Die Rückkehr der Scharfschützen-Action: Mit Sniper Elite: Resistance bringt Rebellion einen neuen Ableger der beliebten Scharfschützen-Serie auf den Markt. Der Titel spielt parallel zu den Ereignissen von Sniper Elite 5 und versetzt euch in die Rolle von Harry Hawker, einem Agenten des Special Operations Executive (SOE), der tief im Herzen des besetzten Frankreichs operiert.
Mit einer Mischung aus taktischem Third-Person-Kampf, Scharfschützen-Mechaniken und Zusammenarbeit mit der französischen Résistance verspricht das Spiel eine spannende Kampagne und zahlreiche Möglichkeiten, eure Missionen zu erfüllen. Doch kann Resistance die hohen Erwartungen erfüllen? Lasst uns mal durchs Zielrohr schauen.
Ein neuer Held gegen eine alte Bedrohung
In Sniper Elite: Resistance schlüpft ihr erstmals in die Rolle von Harry Hawker, einem britischen SOE-Agenten. Eure Mission ist klar: Eine geheime Nazi-Wunderwaffe, die den Kriegsverlauf zugunsten der Achsenmächte entscheiden könnte, muss zerstört werden. Unterstützt werdet ihr dabei von der französischen Résistance, mit deren Hilfe ihr strategisch wichtige Ziele infiltriert, hochrangige Offiziere eliminiert und wichtige Informationen sammelt.
Die Handlung entfaltet sich über neun Missionen, darunter Einsätze wie das Infiltrieren eines Gestapo-Hauptquartiers im Hotel Terminus oder das Sabotieren eines Sonderzugs. Die Geschichte ist spannend erzählt und bietet durch Zwischensequenzen und Funksprüche immer wieder Einblicke in die Zusammenarbeit zwischen Hawker und der Résistance. Besonders interessant sind die Propaganda-Missionen, bei denen ihr als Résistance-Kämpfer zeitkritische Aufgaben erledigen müsst – eine erfrischende Abwechslung zur Hauptkampagne.
Was mich persönlich tiefer hineingezogen hat in die Handlung, waren die kleinen Lebensläufe eurer Gegner. Visiert ihr einen Feind mit dem Zielrohr oder dem Fernglas an, so erscheinen neben dem Namen noch zwei, drei kurze Sätze zu der Person. Daher wisst ihr, dass Klaus eigentlich heiraten wollte, aber dann eingezogen wurde. Heinrich hingegen zockt seine Kameraden immer mal wieder ab und Jürgen quält Tiere. Das macht jeden Abschuss viel persönlicher - ungeachtet der Tatsache, wie Harry diese Infos durch reines Beobachten bekommt.
Freiheit und Präzision
Das Gameplay bleibt der bewährten Formel der Serie treu, bietet aber einige neue Elemente. Ihr könnt eure Missionen auf verschiedene Arten angehen: Schleichen, taktisches Vorgehen oder offene Gefechte – jede Herangehensweise wird unterstützt. Besonders die Möglichkeit, unterschiedliche Infiltrations- und Extraktionspunkte zu wählen, gibt euch viel Freiheit.
Die charakteristische Scharfschützen-Physik ist wieder ein Highlight. Wind, Schwerkraft und euer Puls beeinflussen jeden Schuss – besonders auf höheren Schwierigkeitsgraden eine echte Herausforderung. Die X-Ray-Kill-Cam kehrt ebenfalls zurück und zeigt in beeindruckender Zeitlupe die Zerstörungskraft eurer Treffer. Wem das zu krass ist, kann dieses Feature verringern oder komplett ausschalten.
Gemeinsam snipern
Die gesamte Kampagne kann auch im Koop-Modus gespielt werden. Hier könnt ihr Waffen und Gegenstände teilen sowie gefallene Kameraden wiederbeleben. Der Koop-Modus funktioniert reibungslos und macht besonders in den intensiven Gefechten gegen zahlreiche Feinde Spaß.
Neben den Hauptzielen gibt es zahlreiche Nebenmissionen und Sammelobjekte wie Propagandaplakate oder geheime Dokumente. Diese erweitern nicht nur die Spielzeit, sondern belohnen euch mit Erfahrungspunkten und neuen Waffenaufsätzen.
Authentizität trifft auf moderne Grafik
Grafisch überzeugt Sniper Elite: Resistance mit detaillierten Umgebungen und realistischen Charaktermodellen. Die Schauplätze – von urbanen Straßen über einen Staudamm bis hin zu weitläufigen Wäldern – sind atmosphärisch gestaltet und laden zum Erkunden ein. Besonders beeindruckend sind die Lichteffekte, die das Setting des besetzten Frankreichs lebendig wirken lassen.
Die Performance ist stabil, sowohl auf Konsolen als auch auf dem PC. Ladezeiten sind kurz, und auch im Koop-Modus gibt es keine spürbaren Einbrüche. Einzig kleinere Clipping-Fehler bei Gegnern trüben gelegentlich den Gesamteindruck.
Flexibel für jede Spielweise
Die Hauptkampagne umfasst neun Missionen und bietet je nach Spielstil eine Spielzeit von 6 bis 12 Stunden. Wer alle Nebenmissionen abschließt und Sammelobjekte findet, kann bis zu 20 Stunden investieren. Komplettisten, die auch Herausforderungen meistern oder den härtesten Schwierigkeitsgrad spielen möchten, können sogar bis zu 30 Stunden beschäftigt sein.
Der Multiplayer-Modus erweitert den Umfang zusätzlich: Neben klassischen PvP-Matches mit bis zu 16 Spielern gibt es auch den beliebten Invasionsmodus sowie einen Hordenmodus für bis zu drei Spieler. Dadurch verlängert sich der Spaß nochmals um mehrere Stunden.
Fazit: Ein gelungener Ableger für Fans der Serie
Sniper Elite: Resistance ist ein würdiger Ableger der Reihe, der mit einer spannenden Kampagne, taktischem Gameplay und beeindruckender Scharfschützen-Mechanik punktet. Die Zusammenarbeit mit der Résistance bringt frischen Wind ins Spielgeschehen, während der Koop-Modus für zusätzliche Unterhaltung sorgt. Zwar fehlt es an echten Innovationen im Vergleich zu früheren Teilen, doch Fans der Serie werden sich hier sofort wohlfühlen. Meine Empfehlung hat der Titel jedenfalls.
Erhältlich für: Xbox, PS, PC
Webseite: https://sniperelite.com/de