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Skyforge

Online-Rollenspiel im Fantasy-Gewand: Endlich dürfen sich auch Xbox One Spieler darum bemühen, ein waschechter Gott zu werden.

Als Xbox One Spieler aus Leidenschaft hatte ich von „Skyforge“ zwar schon mal gehört, aber es nie richtig auf dem Schirm – seit Anfang Dezember hat sich dies allerdings geändert: Denn fast ein Jahr nach dem Start des Spiels auf dem PC und der Playstation 4 dürfen nun auch Xbox One Besitzer in dieses umfangreiche Rollenspiel eintauchen – und das völlig kostenlos.

Aller Anfang ist schwer

Ob es nun an mir liegt oder an dem Genre des MMOs kann ich nicht genau sagen: Jedenfalls fällt mir der Einstieg in solche Online-Abenteuer immer recht schwer, da es viele Optionen gibt, die einen anfangs erschlagen. Bei „Skyforge“ war es nicht anders, obwohl mir das Tutorial schon mal die wichtigsten Spielelemente erklärt hat. Doch selbst nach mehreren Stunden auf dem Fantasy-Planeten Aelion habe ich noch nicht zur Gänze den Durchblick über all meine Möglichkeiten. Aber zumindest fesselt der Spielverlauf im Großen und Ganzen. Für alle, die gerne wissen möchten, was sie erwartet, kann ich an dieser Stelle eine grobe Übersicht über die Spielmechanik und den Verlauf geben, der mir sicherlich viel geholfen hätte als Frischling. Im Zentrum steht euer Recke, den ihr im Editor nach Lust und Laune anpassen könnt: Dieser wird – Achtung: Mini-Spoiler! – nach der ersten Einführungsmission getötet. Als ihr dann aber von einer Gottheit auserwählt werdet, erwacht euer Kämpfer zu neuem, (fast) unsterblichen Leben. Von nun an nimmt das Spiel Fahrt auf. Wer kein Geld investieren möchte, der kann aus drei verschiedenen Charakterklassen wählen: Mit dem zauberhaften Kryomanten, dem unterstützenden Lichthüter und dem robusten Paladin werden zumindest die wichtigsten Klassen abgedeckt. Insgesamt gibt es derzeit fünfzehn verschiedene Klassen, die ihr entweder mit echtem Geld oder hart verdienter Ingame-Währung kaufen müsst – immerhin wollen die Entwickler ja auch was verdienen. Aber dieses Geschäftsmodell geht meiner Meinung nach völlig in Ordnung, da niemand durch den Einsatz von echtem Geld gravierende Vorteile hätte. Bei der Wahl zur Charakter-Klasse müsst ihr jedoch nicht sonderlich lange überlegen, da das Spiel euch coole Freiheiten lässt: Während der Gefechte könnt ihr jederzeit zwischen den euch verfügbaren Charakteren munter hin- und herwechseln – nette Sache. Habt ihr also mal keine Lust auf den Kryomanten, dann macht eure Gegner doch einfach mit dem Paladin platt. Auf geht es zum eigentlichen Spielverlauf: Jetzt wird es allerdings etwas komplizierter …

Findet den roten Faden – und verliert ihn nicht!

Ja, es handelt sich hier um ein Online-Rollenspiel, bei dem tausende andere Spieler um euch herumirren – zumindest in der göttlichen Hauptzentrale. Bis ihr jedoch mit Freunden oder anderen Spielern gemeinsam ins Gefecht ziehen könnt, müsst ihr die ersten drei Missionen erledigen. Erst danach habt ihr die Möglichkeit mit anderen Spielern Aufträge gemeinsam zu erledigen. Hat bei mir etwas gedauert, bis ich das kapiert habe. Die einzelnen Missionen könnt ihr ganz leicht über den Reiter „Kampagne“ auswählen. Dort folgt ihr im Grunde dem „roten Faden“ beziehungsweise der Straße durch die einzelnen Gebiete – insgesamt sieben an der Zahl mit jeweils einer Handvoll Missionen. Je weiter ihr in der Hauptgeschichte voranschreitet, desto mehr Nebenmissionen oder Gebiete werden verfügbar. Meine Empfehlung: Spielt erst mal gemütlich alleine ein paar Missionen durch, um ins Spiel zu kommen und die Mechaniken zu verinnerlichen. Den Charakter, den ihr spielt, levelt durch das Erledigen von Gegnern und Aufträgen: Dabei schalten sich automatisch neue Fähigkeiten frei, auf die ihr dann zugreifen könnt. Unabhängig davon levelt aber auch euer Spielerprofil auf: Das bringt euch die Möglichkeit ein, neue Items zu entwickeln, neue Aufträge anzunehmen und bestimmt zudem über die Stärke eures Charakters. Soll heißen: Habt ihr bereits Level 30 in eurem Spielprofil erreicht, aber noch nie den Lichthüter gespielt, macht das nichts: Dank eures Spielerprofils teilt der Lichthüter bereits auf seinem niedrigen Entwicklungsstand schon ordentlich aus – klingt vielleicht verwirrend, ist aber ganz einfach.

