Als ich das erste Mal von Serial Cleaners hörte, dachte ich, dass das Spiel schon längst auf dem Markt sei – kein Wunder, denn der Quasi-Vorgänger von Serial Cleaners unterscheidet sich nur um einen Buchstaben vom Nachfolger. Serial Cleaner stammt aus dem Jahr 2017. Doch keine Sorge: Die Macher:innen von Draw Distance entwickelten hier ihr ganz eigenes Abenteuer, das keinerlei Vorkenntnisse benötigt. Willkommen in der Welt der Mafia – nur aus einer anderen Perspektive.
Der Pferdekopf auf dem Bett
Ihr kennt sicherlich diese Filme, in denen ein Pate seine Untergebenen bittet, das Problem zu beseitigen. Doch was, wenn der Job gemacht und die Zielperson eliminiert ist? Genau dann treten die Tatortreiniger auf den Plan – nur eben nicht im Dienste der Polizei. Und genau diesen Job müsst ihr bei Serial Cleaners übernehmen. Ihr schlüpft in die Haut von Bob, Psycho, Lati und Viper.
Willkommen in den wilden 1990er-Jahren. In einem fiktiven amerikanischen Städtchen wird hin und wieder gemordet. Ein Glück, dass es Leute wie Bob gibt. Der Griesgram kümmert sich mit seinem Team dann um die Drecksarbeit bzw. Sauberarbeit. Serial Cleaners präsentiert sich als Stealth-Spiel der etwas anderen Art. Hier gilt es nicht etwa Leute heimlich um die Ecke zu bringen oder Schätze zu stehlen, sondern darum alle Spuren zu beseitigen – und das macht eine Menge Spaß.
Individuen wie Tag und Nacht
Nach einem kurzen Tutorial lernt ihr die komplette Bande kennen: Bob ist sozusagen der Anführer, während Psycho der etwas weniger intellektuelle Kerl ist. Lati steht auf absolute Sauberkeit und Viper kann die Finger nicht von Computern lassen. Mit diesen vier Individuen geht es dann zu unterschiedlichen Aufträgen.
Bevor wir zum eigentlichen Gameplay kommen, muss ich die Story loben: Hätte nie gedacht, dass sich hier eine wirklich unterhaltsame Geschichte verbirgt. Nachdem ihr das Spiel beendet habt, werden euch die vier teils sehr klischeehaften Charaktere sicherlich ans Herz gewachsen sein – mehr verrate ich euch aber nicht. Trotz der etwas angestaubten Optik, versprüht Serial Cleaners jede Menge Charme. Das liegt sowohl an den netten Dialogen als auch am eigentlichen Gameplay – womit wir endlich beim Kernstück des Spiels wären.
Nur keine Beweise hinterlassen
In jeder Mission müsst ihr einen Tatort so sauber wie möglich machen. Und lasst euch bei eurer Arbeit ja nicht erwischen. Denn überall lauern Feinde, meist in Form von Gesetzeshüter:innen, auf euch. Ihr solltet also heimlich vorgehen und eure Talente nutzen. Jeder der vier Charaktere hat seinen ganz eigenen Spielstil. Die Levels richten sich meist optimal an einen der vier, was ihr tunlichst ausnutzen solltet.
Bob zum Beispiel kann gut Leichen schleppen und anschließend sehr schnell auf deren Blutlachen gleiten. Das ist manchmal nötig, wenn es fix gehen muss. Lati sieht das natürlich gar nicht gerne und packt ihren Staubsauger aus: Dieser reinigt alles picobello, macht aber auch mächtig Lärm. Die isometrische Draufsicht auf das Geschehen lässt euch aber wissen, wie weit der Lärmradius geht. So könnt ihr besser planen. Apropos planen: Serial Cleaners stattet euch zudem mit einem Tatort-Blick aus. Sobald ihr diesen aktiviert, zoomt die Kamera etwas raus und markiert wichtige Objekte und Personen im Level. So behaltet ihr stets den Überblick.
Was zu Beginn noch recht leicht von der Hand geht, wird in späteren Levels zur spaßigen Herausforderung: So muss Viper ihre Gegner mit geschickten Hacking-Angriffen ablenken, durch Schächte klettern oder sich flink verstecken. Psycho hingegen ist da eher der Mann fürs Grobe und liebt seine Kettensäge. Sobald er die auspackt, könnt ihr Leichen in praktisch zu transportierende Teile zersägen. Aber das Ganze macht nicht nur jede Menge Krach, sondern lässt Lati ihre Haare zu Berge stehen, wenn sie auf die Sauerei schaut.
Fazit
Ablenken, verstecken, Beweise vernichten – schnell kommt ihr bei Serial Cleaners in einen angenehmen Flow, der für die kurze Spieldauer zu unterhalten weiß. Auch wenn die Grafik sehr polygonarm daherkommt, ist das Ganze unheimlich charmant verpackt. Aus dieser Perspektive habt ihr sicher noch kein Stealth-Abenteuer gezockt – außer den Vorgänger vielleicht. Dass sich dann noch eine spannende Story dazugesellt, setzt diesem Spielchen die Krone auf. Serial Cleaners ist bei Weitem nicht das perfekte Spiel, aber es macht schon verdammt viel Spaß – und das ist doch das Wichtigste. Damit macht euch Serial Cleaners ein Angebot, das ihr nicht ablehnen könnt.
Erhältlich für: PC, Xbox, PS, Switch
Website: drawdistance.dev/serial-cleaners