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RWBY: Arrowfell

Vier Mädels für ein Halleluja – auf dieses spaßige Metroidvania war ich nicht gefasst.

Ja, ich hatte schon mal von RWBY gehört. Nein, ich habe dem nie Beachtung geschenkt, weil mir das kryptische Kürzel unbewusst nie zugesagt hat. Wer kommt denn auf einen Titel wie RWBY? Und was bedeutet das eigentlich? Nach drei Minuten im Spiel von Entwickler und Publisher WayForward bin ich um einiges schlauer und frage mich, warum ich mir die Serie nie früher schon mal angeschaut habe. Woher meine Begeisterung rührt, erzähle ich euch nun.

Kleiner Rückblick

Kurz für alle, denen es so geht wie mir: RWBY entstand im Jahr 2013 als animierte Webserie und schaffte es bald in die Herzen vieler Anime-Fans. So entstand daraus eine Multimedia-Franchise, aus der Mangas, Bücher, Serien und eben Videospiele hervorgingen. RWBY ist nur ein Kürzel für die vier Hauptakteurinnen Ruby, Weiss, Blke und Yang. Gemeinsam bilden sie ein Team als so-genannte Huntresses, um die bösen Grimm aus der Welt zu vertreiben. Das mal der ganz grobe Rahmen.

Das Spiel RWBY: Arrowfell siedelt sich im Erzählstrang in Volume 7 an – was immer das heißen mag. Jedenfalls könnt ihr auch ohne Vorkenntnisse hier einsteigen. Denn grundsätzlich erwartet euch nämlich ein bezaubernder 2D-Sidescroller mit Rollenspiel bzw. Metroidvania-Elementen. Schon bei der ersten Szene hatten die vier Mädels mein Herz erobert. WayForward sorgt wieder mal für eine fantastische grafische Inszenierung, die einfach zum Dahinschmelzen ist. Ich liebe diesen Look. Sehr detailverliebt und hübsch animiert.

Jede eine Nummer für sich

Gleich im ersten Level lernt ihr die vier Damen mit ihren übersinnlichen Fähigkeiten genauer kennen. Jeder Charakter spielt sich leicht anders, was Abwechslung bringt. Spielt ihr im Solo-Abenteuer, dann könnt ihr per Knopfdruck fließend zwischen den vier Figuren hin und her wech-seln. Das geschieht entweder mit den vorderen Schultertasten des Controllers oder sehr elegant mit dem rechten Analogstick. Drückt ihr diesen nach oben, habt ihr Ruby, nach rechts ist Weiss im Einsatz, unten ruft Blake auf den Plan und links Yang. Dieses System ging später derart flüssig in mein Blut über, dass ich den Wechsel kaum noch merkte und intuitiv zur jeweiligen Figur transformierte.

Die Sache ist nämlich, dass jede Dame eine einzigartige Fähigkeit hat, die euch an bestimmten Stellen weiterbringt. Ruby kann über kurze Distanzen sprinten – auch in der Luft. Damit überquert sie größere Lücken als ihre Freundinnen. Weiss kann eine Plattform herzaubern, die sie an höhergelegene Stellen bringt. Blake zaubert ihren Schattenklon herbei, die an ihrer Seite kämpft. Yang haut drauf, wie kein zweiter. Damit kann sie dicke Felsen aus dem Weg räumen. Im späteren Verlauf verändern sich die Fähigkeiten etwas, damit ihr in Gebiete kommt, die ihr zuvor nicht besuchen konntet – so viel zum Metroidvania-Anteil.

Clevere Mechaniken

Ansonsten verfügen die Mädels über einen Nah- und einen Fernkampfangriff. Doch Vorsicht mit dem Fernangriff: Dieser verbraucht Aura. Aura bildet aber gleichzeitig auch euer Energieschild. Ist die Aura komplett aufgebraucht, raubt euch jeder gegnerische Treffer ein Herz – davon habt ihr zu Beginn nur drei. Ihr verballert mit den Fernangriffen also euren wertvollen Schutzschild. Daher sollte der Einsatz immer gut überlegt sein.

Kommen wir zum Mini-Rollenspielanteil: Auf eurer Reise durch die einzelnen Gebiete findet ihr immer wieder Fähigkeitskristalle. Diese braucht ihr, um eure einzelnen Status-Punkte zu verbessern. In den Kategorien Nahkampf, Verteidigung, Aurawiederherstellung und Fernkampf könnt ihr euch kontinuierlich steigern. Die Aurawiederherstellung ist dabei interessant, da sich dadurch ein Teil eures Schutzschildes automatisch wieder auffüllt – sehr praktisch.

Ein bisschen Freiheit

Die einzelnen Missionen werden nicht einfach nach und nach wie bei einem Mario und Co. präsentiert, sondern auf einer großen Gebietskarte. Ihr dürft dort immer wieder auswählen, wohin ihr als nächstes wollt. Zwischendurch könnt ihr auch den Händler besuchen oder zurück in bereits besuchte Gebiete, um etwas Münzen für den Shop zu farmen. Denn der Händler hat wertvolle Zusatzherzen, Fähigkeitskristalle oder weitere Objekte im Angebot.

Nicht nur die normalen Kämpfe fühlen sich gut an, auch die Boss-Fights sind interessant gestaltet. Die Kampfmuster sind zwar schnell gelernt, aber dennoch solltet ihr ein Auge auf eure Aura werfen. Die einzelnen Levels sind übrigens schön verschachtelt und leider ohne Karte, so dass ihr euch merken müsst, welchen Abschnitt ihr noch nicht besucht habt. Das lohnt sich meist, weil es viele versteckte Schatztruhen gibt.

Fazit

Ich muss es erneut betonen: RWBY: Arrowfell hat mich auf unterschiedliche Arten überrascht. Zum einen versteckt sich hier ein richtig guter Sidescroller und zum anderen fand ich die Story um die vier schlagkräftigen Charaktere echt interessant. Wäre dieser merkwürdige Name nicht, hätte ich vielleicht früher bereits einen Blick auf die anderen Spiele geworfen. Zum Glück bin ich nun aber eingestiegen. Solltet ihr auf Metroidvanias oder einfach nur hübsche, motivierende Sidescroller stehen, dann ist das hier definitiv einen Blick wert.

Erhältlich für: PC, Xbox, PS, Switch
Website: wayforward.com/rwby-arrowfell-now-available