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Selfloss

Eine spirituelle Reise zwischen Mythos und Magie.

Wenn ihr nach einem Spielerlebnis sucht, das weit über gewöhnliche Unterhaltung hinausgeht, dann seid ihr bei Selfloss genau richtig. Als ich das Spiel von Goodwin Games zum ersten Mal startete, ahnte ich nicht, welch emotionale Achterbahnfahrt mich erwarten würde.

Die Welt von Selfloss

Die Spielwelt ist eine poetische Interpretation slawischer und isländischer Mythologie. Jede Landschaft erzählt eine Geschichte - von nebelverhangenen Sümpfen, die Geheimnisse zu verbergen scheinen, bis hin zu majestätischen Wasserfällen, die die Seele des Spielers berühren. Der Kunststil erinnert an Post-Impressionisten wie Vincent van Gogh, mit weichen Farbübergängen und einer fast surrealen Bildsprache. Ihr seht schon: Es geht hier sehr künstlerisch zu.

Kazimir ist mehr als nur ein Spielcharakter. Er verkörpert die spirituelle Reise der Selbstheilung. Als alter Heiler, der mit seinen eigenen Wunden kämpft, durchquert er eine Welt zwischen Realität und Mythologie. Seine Bewegungen sind anfangs schwerfällig, was seine innere Zerrissenheit perfekt symbolisiert.

Magisch unterwegs

Das Herz von Selfloss ist der magische Stab – ein spielerisches Novum, das die Grenzen traditioneller Spielmechaniken sprengt. Ihr könnt den Stab unabhängig von Kazimir steuern, was völlig neue Puzzle- und Kampfstrategien ermöglicht. Stellt euch vor: Ihr lenkt den Stab durch enge Felsspalten, während Kazimir an einer anderen Stelle verharrt. Diese Mechanik erfordert taktisches Denken und räumliche Vorstellungskraft. Anfangs ungewohnt, aber man gewöhnt sich dran.

Die Kämpfe sind keine klassischen Hack-and-Slay-Momente. Sie gleichen eher rituellen Auseinandersetzungen, bei denen Heilung wichtiger ist als Zerstörung. Jede Begegnung fühlt sich wie ein Dialog an – zwischen Schmerz und Vergebung, zwischen Konflikt und Lösung.

Die Rätsel in Selfloss sind keine Hindernisse, sondern Metaphern für innere Heilungsprozesse. Manchmal müsst ihr Erinnerungen rekonstruieren, manchmal Energieströme lenken. Jedes Rätsel erzählt einen Teil von Kazimirs Geschichte. Ziemlich interessanter Ansatz.

Wundersame Performance

Technisch ist Selfloss ein Paradox. Auf der Nintendo Switch läuft es größtenteils flüssig, mit gelegentlichen Rucklern, die jedoch die Immersion nicht brechen. Die PS5-Version hätte mehr aus den DualSense-Controllern herausholen können. Auf der Xbox gibt es meines Wissens keine Probleme.

Die Soundkulisse ist ein Meisterwerk für sich. Sanfte Gesänge, die an alte slawische Rituale erinnern, vermischen sich mit ätherischen Instrumentalklängen. Jeder Ton erzählt eine Geschichte, jedes Geräusch trägt zur emotionalen Tiefe bei.

Nicht alles ist perfekt. Die Animationen von Kazimir wirken manchmal unbeholfen und erfahrene Gamer könnten die langsame Erzählgeschwindigkeit als zu gemächlich empfinden. Aber genau das macht Selfloss so besonders: Es ist kein Spiel für schnelle Erfolge, sondern eine Einladung zur Reflexion.

Fazit

Selfloss ist mehr als ein Spiel – es ist eine spirituelle Erfahrung. Es lädt euch ein, tiefer zu blicken, zu heilen und zu verstehen. Für alle, die Spiele als Kunstform begreifen, ist dies ein absolutes Muss. Empfohlen für Spieler, die mehr als pure Unterhaltung suchen. Für alle, die bereit sind, sich auf eine emotionale Reise einzulassen.

Erhältlich für: Xbox, Switch, PS, PC

Webseite: mergegames.com