Zusammen steigt die Laune

Richtig umfangreich wird es, wenn ihr mit anderen spielen wollt. Dann könnt ihr entweder die normalen Missionen gemeinsam angehen, in denen ihr wie in einem Action-Rollenspiel Massen an Monstern verdreschen dürft, oder ihr geht auf Sondermissionen, die speziell für mehrere Spieler designt wurden. Am Spielverlauf ändert sich dabei allerdings wenig: In den Missionen geht es meist darum, einen bestimmten, dicken Feind auszuschalten. Der Charakter wird aus der Third-Person-Perspektive gesteuert und per Knopfdruck löst er seine Attacken aus. Wie bei anderen Online-Rollenspiele üblich, braucht es dabei nicht so viel Geschick, sondern mehr taktisches Überlegen: Sobald ihr einen Feind anvisiert habt, landen eure Attacken automatisch auf ihm – ihr müsst also nicht zielen. Ausweichen solltet ihr allerdings – was jedoch per Druck auf den linken Analogstick recht gewöhnungsbedürftig ist. Habt ihr eine Mission überstanden, bekommt ihr Belohnungen in Form von neuer Ausrüstung oder Credits. Letztere könnt ihr im Tempel opfern, um neue Anhänger zu generieren. Wie gesagt: Es gibt echt viele Optionen… Kurz zu diesen Anhängern: Damit sind Menschen gemeint, die euch anbeten. Wenn ihr ein echter Gott werden wollt, braucht ihr schließlich eine umfangreiche Gruppe von Gläubigen. Bis ihr jedoch das Endgame erreicht und die ganz dicken Bosse angehen könnt, vergehen etliche Stunden. Diese sind – wie bei vielen Spielen dieser Art üblich – mit sehr viel Grinden verbunden. Damit ist gemeint, dass ihr in bereits besuchten Zonen erneut unzählige Gegner umhauen müsst, um im Level zu steigen. Das gehört wohl leider zum täglichen Heldenleben. Dafür haut die Optik viel raus: An manchen Stellen auf Aelion möchte man gerne verweilen und die Natur genießen – herrlich.

Fazit

Hübsche Optik, nettes Charakter-Design samt Steuerung und jede Menge Optionen – „Skyforge“ ist definitiv nichts, um es mal „kurz“ nebenher zu spielen, zumindest nicht am Anfang. Das kostenlose Online-Rollenspiel wartet mit einer Fülle an Inhalten auf, die einen zu Beginn etwas erschlagen, aber im späteren Verlauf zur Spieltiefe beifügen. Der Spielablauf selbst geht durch die unterschiedlichen Charakter-Klassen und der Möglichkeit, diese ständig zu wechseln, locker von der Hand und sorgt für kurzweilige Missionen. Erst, wenn es in Richtung Endgame geht, sind einige Grind-Sessions nötig, um eure Kämpfer auf einen ordentlichen Level zu befördern. Wer neue Charaktere möchte, gibt entweder etwas Geld aus oder investiert ein paar Stunden ins Spiel, um ihn dann auf diese Weise freizuschalten – ein faires System, wenn man bedenkt, dass „Skyforge“ völlig kostenlos zu genießen ist. Auch wenn ich eigentlich nicht so der MMO-Spieler bin, werde ich auf Aelion sicherlich noch ein paar Stunden verbringen.

Erhältlich für: PC, Xbox One, PS 4