Rusty Rangers von Fantastica! und Games Harbor ist ein Indie-Titel, der sofort an die großen Klassiker der 90er erinnert. Der Pixelart-Plattformer verbindet das schnelle, präzise Gameplay von Titeln wie Dead Cells oder Castlevania mit modernen Roguelite-Elementen und einer Prise Metroidvania. Das Ergebnis ist ein temporeiches Abenteuer in einer chaotischen, technopunkigen Welt, in der jeder Durchlauf neue Herausforderungen und Überraschungen bereithält.
Abwechslung und Wiederspielwert
Im Mittelpunkt stehen sechs verschiedene Rangers, die jeweils mit eigenen Fähigkeiten und Spielstilen ausgestattet sind. Egal ob Nahkampf, Fernkampf oder Support – für jeden Geschmack ist etwas dabei. Die Dungeons werden prozedural generiert, sodass kein Run dem anderen gleicht.
Über 150 Items und Power-Ups laden zum Experimentieren ein: Kombiniert man die richtigen Boni, entstehen verrückte Synergien, die das Spielgefühl immer wieder frisch halten. Zwischen den Runs lassen sich Basis und Charaktere dauerhaft verbessern, was für langfristige Motivation sorgt. Alles sehr vorbildlich gelöst.
Die vier Biome sind abwechslungsreich gestaltet und bieten jeweils eigene Gegner, Fallen und Bosskämpfe. Besonders die Bossfights stechen hervor: Hier sind schnelle Reaktionen und cleveres Ausnutzen der eigenen Fähigkeiten gefragt. Neben der Hauptstory warten zahlreiche Nebenquests, versteckte Räume und kleine Geschichten, die das Abenteuer abrunden.
Steuerung, Technik und Atmosphäre
Die Steuerung ist präzise und reagiert flott, was für einen Action-Plattformer essenziell ist. Dank vollständiger Controller-Unterstützung fühlt sich das Spiel auf allen Plattformen – von Switch bis PC – rundum gelungen an. Auch keine Selbstverständlichkeit.
Die Optik begeistert mit liebevoll animierten Sprites, detailreichen Hintergründen und einem Soundtrack, der die Retro-Atmosphäre perfekt einfängt. Die Performance ist stabil, auch auf dem Steam Deck und älteren Konsolen läuft das Spiel flüssig.
Sprachgewirr: Bug oder Feature?
Ein kurioses Detail, das im Test auffiel: Trotz auf Englisch eingestellter Systemsprache tauchen in den Menüs immer wieder Begriffe und Optionen in anderen Sprachen auf, vor allem Russisch und Japanisch. Das wirkt nicht nur irritierend, sondern kann gerade in erklärenden Situationen oder beim Konfigurieren von Items und Fähigkeiten kurzzeitig für Verwirrung sorgen.
Auch die Geschichte ist so eher schwierig nachzuvollziehen- auch wenn es hier nicht viel Hintergründe gibt. Offenbar hat das Entwicklerteam hier noch Nachholbedarf bei der Lokalisierung – ein Patch wäre wünschenswert, damit die Menüführung so klar ist wie das eigentliche Gameplay. Denn so hat das Spiel doch einen faden Beigeschmack.
Fazit: Roguelite-Geheimtipp mit kleinen Macken
Rusty Rangers ist ein gelungener Indie-Plattformer, der mit Roguelite-Tiefe, abwechslungsreichen Charakteren und charmantem Retro-Look punktet. Die prozeduralen Levels, die Vielzahl an Items und die fordernden Bosskämpfe sorgen für langanhaltenden Spielspaß und hohen Wiederspielwert. Das Sprachchaos in den Menüs trübt das Gesamtbild zwar ein wenig, doch wer sich davon nicht abschrecken lässt, bekommt einen echten Geheimtipp für Fans von Action, Pixelkunst und Roguelite-Abenteuern.
Erhältlich für: Xbox, Switch, PS, PC
Webseite: store.steampowered.com/app/1599420/Rusty_Rangers