Ein Spiel über die wahre Liebe – wenn sich das mal nicht irgendwie abstrakt anhört. Doch „Solo: Islands of the Heart“ setzt das Thema Liebe in den Kontext eines Rätselspielchens, das sich mit den Elementen eines Adventures paart. Anders ausgedrückt: Ihr beginnt euer Abenteuer auf einer kleinen Inselgruppe mitten im Nirgendwo.
Um von einem Eiland aufs nächste zu gelangen, müssen Knobeleien erledigt werden, die allerdings nicht immer ganz offensichtlich sind – mehr dazu später. Zwischendurch stellt euch „Solo: Islands of the Heart“ immer wieder vor entscheidende Fragen zum Thema Liebe. Alles verpackt in einer zuckersüßen Comic-Optik. So mal der grobe erste Eindruck. Gehen wir tiefer in die Materie.
Große Fragen …
Das Ziel von „Solo: Islands of the Heart“ ist es sich mit dem Thema Liebe auf eine erwachsene Art auseinanderzusetzen – jedenfalls glaube ich das. Immer wieder, wenn ihr es mit den Fragen über das Thema Liebe und Beziehungen zu tun bekommt, regt mich das zum Nachdenken an.
Anfangs dreht es sich dabei nur um normale Fragen, wie „Steht ihr auf einen Mann oder eine Frau?“. Später jedoch müsst ihr tiefer in euch selbst hineinhören, wenn eure Reaktion auf bestimmte Situationen gefragt wird: „Könntet ihr euren Partner mit jemand anders teilen?“ – nur um ein kleines Beispiel zu nennen.
Diesen Aspekt von „Solo: Islands of the Heart“ finde ich äußerst gelungen und habe auch kein anderes vergleichbares Spiel auf dem Markt finden können. Allerdings gibt es da einen Haken an der Sache …
… fragliche Größe
So gut die Fragen auch sind, erschließt sich mir immer noch nicht ganz die Verbindung zwischen eben jenen Fragen und dem eigentlichen Gameplay. Warum muss ich auf diesen Inseln eigentlich umherlaufen und Rätsel lösen? Anfangs dachte ich noch, dass es irgendwie zusammenpasst, weil mich die Atmosphäre und die Fragen überrascht haben.
Doch je weiter ich mich durchgefuchst habe, desto merkwürdiger kam mir die Kombination der beiden Spielelemente vor. Denn die Rätsel sind nicht immer auf den ersten Blick offensichtlich. Es gab Momente, in denen ich wirklich einen Weile überlegen musste, wo hier das Rätsel versteckt ist, bevor ich mich an dessen Lösung machen konnte.
Ab und an fehlte mir dann auch die Erklärung einiger Spielelemente, die ich erst nach viel Herumprobieren herausfand – was vielleicht zur Spielerfahrung gehört. Mich hat es jedenfalls gestört. Am Ende ging der ständige Wechsel von Insel zu Insel so weit, dass mich die Rätseleinlagen regelrecht störten und nervten.
Ich wollte eigentlich direkt mit den nächsten tiefgreifenden Fragen zum Thema Liebe und Beziehung weitermachen. Es ist schon merkwürdig, wenn so etwas passiert.
Fazit
Bei „Solo: Islands of the Heart“ treffen Licht und Schatten aufeinander: Die Sache mit der Liebe macht das Spiel fast glänzend – und lässt mich tatsächlich immer wieder nachdenken, selbst wenn ich das Spiel längst verlassen habe.
Dann wiederrum habt ihr es mit Rätseln auf der anderen Seite zu tun, bei denen man sich über deren Design durchaus streiten kann. Für mich mutierten sie später sogar zu einem nervigen Störfaktor, der mich von den nächsten, spannenden Fragen fernhält.
Daher ist es schwierig zu sagen, ob euch das Spiel gefällt oder nicht. Solltet ihr ein dickes Fell haben, was das Rätseldesign angeht, könnt ihr einen Blick riskieren. Wenn nicht, dann wartet ein Weilchen – es wird sicherlich nicht das letzte Spiel seiner Art gewesen sein.
Erhältlich für: Xbox One, PS4, Switch
Website: mergegames.com