Lo Wang ist wieder da. Der sympathische, aber auch völlig durchgeknallte Held aus der Shadow Warrior Reihe darf nun auch durch den dritten Teil führen. Dabei regnet es derbe Sprüche und Kugeln. Bei dem Ego-Shooter aus dem Hause Devolver bleibt kein Auge trocken – leider aber auch mit einem leichten Beigeschmack.
Actionreiches Vorfühlen
Diesmal durfte mein Kumpel und Arbeitskollege Sebastian P. wieder ran an die Tastatur. Denn Sebastian bekam vor dem offiziellen Release bereits die Möglichkeit ins neuste Shadow Warrior 3 auf dem PC reinzuschnuppern – wobei schnuppern untertrieben ist. Denn ratzfatz war er mit dem Abenteuer durch, was schon mal für den Unterhaltungsfaktor spricht. Schauen wir uns das genauer an.
Über die Story will ich gar nicht so viel verraten. Nur so viel vielleicht: Lo Wang bekommt mal wieder einen super Grund geliefert, um tausende Dämonen auseinander zu schnetzeln. Mit seinem Katana und einer umfangreichen Auswahl an Waffen geht es in den Kampf. Den Vergleich, den Sebastian dabei immer zieht, trifft genau ins Schwarze: Hier kommt der asiatische Deadpool. Denn was die Action und schwarzhumorigen Sprüche angeht, stehen sich Lo Wang und Deadpool in nichts nach.
Genuss für Ohren und Lachmuskeln
Dabei muss man aber erwähnen: Shadow Warrior 3 hat lediglich eine englische Tonspur – und die ist äußerst gut vertont. Deutsche Untertitel helfen beim Verständnis. Wenn Lo Wang aber am Erzählen der völlig absurden Story ist, dann konnte ich mir kaum ein Lachen verkneifen. Den Humor muss man einfach mögen – und mir gefällt er.
Aber auch das spielerische Prinzip trifft genau meinen Nerv. Shadow Warrior 3 ist ein ziemlich rasantes Spielchen, bei dem es im Sekundentakt zur Sache geht: Es wird geballert, gesäbelt und flink durch die schlauchartigen Level gerannt. Dabei ist das Waffengefühl mal wieder eine Wucht. Jeder abgegebene Schuss fühlt sich unglaublich befriedigend an. Seid ihr nun vielleicht über das Wort schlauchartig gestolpert? Ja, Shadow Warrior 3 ist im Gegensatz zu Shadow Warrior 2 ein deutlicher Rückschritt – und das in vielerlei Hinsicht.
Und täglich grüßt die Katanaklinge
Zum einen wäre da das Leveldesign: Grundsätzlich haben wir es hier mit sehr hübsch gestalteten Arealen zu tun, in die Lo Wang reingeworfen wird, alles dort abschnetzelt und dann weiter ins nächste Areal wandert. Nur leider wiederholt sich das bis zum Ende immer und immer wieder. Im Vorgänger konnten wir noch wesentlich mehr auf Erkundungstour gehen und einige Geheimnisse entdecken. Das geht bei Shadow Warrior 3 leider nur noch sehr begrenzt.
Nicht falsch verstehen: Shadow Warrior 3 macht eine Menge Laune. Nur hat uns Devolver in Teil 2 vielleicht zu sehr verwöhnt und ist nun einen Schritt zurückgegangen. Das merkt man auch bei der Anzahl der Waffen und deren Upgrade-Möglichkeiten: Auch hier wurde der rote Stift angesetzt. Dennoch habt ihr einige Möglichkeiten, um Lo Wang nach euren Wünschen zu formen.
Das wäre ja noch alles locker zu verkraften, wenn es nicht eine merkwürdige Designentscheidung geben würde: Einen Koop-Modus sucht ihr leider vergebens. In Teil 2 durftet ihr noch gemeinsam mit einem Freund die dämonischen Horden niederstrecken – das würde sich auch hier bestens anbieten. Denn zu zweit steigt die Unterhaltungskurve in luftige Höhen. Schade für diese verpasste Chance. Aber ein Patch könnte dies sicherlich in Zukunft beheben.
Locker-leichte Unterhaltung
Kommen wir wieder zu den positiven Aspekten: Bei Shadow Warrior 3 vergeht die Zeit wie im Fluge. Die Kampagne habt ihr in rund neun Stunden durch – je nachdem, auf welchem Schwierigkeitsgrad ihr spielt. Hier eine kleine Anmerkung: Bereits auf dem normalen Schwierigkeitsgrad habt ihr bei den dicken Gegnern ordentlich zu ackern, um diese zu bezwingen. Die Balance ist nicht immer ganz fair.
Die relativ kurze Spielzeit könnte man zwar auch als negativen Kritikpunkt anmerken, aber ich finde es völlig okay, dass Shadow Warrior 3 nicht künstlich gestreckt wurde. Für zwischendurch macht das Spiel also eine hervorragende Figur.
Fazit
Shadow Warrior 3 ist ein sehr spaßiger Actiontrip mit äußerst unterhaltsamen Zwischensequenzen und einem Helden, der nicht richtig tickt. Wer generell auf Shooter steht, sollte unbedingt einen Blick riskieren. Die Spielmechaniken aus dem Vorgänger wurden dabei aber leider etwas zurückgeschraubt. Insbesondere der fehlende Koop-Modus stieß uns übel auf. Doch insgesamt befindet sich Shadow Warrior 3 damit immer noch auf einem sehr guten Unterhaltungsniveau, das sich mit einigen Patches sicherlich nochmal steigern ließe. Bis dahin schnappe ich mir mein Katana und schnetzel ein paar Dämonen – alleine.
Erhältlich für: Xbox, Playstation, PC
Website: shadowwarrior.com