Unterhaltung Games

SolSeraph

Ein Spiel wie aus einer anderen Zeit: klassisch, aber dennoch erfrischend anders.

Also mit diesem Spiel hat mich Sega dann doch eiskalt erwischt: „Sol Seraph“ war nie auf meinem Schirm und traf mich mit voller Wucht. Anhand der Screenshots dachte ich an eine simples Tower-Defence-Game, aber da lag ich doch etwas daneben – naja, nicht ganz.

Ein Blick auf alte Zeiten

Wem sagt das Spiel „ActRaiser“ etwas? Bei mir hat dieser Titel ganz dunkle Erinnerungen geweckt. Der Titel „ActRaiser“ war mir zwar bekannt, aber ich bin nie in das SNES-Spiel eingetaucht – hätte ich wohl besser mal gemacht. Jedenfalls wandelt „SolSeraph“ deutlich auf den Spuren des SNES-Spielchens, das nicht mehr vielen bekannt sein dürfte.

Allein schon die Namensgebung mit zwei aneinander geschriebenen Hauptworten deutet darauf hin. Also stellt euch auf eine kleine Zeitreise ein. „SolSeraph“ ist eine merkwürdige Mischung von Genres: Es beginnt zunächst wie ein sehr klassischer, weil auch ziemlich harter, Platformer aus dem letzten Jahrhundert: In Form eines Engels bewegt ihr euch in typischer Jump&Run-Manier von links nach rechts und haut unterwegs alles mit eurem Schwert aus dem Weg.

Alternativ könnt ihr auch von eurem Bogen Gebrauch machen, sofern ihr genügend Mana zur Verfügung habt. Schon die Bewältigung des ersten Abschnitts hat mich einige Nerven gekostet, da euch „SolSeraph“ von Anfang an nichts schenkt. Hinzu kommt eine leicht schwerfällige Steuerung gepaart mit der äußerst kurzen Reichweite eures Schwertes. Doch nachdem der dicke Mini-Boss am Ende gefallen ist, tut sich plötzlich ein komplett neues Spielerlebnis auf.

Schöne, neue Welt

Ohne euch vorzuwarnen befindet ihr euch auf einer Weltkarte und steuert einen stilisierten Engel. Ein bisschen was hat das von „Siedler“ oder Peter Molyneuxs „Black & White“. Mit dem Engelchen baut ihr Siedlungen, hebt Bauernhöfe aus dem Boden und sorgt für fruchtbaren Regen.

Anschließend baut ihr ein paar Verteidigungsanlagen und lasst Gegner auf vordefinierten Pfaden anrücken – an dieser Stelle haben wir dann unser Tower-Defence-Spiel. Alles ganz nett und erfrischend unterhaltsam. Interessanterweise hatte ich in diesen Abschnitten des Spiels nie das Gefühl, dass ich überfordert sei – der Schwierigkeitsgrad hält sich hier angenehm zurück.

Nur, wenn es dann wieder in die 2D-Jump&Run-Abschnitte geht, heißt es „durchbeißen!“. Denn die haben es stets in sich. „SolSeraph“ teilt sich also in diese beiden Abschnitte ein: Weltkarte zum Expandieren, Erkunden und Verteidigen. Auf der anderen Seite warten die einzelnen Missionen, die ihr auf der Weltkarte freischaltet, in Form von Jump&Run-Einlagen.

Es ist eine Mischung, die ich so noch nie erlebt habe, aber sehr zu schätzen weiß. Ein Freund von mir, der damals sehr viel Zeit mit „ActRaiser“ verbracht hat, meinte, dass es ein Spielgefühl wie früher sei – und bei dem er sich freue es erneut entdeckt zu haben. Ich glaube ihm an dieser Stelle einfach.

Grafisch pendelt „SolSeraph“ zwischen der aktuellen und der alten Konsolengeneration. Sagen wir einfach: Die Grafik erfüllt ihren Zweck. An manchen Stellen sieht „SolSeraph“ sogar richtig nett aus. Aber lasst euch nicht täuschen: „SolSeraph“ ist keineswegs ein Spielchen, dass ihr mal nebenher daddelt.

Besonders in den 2D-Abschnitten müsst ihr Frusttoleranz beweisen und euch durchboxen. Oftmals hilft es nur, wenn ihr die kurzen Missionen auswendig lernt. Diese Ausflüge werden erleichtert, wenn ihr später über mehr Lebensenergie und Mana verfügt.

Fazit

In der aktuellen Flut an Spielen wäre „SolSeraph“ bei mir fast völlig untergegangen. Zum Glück bekam ich jedoch die Chance mich auf dieses Abenteuer einzulassen. Denn die Mischung aus Tower-Defence, Aufbauspiel und Jump&Run ist eine lohnenswerte Erfahrung, die ich nicht mehr missen möchte.

Besonders Fans des Klassikers „ActRaiser“ sollten hier zugreifen. „SolSeraph“ ist ein Spiel aus einer anderen Zeitepoche, das sich aber auch heute noch gut spielen lässt.

Erhältlich für: PS4, Xbox One, PC, Switch
Website: sol-seraph.com