihr dem bösen Yeti entkommen oder eine Falle stellen.
Gemeinsam Weihnachten retten
Wer es kooperativ mag, kann im lokalen Split-Screen die komplette Story im Team mit Kindern, Geschwistern oder Eltern bestreiten – Chaos und Gelächter sind in der bunten Rudolph-Welt garantiert.
Das Leveldesign ist dabei recht einfach und vom Anspruch her so gestaltet, dass auch die Kleinsten schnell Erfolgserlebnisse sammeln. Umgekehrt ist für erfahrene Gamer wenig Herausforderung geboten – selten gibt es knifflige Sprungpassagen oder tatsächliche Gameplay-Neuerungen.
Präsentation und weihnachtliche Schwächen
Optisch verneigt sich das Spiel vor der Vorlage: Die Charaktere und Umgebungen erinnern stilistisch an das herzliche Stop-Motion-Feeling, die Animationen sind niedlich, auch wenn einige Umgebungen etwas leer wirken. Aber man kann das Fell von Rentier Rudolph quasi spüren.
Die Sprachausgabe wurde gut eingefangen, wobei Soundeffekte und Score zum Fest einstimmen. Auch die Steuerung ist kinderleicht, Details wie das „Doppelsprung-Feature“ oder das Navigieren als Schneeball (bzw. als Snowman-Moderator) bringen für kurze Zeit etwas Abwechslung.
Wilde Kameraführung
Technische Macken gibt es dafür auch: Die Kamera reagiert oft hakelig, besonders bei Perspektivenwechseln, und manche Aufgaben wirken durch das Routing etwas umständlich – etwas Geduld und Erwachsenenguiding sind daher beim ganz jungen Publikum manchmal nötig.
Das Dialogsystem zwingt zuweilen auch dazu, Vorgänge doppelt anzuklicken, wenn Aufgaben bereits erledigt wurden. Trotzdem: Dank kurzer Level und simpler Aufgaben bleibt Frust selten bestehen.
Fazit: Lieber Rudolph, der Familienabend ist gerettet!
„Rudolph the Red-Nosed Reindeer“ von Gamemill ist für Nostalgiker und Kinder ein garantiert festlicher Einstieg ins Weihnachtsabenteuer. Die kultigen Schauplätze, der winterliche Look und die leichte Zugänglichkeit machen das Spiel zu einem echten Familien-Highlight unter dem Weihnachtsbaum – große Innovationssprünge oder knifflige Herausforderungen darf man aber nicht erwarten. Für festliche Gaming-Stunden, die vor allem Spaß an Stimmung und gemeinsamem Spielen suchen, ist das Game eine charmante Bescherung. Wer sich nach mehr Tiefe oder Hektik sehnt, nutzt den Abend lieber für einen Filmklassiker – hier steht fest: Der Stern am Spielehimmel glänzt vor allem für Kids und Weihnachtsfans.
Erhältlich für: Xbox, PS, PC, Switch
Webseite: gamemill.com/games/rudolph-the-red-nosed-reindeer