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Samurai Shodown

Der Tradition verpflichtet: Lass uns kämpfen!

Der Test zu „Samurai Shodown“ war so ein Aha-Erlebnis, wie es selten hatte. Dazu muss ich ganz kurz ausholen: In meiner Jugend ging das allererste „Samurai Shodown“ aus dem Jahre 1993 völlig an mir vorüber. Das von SNK entwickelte Prügelspiel heimste zwar etliche Top-Wertungen ein, ließ mich aber absolut kalt – aus einem einfachen Grund: Ich besaß keine Neo-Geo- oder 3DO-Konsole.

Weder hatte ich einen Freund, der eine besaß. Wir daddelten damals lieber mit Mario und Co. Mit dieser Vorgeschichte ging es also auch an die Neuauflage von „Samurai Shodown“ – ich hatte keinerlei Erwartungshaltung beziehungsweise Erinnerungen an das Original.

Der Schein trügt

Aus meiner Sicht war das hier ein nett gemachtes, dennoch bockschweres Prügelspiel. Dabei spielt sich „Samurai Shodown“ recht langsam, fast behäbig. Allerdings braucht ihr ein verdammt gutes Timing, um euren Kontrahenten in Grund und Boden zu schlagen.

Nur bei meinem allerersten Kampf der Kampagne war der Computergegner noch so gnädig und unterwarf sich meinem Button-Mashing. Ab dem zweiten Kampf sah die Sache ganz anders aus – ich hatte kaum eine Chance. Warum das so war, wurde mir erst bewusst als mich ein Kumpel besuchte.

Brandon, seines Zeichens ein wahrer Beat’m-Up-Enthusiast, entdeckte „Samurai Shodown“ auf meiner Festplatte und war sofort Feuer und Flamme. Beim Starten des Spiels gab er mir in Turbo-Manier einen Rückblick auf seine Erfahrungen mit dem Original. Um es kurz zu machen: Er hat es damals gesuchtet! Also kannte er sich aus.

Und wie seine Augen strahlten als er die Auswahl des eigenen Charakters durchforstete. „Mann, das ist wie damals. Nur in hübsch!“, schwärmte Brandon und nah den Charakter, mit dem er damals die meiste Zeit verbracht hatte. Völlig locker schaffte er es ohne einzige Niederlage in die vierte Runde der Kampagne – davon konnte ich nur träumen.

Endlich der Durchbruch

Er verriet mir, dass es auf eine gute Deckung, Timing und das Lesen des Gegners ankommt, um erfolgreich zu sein. Die etwas langsameren Bewegungen machen es tatsächlich möglich, dass ihr die Angriffe eurer Gegner sekundenbruchteile vor der Ausführung erkennen könnt.

Pariert ihr dann und schlagt mit einem Konter zurück, sieht es für euren Kontrahenten ziemlich übel aus. Schnell wuchs meine Faszination. Ich verstand plötzlich, worauf es ankam. Als ich dann selbst wieder an den Controller durfte, war es wie ein neues Spielerlebnis. „Samurai Shodown“ hat schon seinen Charme, den man erst entdecken muss.

Optisch ist es eine wilde Manga-Fahrt mit schick animierten Charakteren. Allerdings braucht es etwas Zeit und – wie ich selbst feststellen durfte – etwas Hintergrundwissen, um einen in seinen Bann zu ziehen.

Fazit

Persönlich hat die wunderbare Neuauflage dieses Klassikers mein Interesse geweckt und habe mir sogar das Original „Samurai Shodown“ für die Xbox One zugelegt. Aber Achtung: Ich dachte, dass die Neuauflage brutal sei, doch das Original ist noch unerbittlicher.

Daher widme ich mich derzeit lieber der Neuauflage und fuchse mich in die einzelnen Charaktere rein. Vielleicht schaffe ich es dann auch aus eigener Kraft das Ende der Kampagne zu erreichen. Zumindest zerlege ich jetzt meine Kumpels am Zockerabend, wenn wir gemeinsam eine Runde „Samurai Shodown“ wagen – auch ein gutes Gefühl.

Erhältlich für: PS4, Xbox One
Website: snk-corp.co.jp/us/games/samuraishodown