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Samurai Academy: Paws of Fury

Fell, Katana und gemütliches Chaos.

Samurai Academy: Paws of Fury fühlt sich an wie das, was lizenzierte Tier-Actionspiele viel öfter sein sollten: leichtfüßig, verspielt und überraschend vielseitig statt lieblos zusammengeschustert. Warum ich das sage, erfahrt ihr in den kommenden Zeilen.

Ein hundsgemeiner Held in einer Katzenwelt

Im Mittelpunkt steht Hank, ein Samurai-Hund in einer Welt voller Katzen, der das Dorf Kakamucho und die umliegenden Regionen gegen die Armeen des Shoguns verteidigen muss. Ja, das klang für mich zunächst sehr merkwürdig - bis ich herausgefunden hatte, woher die Story stammt.

Die Geschichte knüpft an den Film „Paws of Fury“ bzw. „Samurai Academy“ an und spinnt sie als eigenständige, längere Kampagne weiter – mit animierten Cutscenes, vielen bekannten Gesichtern und einem Ton, der klar auf Familienunterhaltung und Slapstick abzielt. Auch wenn es nicht wirklich nötig ist, empfehle ich euch dennoch einen Blick auf den Film zu werfen, bevor ihr hier anfangt.

Offenes Hub statt Level-Fließband

Statt schnurrgerader Levelabfolge setzt das Spiel auf einen offenen Hub: Kakamucho und weitere Dörfer dienen als kleine, frei begehbare Areale, in denen du mit Bewohnern sprichst, Nebenquests annimmst, Shops besuchst und neue Gebiete freischaltest.

Von hier verzweigt die Kampagne in drei Spielarten: gemütliche Erkundung mit Sammelobjekten, Tower-Defense-artige Dorfverteidigungen und 2,5D-Prüfungen, die wie samurai-inspirierte Hindernisparcours funktionieren.

Diese Mischung verleiht dem Spiel ein eigenes Profil. Ein Moment noch plauderst du mit einem schrulligen Katzenmönch, im nächsten hämmert ihr Fallen in den Boden oder jagt in einem seitlich scrollenden „Samurai Trial“ über Dächer, Seile und Trampoline.

Simple Action, solide Abwechslung

Im Kern ist Paws of Fury ein leichtes 3D-Actionspiel: Ihr schlagt mit eurem Katana, weicht per Dash aus, setzt Spezialangriffe ein und nutzt ein kleines Arsenal an Gadgets wie Bomben oder Fernkampfwaffen. Die Steuerung ist zugänglich und verzeiht viel – ideal für jüngere oder weniger erfahrene Spieler –, bleibt aber responsiv genug, um im Koop zu zweit Spaß zu machen.

Richtig eigenständig wird es bei den Dorfverteidigungen. Wenn die Shogun-Armee aus Ninjas, Wikingern, Jetpack-Eliten und anderen Fellschurken anrückt, platziert ihr Fallen, Türme und explosive Überraschungen, bevor ihr selbst ins Getümmel springt. Diese Wellen-Modi sind nicht tief genug, um reine Tower-Defense-Fans langfristig zu fesseln, bringen aber angenehme Spannung und gruppentaugliches Chaos ins Spiel – besonders im lokalen Koop.

Die 2,5D-Prüfungen fühlen sich dagegen eher wie Geschicklichkeitstests an: Doppelsprünge, Luft-Dashes, Schwingeinlagen und schnelle Reaktionen sind gefragt. Hier glänzt das Spiel mit ordentlich Tempo und einer guten Portion Trial-and-Error, ohne je wirklich unfair zu werden.

Viel zum Tun, wenig Führung

Abseits der Kämpfe lädt die Welt zum Herumstreifen ein: Ihr sammelt Münzen, schaltet neue Ausrüstung und spielbare Charaktere frei, erfüllt Nebenaufgaben für Dorfbewohner und findet Geheimnisse, die das Reich vergrößern. Die Bandbreite reicht von simplen Botengängen bis zu kleinen Arena-Herausforderungen – nichts davon revolutionär, aber in Summe sorgt es für das Gefühl eines „vollen“ Familienabenteuers.

Genau hier liegt aber einer der Kritikpunkte: Die offene Struktur ist nett, aber das Spiel gibt nur vage Richtungen vor, wer als nächstes wichtig ist oder welche Mission die Story weiterbringt. Wer gern zielgerichtet spielt, kann sich zeitweise etwas verloren fühlen; wer einfach drauflos erkundet und alles anfasst, was leuchtet, hat weniger Probleme damit. Am Ende ist das Geschmacksache.

Cartoon-Charme mit kleinen Macken

Optisch setzt Samurai Academy: Paws of Fury auf buntes Cartoon-Design: knallige Farben, überzeichnete Animationen, sympathische Figuren und lebendige Dörfer mit mehrstöckigen Dächern, Tempeln und versteckten Plattformen. Besonders Rooftop-Sektionen und Seilrutschen sehen flott und einladend aus. Ganz wie das Vorbild.

Technisch gibt es dabei übliche B-Movie-Schwächen: Texturen, die aus der Nähe etwas grob wirken, gelegentliche Kamera-Mätzchen und Animationen, die nicht immer ganz sauber ineinandergreifen. Musik und Ambient-Sounds bleiben eher im Hintergrund, stützen aber die entspannte, familienfreundliche Stimmung.

Schwierigkeitsgrad und Zielgruppe

Schwierigkeitsmäßig richtet sich das Spiel klar an Familien und jüngere Spieler:innen: Gegner verzeihen Fehler, Checkpoints sind großzügig gesetzt, und auch in den Prüfungen wächst der Anspruch moderat statt sprunghaft. Wer fordernde Action oder präzise Plattformer-Perfektion sucht, wird hier nicht glücklich. Wer seinen Kids ein zugängliches, aber nicht völlig seichtes Action-Abenteuer bieten will – oder selbst entspannt durch eine bunte Fell-Samurai-Welt ziehen möchte –, ist genau im Sweet Spot.

Und dann muss ich noch hervorheben, dass der Umfang deutlich über das hinausgeht, was man von einem typischen Lizenzspiel erwarten würde: Eine vollwertige Kampagne, Koop-Modus, ordentliche Missionsvielfalt und ein fairer Preis machen Paws of Fury im Familienregal unerwartet attraktiv.

Fazit: Überraschend rundes Fell-Samurai-Abenteuer

Samurai Academy: Paws of Fury ist kein perfektes Actionspiel, aber ein sympathisches, vielseitiges Familienabenteuer, das seinen Lizenzursprung für einmal nicht zur Schwäche, sondern zur Stärke macht. Der Mix aus offenem Hub, Action, Tower-Defense-Einlagen und 2,5D-Prüfungen sorgt für angenehme Abwechslung, und gerade im lokalen Koop entfaltet das Spiel seinen vollen Unterhaltungswert.

Kamera- und Steuerungsmacken, die etwas diffuse Progression und mittelmäßige Grafikdetails verhindern, dass es ganz nach oben ins Action-Regal klettert. Wer jedoch mit der Erwartung an „leichte, abwechslungsreiche Fell-Action zum Zurücklehnen“ herangeht statt an einen Hardcore-Samurai-Slasher, bekommt ein gutes, gutgelauntes Paket – ideal für entspannte Abende in Kakamucho.

Erhältlich für: Xbox, PS, PC, Switch 
Webseite: https://samuraiacademygame.com