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Rugby 22

Eieiei: Für Fans des Sports die wohl beste Wahl – mit einigen Abstrichen.

Eigentlich habe ich mit Rugby nicht sonderlich viel am Hut. Okay, ich habe schon mal ein Rugby-Match gesehen – in Neuseeland – und fand es auch sehr unterhaltsam. Aber ansonsten hatte ich wenige Berührungspunkte mit dem Sport. Ursprünglich war auch geplant, dass mein Kollege Kim diesen Test schreibt. Da er aber nicht über eine Xbox Series X oder S verfügt, ich aber nur einen Code dafür hatte, musste ich ran. Das kann heiter werden.

Zunächst einmal: Mit Rugby 22 erscheint wieder einmal ein Ableger dieser Sportart auf dem deutschen Markt. In England, Neuseeland oder Australien erfreut sich dieser Sport besonders großer Beliebtheit. Bereits vor zwei Jahren durfte Eko Software unter Beweis stellen, was sie können – und haben ein ordentliches Spiel abgeliefert, wie es scheint. Nun bin ich also an der Reihe und tauche hier ein.

Kleine Englischstunde gefällig?

Gleich zu Beginn zwei kleine Hinweise für Neueinsteiger: Zunächst einmal müsst ihr nichts über den Sport wissen, sondern euch lediglich dafür interessieren. Also war ich in einer guten Ausgangslage. Die Regeln und die Steuerung bringt euch Rugby 22 in kleinen Tutorials Stück für Stück bei. Jedenfalls habt ihr schnell die Grundlagen gemeistert, um direkt ins Spielvergnügen einzusteigen. Oder anders gesagt: Nach den Tutorials wusste ich nicht viel mehr über die Regeln, aber zumindest, welche Knöpfe ich drücken muss.

Dann der zweite Punkt: Rugby 22 ist lediglich auf Englisch verfügbar. Ihr solltet also etwas die Sprache beherrschen, um richtig einsteigen zu können. Habt ihr die Trainingssessions gemeistert, kann der Spaß beginnen. Im Hauptmenü habt ihr die Wahl, ob ihr ein schnelles Spiel, eine Solo-Karriere in einer der über ein Dutzend Ligen oder lieber online gegen andere spielt. Zudem gibt es mit „My Collection“ und „My Squad“ genügend Möglichkeiten, um eure Teams individuell zu gestalten.

Leider gibt es nicht allzu viele Original-Lizenzen, was mir aber anfangs nicht auffiel. Nur beim angezeigten Kader vor den Spielen bemerke ich immer wieder, dass auf manchen Spielerpositionen ein Bild bei der Aufstellung gezeigt wird und bei anderen wieder nicht. Ihr solltet also eure Lizenzverwöhnten FIFA-Augen hier nicht unbedingt rausholen. Aber das passt schon. Es kommt ja auf die Spielmechanik an.

Level me up!

Ich starte mit dem Karriere-Modus: In vier Schwierigkeitsgraden könnt ihr euch zur Meisterschaft durchringen. Spieler leveln während der Karriere auf und natürlich ist immer mal wieder der Transfermarkt geöffnet. Eine solide Sache. Nur habe ich an dieser Stelle zwei Kleinigkeiten anzukreiden.

Denn warum und wie die Spieler aufleveln, ist nicht immer transparent. Manchmal machen sie einen Sprung nach vorne, ohne dass ihr wisst, warum eigentlich. Aber das lässt sich gut verschmerzen. Ein anderer Punkt fällt da schon stärker ins Gewicht, wie ihr gleich seht bzw. hört. Die Action auf dem Spielfeld ist Eko Software durchaus gut gelungen.

Animationen und Details befinden sich auf einem guten Niveau, wenn natürlich nicht vergleichbar mit Triple-A-Produktionen wie FIFA oder NBA2K. Dennoch macht Rugby 22 grafisch ordentlich was her – insbesondere im Vergleich zu seinem direkten Vorgänger aus dem Jahr 2020. Nur leider ist die Soundkulisse etwas „dünn“.

Viele mögen jetzt sagen, dass ihnen das nichts ausmacht, aber ich persönlich fand die Matches dadurch irgendwie „steril“. Ja, in Corona-Zeiten hat man sich daran gewöhnt. Aber das brauche ich nicht auch noch in Spielen, oder? Es ist ein merkwürdiges Gefühl, wenn die Fans nur manchmal zu hören sind und wenig Nebengeräusche existieren. Dafür ist die instrumentale Musikauswahl in den Menüs wirklich gelungen.

Frische Ideen

Spielerisch kommt jeder schnell ins Geschehen. Die Moves sind fix gelernt und dadurch entstehen schon bald gute Spielzüge, die zu Erfolgserlebnissen führen. Das passt also sehr gut. Mit gewonnenen Matches verdient ihr übrigens eine Ingame-Währung, mit der ihr neue Items oder Spieler-Packs freischalten könnt.

Gleich eine Entwarnung: Die Spieler-Packs können ausschließlich nur mit dieser Währung gekauft werden und nicht mit Mikrotransaktionen – die gibt es zum Glück hier nicht. Gut so! Noch so ein nettes Detail: In den Ladebildschirmen konfrontiert euch Rugby 22 mit interessanten Quizfragen. Beantwortet ihr diese richtig, bekommt ihr ebenfalls etwas Ingame-Währung dafür. Eine sehr motivierende Idee, die euch zudem noch mehr über den Sport beibringt.

Fazit

Rugby 22 scheint in allen Belangen seinem Vorgänger überlegen. Aber das Wichtigste: Ich hatte meinen Spaß damit, obwohl ich den Sport nicht sonderlich kenne. Spielerisch und inhaltlich befindet sich die Simulation von Eko Software auf einem soliden Niveau, das Fans und Neueinsteiger glücklich machen wird. Vergleicht das Ganze aber nicht mit Größen wie FIFA oder NBA2K. Alles wirkt hier holziger, wenn ich das mal so sagen darf. Aber Rugby 22 hat sein Herz am rechten Fleck. Die paar Kritikpunkte wie die dünne Soundkulisse und bessere Animationen sind etwas für zukünftige Ableger. Jedenfalls ist die Reihe auf einem sehr guten Weg, um sich fest in den Herzen der Fans zu verankern.

Erhältlich für: Xbox, Playstation, PC
Website: rugby-thegame.com