Unterhaltung Games

Session: Skate Sim

Die Bretter, die die Welt bedeuten – diesmal mit hoher Lernkurve.

Die Älteren erinnern sich bestimmt noch an die Tony-Hawk-Spiele, die uns vor knapp zwei Jahrzehnten jährlich aufs Neue unzählige unterhaltsame Spielstunden beschert haben. Und wohl kaum eine Randsportart erfuhr auch nur ansatzweise eine derartige Beliebtheit. War damals alles sehr stark arcade-lastig, wird uns nun im Jahr 2022 eine knallharte Simulation kredenzt. Hat Session: Skate Sim auch einen ähnlichen Entertainment-Faktor? Wir haben es getestet.

Rauf aufs Brett – keep on rollin'!

Session: Skate Sim gilt schon seit einigen Jahren als potenzieller Anwärter auf den Thron der Skate-Spiele. Seit 2019 ist das Spiel im Early Access anspielbar, während es durch das kanadische Entwicklerteam von Crea-ture Studios an allen Ecken und Enden weiter verfeinert wird. Session ist ganz klar in die Sparte Simulation einzuordnen – hier ist nichts mit riesigen Sprüngen und Tricks, die jedes Gesetz der Physik ignorieren. Vielmehr steht ein realitätsgetreues Skategefühl an erster Stelle, und genau das wurde auch umgesetzt.

Und wie für eine Simulation typisch bedarf die Steuerung auch ein wenig Eingewöhnung, was nicht als negativer Punkt verstanden werden darf. Die beiden Beine des Skater werden nämlich mit den beiden Sticks gesteuert – der linke Fuß mit dem linken Stick, und der rechte Fuß mit dem rechten Stick. Für einen Kickflip müsst ihr beispielsweise den linken Stick nach links bewegen und dabei gleichzeitig den rechten Stick runterdrücken.

Und nach diesem Schema lassen sich dann auch komplexere Tricks ausführen, die dann die im wahren Leben dann auch schwieriger zu meistern sind. Gelenkt wird dann übrigens mit den beiden Schultertasten, und je tiefer ihr die jeweilige Schultertaste nach unten drückt desto enger nimmt euer Skater die Kurve.

Allgemein lässt sich die Steuerung als sehr präzise beschreiben, und auch Skate-Anfänger finden durch insgesamt vier Schwierigkeitseinstellungen einen angenehmen Einstieg. Besonders ans Herz gelegt sei jedem übrigens das umfangreiche Tutorial zu Beginn.

Nach einigen Durchgängen findet man sich durch die steile Lernkurve immer besser zurecht und mehr und mehr Tricks und Combos reihen sich in das Repertoire ein. Die Kameraperspektive ist dabei recht nah am Board platziert – für einen anderen Blickwinkel lässt sich diese aber auch anderweitig einstellen.

Tolle Schauplätze für eure Tricks

Natürlich habt ihr nicht bloß einen Schulhof mit ein paar Geländern für eure Session parat sondern bereist vielmehr mit New York, San Francisco und Philadelphia drei verschiedene Städte, in denen insgesamt 44 Areale auf euch warten. Unter anderen – und das musste ich für diesem Bericht zugegebenermaßen recherchieren – bekannte und für den Skatesport relevante Schauplätze wie den Pier 7 in SF oder die Brooklyn Banks in NY. Allesamt recht originalgetreu und liebevoll nachempfunden.

Allgemein bieten die Areale euch eine große Abwechslung – mal ein Parkhaus, eine Straße oder einen belebten Platz. Anders als bei der Tony Hawk-Reihe sucht ihr aber vergeblich nach allzu unrealistischen oder spektakulären Settings, denn wie auch bei beim Gameplay steht auch beim Leveldesign der Realismus an erster Stelle. Das soll natürlich nicht heißen, dass die Areale langweilig sind, denn wer sucht, wird schon interessante Spots für tolle Trick-Combos finden.

Des Weiteren bleibt Session: Skate Sim auch so etwas wie ein Work-in-progress Titel, an dem kontinuierlich weiter gefeilt wird – wie eingangs erwähnt gibt es ja das Spiel ja schon seit knapp drei Jahren im Early Access. So ist der Umfang noch recht überschaubar und auch einen Onlinemodus gibt es noch nicht.

Fazit

Skateboarding ist kein einfacher Sport. Hinter jedem erfolgreichen Ollie oder Flip stecken Dutzende von Fehlversuchen, Fails und Stürzen, und genau deshalb fühlt man sich nach jedem gestandenen Trick umso besser. Eben dieses befriedigende Gefühl hat Crea-ture Studios mit Session: Skate Sim eingefangen und bietet eine knallharte Simulation, bei der ihr unrealistisch hohe Sprünge und minutenlange Trickserien à la Tony Hawk vergeblich sucht.

Genau das Richtige also für diejenigen, die sich gern intensiv mit der Steuerung und der Spielmechanik befassen. Einen Mainstream-Erfolg mag ich für Session nicht vorhersagen, denn dafür wird der Dauerspaß aufgrund der kurzen Story und des (noch) fehlenden Onlinemodus zu gering ausfallen.

Erhältlich für: PS, Xbox, PC
Website: crea-turestudios.com