Entwickelt von Red Square Games, versucht SlavicPunk: Oldtimer, uns in eine einzigartige cyberpunkische Welt mit slawischem Einschlag zu entführen. Mal schauen, wie sich die Umsetzung letztlich macht.
Düstere Vision
Die größte Stärke des Spiels liegt in seiner visuellen Präsentation. Die dystopische Stadt, eine Mischung aus bröckelndem Beton und grellen Neonlichtern, fängt die Essenz eines post-kommunistischen Cyberpunk-Szenarios gekonnt ein. Die Atmosphäre ist dicht und düster, mit einem Hauch von slawischem Sarkasmus, der dem Setting eine einzigartige Note verleiht. Auf den ersten Blick gewinnt SlavicPunk: Oldtimer meine Aufmerksamkeit.
Als isometrischer Shooter bietet SlavicPunk: Oldtimer eine Mischung aus Schleichen, Hacken und Kämpfen. Das Kampfsystem legt Wert auf Bewegung, Zielen und Deckung, unterstützt durch ein modulares Waffenupgrade-System. In der Theorie klingt das vielversprechend, in der Praxis hapert es jedoch an der Umsetzung.
Die Kämpfe fühlen sich oft repetitiv an, was durch die geringe Anzahl an Gegnertypen (nur drei plus ein fester Geschützturm) verstärkt wird. Das Fehlen von Fähigkeiten oder Verbrauchsgegenständen, die dem Kampfsystem Tiefe verleihen könnten, macht sich schmerzlich bemerkbar. Okay, ein paar Verbrauchsmittel gibt es in Form von Hacker-Angriffen. Damit können wir Gegner ausschalten oder gegeneinander aufhetzen. Aber so richtig haut mich das nicht vom Hocker.
Selbst gehackt?
Der größte Schwachpunkt des Spiels sind die zahlreichen technischen Probleme. Von Abstürzen über verschwundene Upgrades bis hin zu Gegnern, die aus dem Nichts auftauchen - die Liste der Bugs ist lang und beeinträchtigt das Spielerlebnis. Besonders frustrierend sind die Leistungsprobleme, die selbst auf High-End-PCs auftreten.
Die Geschichte um den Privatdetektiv Yanus, der einen Datendiebstahl aufklären soll, bleibt leider oberflächlich und klischeehaft. Trotz des interessanten Settings gelingt es der Erzählung nicht, den Spieler zu fesseln. Die Charaktere bleiben blass und entwickeln sich kaum. Allerdings gibt es viele coole Sprüche, die aus einem Actionfilm der 90er-Jahre stammen könnten. Das wertet das Ganze wieder etwas auf.
Mit einer geschätzten Spielzeit von etwa 7 Stunden ist SlavicPunk: Oldtimer relativ kurz. Das lineare Gameplay und das Fehlen von Nebenquests oder optionalen Inhalten bieten wenig Anreiz für einen zweiten Durchgang.
Fazit
SlavicPunk: Oldtimer ist ein Spiel voller ungenutztes Potenzial. Die faszinierende Spielwelt und die atmosphärische visuelle Gestaltung werden von technischen Problemen, repetitivem Gameplay und einer schwachen Story überschattet. Fans des Cyberpunk-Genres könnten einige interessante Ideen und visuelle Eindrücke mitnehmen, sollten aber ihre Erwartungen deutlich dämpfen. Mit mehr Feinschliff könnte hier aber noch ein richtig netter Shooter entstehen. Warten wir es mal ab.
Erhältlich für: PC, PS, Xbox
Webseite: store.steampowered.com/app/1820140/SlavicPunk_Oldtimer