Die Story dieses Jump&Runs ist nicht sonderlich neu oder innovativ – dient sie doch lediglich als Vehikel für die 20 Level in dem netten Spielchen. Im Grunde kann Kramer eigentlich nicht sonderlich viel – was er auch oft eindrucksvoll unter Beweis stellt. Neben laufen, Schalter bedienen und hüpfen, beherrschte der putzige Roboter bei mir besonders eins: Sterben. Immer wieder zerlegte es mich in einem Abgrund, wenn das merkwürdige Sprungverhalten mir erneut Steine in den virtuellen Weg warf. Aber immer der Reihe nach. Kommen wir zuerst mal zum generellen Spielablauf.
Haushalten ist oberstes Gebot
Kramer hat zu Beginn eines jeden Levels nur eine begrenzte Energie. Diese verbraucht er beim Springen und minimal beim Laufen. Daher solltet ihr euch – besonders in den späteren Missionen – genau überlegen, ob ihr wirklich hüpfen wollt oder nicht. Ist die Energie nämlich aufgebraucht, klappt der kleine Kerl zusammen: Game Over. Ein bisschen was hat dieses Spielprinzip von EAs „Unravel“, wobei ihr dort auf euren Faden zu achten habt. Aber wieder zurück zu „Shiny“: An bestimmten Checkpoints könnt ihr eure Energie wieder aufladen – allerdings nicht beliebig oft. Die Zahl über der Station verdeutlicht euch, wie oft ihr von dieser Stelle erneut beginnen könnt, bevor der gesamte Level wiederholt werden muss. So weit, so gut.
In den insgesamt 20 Missionen könnt ihr außerdem immer wieder versteckte Bereiche finden, an denen sich eure Kumpels aufhalten. Diese füllt ihr dann mit Energie auf und freut euch, dass sie überlebt haben. Außerdem warten im Verlauf der Kampagne einige Power-Ups auf euch, mit denen ihr kurzzeitig besondere Fähigkeiten entfesseln könnt: Das Schutzschild zum Beispiel ist sehr praktisch, um herabfallende Gegenstände abzublocken, die euch sonst ausknocken würden – verbraucht allerdings wertvolle Energie. Nach einer gewissen Zeit dürft ihr euch sogar für ein paar Sekunden überladen: Dadurch habt ihr unbegrenzt Energie, lauft schneller und dürft hüpfen, so oft ihr wollt. Sehr hilfreich an einigen Stellen.
Ruhig bleiben und durchatmen!
Was mich allerdings ein paar Nerven kostete, war die Steuerung selbst: Kramer ist nicht nur ein Roboter, er bewegt sich auch so – hakelig und nicht immer elegant. Das Sprungverhalten ist zu Beginn nämlich sehr gewöhnungsbedürftig. Was Mario mit punktgenauen Hopsern blenden vormacht, versucht Kramer durch plumpe, ungenaue Platscher zu kopieren. Ich brauchte einige Missionen bis ich den Dreh einigermaßen heraus hatte. Etwas mehr Ärger hatte ich allerdings mit der Hitbox des Roboters: Ich bin mir immer noch nicht sicher, wie nah oder weit ich von Objekten entfernt sein darf, damit sie mir nicht schaden. Manchmal raste ein Stein einen Millimeter an meinem Metallgehäuse vorbei – nichts passierte. Ein anderes Mal war kam ein Felsbrocken gefühlt einen Meter neben mir zum Stehen – plumps, Kramer ging in die Knie und war k.o., obwohl ich noch genügend Energie hatte. Etwas merkwürdig. Davon abgesehen hatte ich aber meinen Spaß an den kleinen Hüpfeinlagen und dem niedlichen Roboter.
Fazit
Wer zwischendurch mal die Lust auf ein solides Jump&Run verspürt, der kann mit „Shiny“ eigentlich nicht viel falsch machen. Das Spiel plantscht im Mittelbereich des Genres munter vor sich hin, ohne den großen Blockbustern gefährlich zu werden. Die technischen Ungereimtheiten gehen meines Erachtens in Ordnung, wenn man bedenkt, dass das Entwicklerteam von „Garage 227“ sehr überschaubar ist. Auch wenn der kleine Roboter mal ungewollt den Abgang macht, steht er doch schnell wieder auf seinen klapprigen Beinen. Allzu viel Frust sollte da nicht aufkommen – gut so.