Unterhaltung Games

Sega Mega Drive Collection

Der Traum eines jeden Jugendlichen wird endlich wahr – wenn auch fast dreißig Jahre zu spät.

Ich muss die Eingangszeile etwas relativieren: Als Jugendlicher und Videospiel-Enthusiast war es immer schon mein Traum gewesen, dass ich sämtliche Spiele meiner Lieblingskonsole besitze – oder zumindest die meisten. In meinem Fall war das jedoch Nintendos SNES und nicht etwa ein Sega Mega Drive. Irgendwie hatte niemand aus meinem Bekanntenkreis ein SMD. Warum? Das weiß ich auch nicht so genau. Auch wenn ich mit Nintendo groß geworden bin, so wusste ich um die Existenz von Sega und dessen Gerätschaften. Das also nur als kleine, persönliche Einführung.

Entscheidung vertagt

Es ist allerdings noch gar nicht so lange her, dass ich im Elektrofachmarkt meines Vertrauens vor einer Sega-Mega-Drive-Retro-Konsole stand, auf der rund 50 Spiele vorinstalliert waren. Ich grübelte ernsthaft darüber nach, wie sich das Gerät wohl in meinem Regal machen würde. Doch der leicht erzürnte Blick meiner Frau nahm mir die Entscheidung über einen Kauf ab. Nun – kein halbes Jahr später – komme ich also doch noch in den Genuss dieser von mir verpassten Klassiker in Form der „Sega Mega Drive Collection“.

Auf der Disc (in meinem Fall für die Xbox One) befinden sich knapp über 50 Spiele aus längst vergangenen Tagen. Darunter Klassiker, wie „Sonic The Hedgehog“, „Golden Axe“ oder „Alex Kidd“ – zumindest vom Namen her kannte ich ein paar dieser Titel. Die Vorfreude war groß.

Ein Raum aus einer anderen Zeit

Gleich zu Beginn erwartet euch ein sehr nettes Intro das Lust auf die kommende Spielesammlung macht. Und schwups lande ich in einem animierten Jugendzimmer, das als Hauptmenü fungiert – eine sehr nette Idee. Das Ganze hätte in der Animation vielleicht noch etwas feiner gerendert werden können, aber das Konzept dahinter ist klasse: In einem prall gefüllten Spieleregal, wie ich es als Kind nie zu träumen gewagt hätte, stehen die Perlen aus dem letzten Jahrhundert.

Fein sortiert, in alphabetischer Reihenfolge, kann ich mir aus den über 50 Titeln einen raussuchen und ihn dann in die Konsole unter dem Röhrenfernseher stecken. Wie ich das Spiel anschließend genießen will, darf ich selbst entscheiden: Der Emulator hält ein paar Grafik- und Präsentier-Optionen bereit, die vom klassischen 4:3-Original bis hin zu einer hochskalierten Version mit leichter Kantenglättung reicht. Ich bleibe lieber beim Original.

Meine ersten Gehversuche sind jedoch eher bescheiden: „Alex Kidd“ (war eben das erste Spiel in der Reihe) ist heutzutage kaum noch richtig genießbar. Das Konzept ist ziemlich in die Jahre gekommen, wenn auch spaßig anzuschauen, dass man immer wieder gegen Gorillas „Schere, Papier, Stein“ spielen kann – abgedreht. So wie „Alex Kidd“ geht es übrigens einigen der Spiele in der Kollektion, was mich jetzt nicht sonderlich verwundert hat.

Dennoch hält die Sammlung ein paar Überraschungen bereit: Spiele wie „Sonic“ oder „Golden Axe“ sind auch heute noch sehr unterhaltsam, wenn auch teilweise bockschwer. Da wir ja inzwischen ziemlich verwöhnt sind, was den Schwierigkeitsgrad bei Spielen angeht, haben sich die Entwickler bei Sega aber was einfallen lassen:

Ähnlich wie bei der genialen „Rare Collection“ gibt es auch bei der „Sega Mega Drive Collection“ die Möglichkeit, jederzeit das Spielgeschehen zurückzuspulen. Dadurch entschärft ihr die ein oder andere brenzlige Situation. Außerdem könnt ihr zu jedem Zeitpunkt speichern und das Spiel beruhigt abbrechen, um in einen anderen Titel hineinzuschauen.

Darf es ein wenig knackiger sein?

Als kleines Extra hat sich Sega für fast jedes der besagten Spiele eine Herausforderung ausgedacht: So müsst ihr in „Columns“ mitten im Spiel noch den Punktestand retten, euch bei „Golden Axe“ gegen zwei Minotauren wehren, ohne zu sterben oder einen Level in unter zwei Minuten absolvieren. Egal, welche Herausforderung ich begonnen habe, sie waren allesamt ziemlich knackig – herausfordernd eben. Hut ab, wer alle meistert.

Fazit

Eigentlich muss ich nicht mehr über diese gelungene Spielesammlung sagen, außer, dass ihr sie als Videospiel-Fan unbedingt haben solltet. Die Aufmachung in Form eines Jugendzimmers (samt cooler Videospielplakate) ist eine erfrischende Art, wie man eine solch umfassende Sammlung präsentieren kann. Die Spiele selbst sind allesamt Urgesteine der Videospielgeschichte, von denen einige schlechter, andere eher besser gealtert sind. Alles in einem aber ein sehr lohnender Trip in die Vergangenheit.

Erhältlich für: PS4, Xbox One, PC
Website: megadriveclassics.sega.com