Das Multiversum ist in Gefahr. Mental ist zurück. Und statt einfach nur einen Sam Stone loszuschicken, gibt es diesmal gleich mehrere davon. Sicher ist sicher. Serious Sam: Shatterverse setzt die bekannte Shooter-Reihe in einen kooperativen Roguelite-Rahmen und lässt euch mit bis zu fünf Spielern durch ständig wechselnde Arenen ballern. Natürlich nimmt die Reihe dadurch einige popkulturelle Franchises aufs Korn.
Die Grundidee ist typisch Serious Sam: große Waffen, viele Gegner und möglichst wenig Zeit zum Nachdenken. Nur der Aufbau ist diesmal deutlich moderner und zufälliger.
Sam im Paralleluniversum
Mental bedroht nicht mehr nur eine Welt, sondern gleich mehrere Dimensionen. Deshalb wird Sam Prime von verschiedenen Versionen seiner selbst unterstützt. Ihr schaltet unter anderem Cartoon Sam und Alien Sam frei, wobei jede Variante eigene Spezialfähigkeiten und Sprüche mitbringt.
Die Handlung ist dabei eher Vorwand als Hauptattraktion. Das passt aber durchaus zur Serie. Serious Sam war schließlich nie dafür bekannt, euch mit langen Charakterdramen vom Schießen abzuhalten. Ein paar flotte Sprüche, eine absurde Bedrohung und schon geht es wieder los.
Ballern, sammeln, verbessern
Die Runs führen euch durch zufällig zusammengestellte Arenen und unterschiedliche Biome. Ihr besiegt Gegner, sammelt Erfahrung und wählt nach jedem Levelaufstieg neue Verbesserungen aus. Dazu kommen Run-Modifikatoren, Waffen-Upgrades und permanente Freischaltungen zwischen den Durchläufen.
Die Kämpfe selbst bleiben schnell und direkt. Ihr rennt, springt, schießt und versucht, nicht von den Gegnerhorden überrollt zu werden. Die Waffen fühlen sich wuchtig an, und Treffer machen ordentlich Spaß. Aber das bin ich auch so gewohnt von der Marke.
Im Koop mit bis zu fünf Spielern funktioniert das Konzept besonders gut. Dann wird aus dem ohnehin chaotischen Gefecht ein gemeinsames Feuerwerk. Einer lockt die Gegner an, der nächste erledigt die Fernkämpfer, und irgendwo dazwischen explodiert vermutlich gerade ein ganzer Minotaurus.
Nicht alles ist ernst zu nehmen
Shatterverse nimmt sich selbst natürlich nicht besonders ernst. Die alternativen Sams kommentieren das Geschehen, machen sich gegenseitig an und sorgen für die typische Mischung aus Action und Blödelei. Das passt zum Comic-Splatter-Ton, auch wenn manche Dialoge zu bemüht witzig sind.
Optisch geht das Spiel einen farbenfroheren Weg als einige frühere Serious-Sam-Ableger. Es sieht nicht übermäßig realistisch aus und läuft dadurch sogar besser als manche technisch schwerfälligeren Vorgänger. Der Comic-Stil passt grundsätzlich gut zur Idee des Shatterverse.
Wo die Horde ins Stocken gerät
Wirklich positiv fand ich das schnelle Gunplay und der große Koop-Modus. Allerdings hätte die Progression besser sein können. Das hier hat mich etwas gestört: wiederholende Arenen und ein Grind, der neue Sams und Waffen zu langsam freischaltet.
Auch die Gegner-KI sorgt für Ärger. Einige Feinde bleiben an Objekten hängen oder reagieren nicht richtig, während sich Bosskämpfe durch zu viele Lebenspunkte ziehen können.
Fazit
Serious Sam: Shatterverse ist ein unterhaltsamer Koop-Shooter mit einer ungewöhnlichen Roguelite-Struktur. Das Schießen macht Spaß, die verschiedenen Sams bringen etwas Abwechslung und fünf Spieler sorgen für ordentlich Chaos.
Allerdings wirkt das Spiel stellenweise flacher, als es seine große Multiversum-Idee erwarten lässt. Die Progression zieht sich, manche Arenen wiederholen sich zu schnell und die Technik ist nicht überall sauber.
Wenn ihr Serious Sam vor allem wegen der unkomplizierten Ballerei mögt und ein paar Freunde für gemeinsame Runs habt, könnt ihr hier einige unterhaltsame Stunden verbringen. Für ein wirklich starkes Comeback fehlt dem Shatterverse aber die letzte Konsequenz. Mental darf ruhig weiter zittern. Sam Prime hätte trotzdem gern etwas mehr geliefert.
Erhältlich für: Xbox, PS, PC
Webseite: serioussam.com