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Ship of Fools

Eine Bootsfahrt, die ist lustig, eine Bootsfahrt, die ist … ganz schön gefährlich – aber dennoch unterhaltsam.

Da schippert man einfach mal durch die Gegend und will die Umgebung genießen, plötzlich taucht ein gigantischer Krebs auf und will das Schiff in Schutt und Asche legen – kennt man sicherlich aus eigener Erfahrung, oder? Jedenfalls gibt es bei Ship of Fools, dem Werk aus dem Hause Fika Productions und Publisher Team17, noch weitaus größere Gefahren. Ein Glück, dass ihr Hilfsmittel an Bord habt. Lasst uns mit diesem Koop-Spielchen in See stechen.

Ernst ist hier nur die Herausforderung

Ship of Fools zeigt bereits im Namen, wohin die Reise geht: Eure Besatzung ist nicht die hellste. Dafür sind die beiden Anfangscharaktere aber direkt sympathisch. Jedenfalls landet ihr ungewollt an einem Strand auf – nicht wissend, was passiert ist. Schon gleich danach trefft ihr einen netten Typen, mit dem ihr auf See geht. Und dort beginnt die Action, weil ihr mitten im Tutorial steckt.

Das Spielprinzip ist schnell erklärt: Ihr müsst euer Schiff verteidigen. Aber ganz so einfach ist das nicht. Dazu habt ihr mehrere Möglichkeiten. Sobald ein Feind, wie eine wilde Seeschnecke zum Beispiel, auf dem Schiff landet, könnt ihr in den Nahkampf gehen: Mit eurem Besenstiel haut ihr um euch und verteilt Schläge. Doch das Teil kann auch noch andere Tricks: Mit dem Besenstiel könnt ihr Geschosse zurückschießen oder auch ankommende Feinde wieder zurück ins Wasser bugsieren. Ganz schön praktisch. Allerdings gibt es noch andere Verteidigungsmöglichkeiten.

Ballerspaß mit schweren Kugeln

Auf eurem Schiff sind zu Beginn zwei Kanonen befestigt. Eine zeigt nach steuerbord, die andere nach backbord. Mit diesen Kanonen könnt ihr auf Feinde vernichten oder auf Abstand halten – je nach Größe der Viecher. Aber die Kanonen zielen nicht automatisch auf Feinde – zumindest nicht, wenn ihr zu zweit spielt. Jede Kanone muss manuell ausgerichtet und abgefeuert werden. Das geht im Grunde auch ganz leicht. Nur hat jede Kanone nur eine Handvoll Schuss. Zum Nachladen müsst ihr in die Mitte des Schiffes laufen und euch Kanonenkugeln schnappen. Danach habt ihr wieder ein paar Schuss. Das waren mal die Grundlagen.

Ship of Fools verfeinert dieses Prinzip aber noch. Auf eurem Schiff befinden sich anfangs drei, später bis zu fünf Podeste. Auf jedes Podest könnt ihr ein Item abstellen. Zu Beginn wäre das beispielsweise der unendliche Kanonenkugelnachschub. Aber auch Harpunen, Brandkugeln oder Planken könnt ihr darauf platzieren. Was das soll? Ganz einfach: Sobald ein Objekt darauf steht, ist es einsatzbereit. Stellt ihr es irgendwo anders auf dem Schiff ab, fliegt es runter, sobald ihr ins nächste Gebiet kommt. Also müsst mit Bedacht wählen, was ihr aktiviert und was nicht. Dabei könnt ihr im Gefecht aber auch jederzeit wechseln.

Wie der Zufall so will

Spielerisch läuft Ship of Fools wie folgt ab: Ihr startet einen Einsatz und segelt aus dem Hafen. Unterwegs trefft ihr auf verschiedene Monster, die euch immer in einem kleinen Gebiet auflauern. Habt ihr das Gebiet gemeistert, dürft ihr wählen, wo es auf der Karte als nächstes hingehen soll. Die Gebietskarte ist dabei immer zufällig zusammengewürfelt. Allerdings kommt ihr nicht unendlich weiter: Während ihr von links nach rechts auf der Gebietskarte schippert, kommt eine düstere schwarze Wolke von rechts nach links auf euch zu. Irgendwann trefft ihr unweigerlich darauf. Dann heißt es „Boss-Kampf!“

Bei den Bosskämpfen ist Teamwork gefragt: Nur mit der richtigen Taktik und Geschick erledigt ihr diese Meeresgiganten. Beispielsweise einen riesigen Kraken, der mit seinen Tentakeln das Schiff auseinandernimmt. Sobald er genügend Löcher in den Rumpf gerissen hat, zerbricht das Schiff und das Abenteuer endet. Mit genügend Planken könnt ihr den Untergang des Schiffs hinauszögern. In solchen Gefechten hat mich Ship of Fools stark an Overcooked und Konsorten erinnert – hektisch, aber unterhaltsam.

Jedes Ende ist ein neuer Anfang

Wenn ihr dann doch mal absauft, landet ihr wieder am Strand. Allerdings dürft ihr einige Beute nach jedem Anlauf mitnehmen. Damit verbessert ihr dann Schritt für Schritt eure Charaktere oder das Schiff. Die Motivationsspirale greift hier ziemlich schnell zu. Übrigens: Wenn ihr solo spielt, bekommt ihr tatsächlich eine Kanone, die automatisch schießt. Diese müsst ihr dann nur noch hin und wieder nachladen. Aber denkt nicht, dass es das einfacher macht.

Grafisch hat sich Fika Productions auf einen Comic-Stil eingeschossen, den ihr vielleicht aus Don’t Starve oder Cult of the Lamb kennen könntet. Mir persönlich sagt dieser bunte, in Pastellfarben gehaltene Stil durchaus zu. Für noch mehr Abwechslung schaltet ihr über die Zeit übrigens immer mehr Figuren frei, die jeweils einzigartige Fähigkeiten mitbringen. Für Langzeitmotivation ist also gesorgt.

Fazit

Ship of Fools ist ein durchaus chaotischer, aber auch sehr motivierender und unterhaltsamer Koop-Titel. Auch alleine könnt ihr hier euren Spaß haben, doch zu zweit macht das Abenteuer deutlich mehr Laune. Das ständige Verteidigen, Ausweichen und Bekämpfen von Gegnern mit Zufalls- und Glückselementen lässt kaum Langeweile aufkommen. Nur manchmal wird es recht hektisch und kann euch richtig fordern. Wenn euch die Lust nach einem motivierenden, aber auch kooperativen Abenteuer ist, dann könnte Ship of Fools genau euer Ding sein.

Erhältlich für: PC, Xbox, PS, Switch
Website: shipoffoolsgame.com/en