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Sonic Racing: CrossWorlds

Renn-Spaß aus einer anderen Welt.

Schon auf der gamescom war klar: Dieser Fun-Racer hat das Potenzial, hängen zu bleiben - zumindest bei mir auf der Festplatte. Beim Besuch des netten Cosmocover-Teams am SEGA-Stand hatte ich die Gelegenheit, Sonic Racing: CrossWorlds erstmals anzuspielen – zwischen Neonlicht, lauter Musik und vibrierenden Controllern.

Die Mischung aus klassischem Sonic-Tempo, Kurswechsel mitten im Rennen und erstaunlich individuellen Tuning-Optionen sorgte dort bereits für ordentlich Hype, den die fertige Version nun erstaunlich gut einlöst.

Kart-Action mit CrossWorlds-Twist

Im Kern ist CrossWorlds ein klassischer Fun-Racer: Gas geben, driften, Items einsetzen, Abkürzungen nehmen, Gegner mit Projektilen und Fallen ärgern. Die Steuerung reduziert sich klar auf vier Grundaktionen (Beschleunigen, Bremsen, Driften, Item), greift aber so sauber ineinander, dass sich schnell lange Ketten aus Drift, Sprung, Trick, Boost, erneutem Drift ergeben. Fahrzeuge reagieren direkt, Übergänge zwischen Kurven, Sprüngen und Boostpads fühlen sich flüssig an – genau die Sorte Flow, die man in einem Sonic-Racer erwartet.

Der eigentliche Clou ist der CrossWorlds-Mechanismus: Der Führende kann für die zweite Runde einen Teleport in eine andere Strecke aus einem separaten Pool auslösen, sodass das gesamte Feld mitten im Grand Prix in eine neue Umgebung „gewarpt“ wird – inklusive eigener Hindernisse, Untergründe und Flug- oder Wasserpassagen. Das sorgt nicht nur für Chaos, sondern verleiht jeder Runde eine eigene Dramaturgie, weil man sich nie ganz sicher sein kann, welcher Kurs als Nächstes folgt.

Strecken, Tempo und Fahrzeugklassen

Zum Launch bietet CrossWorlds 24 reguläre Kurse, ergänzt um 15 separate CrossWorlds-Strecken, die für die Teleport-Laps genutzt werden. Viele davon greifen klassische Sonic-Locations auf – Green Hill, Chemical Plant, City-Escapes-ähnliche Metropolen –, ergänzt um teils völlig neue Regionen.

Vom Design her gelten die Kurse jetzt schon für viele als „beste Auswahl, die es je in einem Sonic-Racer gab“: klare Linien, gut lesbare Kurven, aber genug Abzweigungen und Risiko-Abkürzungen, um erfahrene Fahrer:innen zu belohnen. Das macht echt Laune!

Spannendes Fahrerfeld

Hinzu kommen unterschiedliche Fahrzeugtypen (Speed, Handling, Acceleration, Allround), die auf verschiedenen Kursen glänzen. Gerade durch die zufällige zweite Runde gewinnt die Fahrzeugwahl an Tiefe: Ein extrem auf Topspeed optimierter Bolide dominiert auf geraden, boostlastigen Strecken, kann aber auf verwinkelten CrossWorlds-Abschnitten überraschend in Schwierigkeiten geraten. Das motiviert, mehrere Setups vorzubereiten und je nach Turnier und Mitspielern anzupassen.

Pimp my Car

Überraschend tief fällt das Tuning-System aus. Jedes Fahrzeug lässt sich über Karosserie- und Teilewechsel in Richtung Tempo, Beschleunigung, Handling oder Offroad-Verhalten verschieben; darüber liegt das Gadget-Panel, eine Art Tetris-artiges Grid mit sechs Slots, in das passive Boni eingesetzt werden.

Gadgets verbessern etwa Drifts, erhöhen die Ringkapazität, modifizieren den Item-Pool oder gewähren Startboni wie Warp-Ringe, die Sonic direkt auf den Gegner vor ihm teleportieren.

Da jedes Gadget zwischen einem und drei Slots belegt, wird der Zusammenbau des Panels zu einem kleinen Puzzle ohne wirklich „falsche“ Lösungen – ideal, um den eigenen Spielstil auszuprobieren und feinzutunen. Bis zu fünf solcher Panels können vorbereitet und vor Rennen gewechselt werden, was das Experimentieren sehr komfortabel macht.

Cups, Rivalen und Multiplayer

Inhaltlich konzentriert sich CrossWorlds auf das Wesentliche: Es gibt keinen Open-World-Hub und keine ausgebaut erzählte Kampagne, sondern eine Reihe von Cups, Einzelrennen, Zeitrennen und spezielle Rival-Events. Letztere lassen Teams aus ikonischen Figuren gegeneinander antreten; besiegte Rivalen schalten besondere Fahrzeuge frei, die wiederum ins Tuning-System integriert werden.

Im lokalen Multiplayer punktet der Titel mit flexibel konfigurierbaren Regeln: Anzahl der Rennen, Pool der möglichen CrossWorlds-Strecken für Runde zwei, Item-Set, Geschwindigkeit und Schwierigkeitsgrad lassen sich detailliert einstellen. Online fehlen derzeit Komfortfunktionen wie Splitscreen-Kombinationen mit Online-Sessions, aber klassische Lobbys und Matchmaking funktionieren stabil und liefern das erwartete Chaos.

Für die Augen und Ohren

Optisch inszeniert CrossWorlds seine Strecken farbenfroh und übersichtlich. Die Transformationen von Auto zu Boot oder Flugzeug in bestimmten Streckenabschnitten erinnern an frühere Sonic-Racer, sind aber nahtloser eingebunden und profitieren von sauberen 60 FPS auf aktuellen Konsolen. Die Lesbarkeit der Strecken bleibt auch bei hohem Tempo gut, was gerade im Couch-Multiplayer wichtig ist.

Besonders viel Lob gilt dem Soundtrack: Hier gibt es einen der besten Fun-Racer-Scores der letzten Jahre auf die Ohren. Remixte Klassiker treffen auf neue Tracks, die Tempo und Chaos der Rennen hervorragend tragen, ohne zu nerven.

Crossover im Dauerfeuer

Ein wichtiges Thema sind die laufenden DLCs, die den ohnehin großen Roster weiter aufblähen. Der Season Pass, der in der Digital Deluxe Edition enthalten ist, bündelt mehrere Kollaborationspakete mit Marken wie Minecraft, SpongeBob Schwammkopf, Pac-Man, Avatar Legends, Teenage Mutant Ninja Turtles: Mutant Mayhem und – als letztes, inzwischen geleaktes Paket – Mega Man.

Jedes dieser Packs bringt neue spielbare Fahrer, passende Fahrzeuge, meist eine eigene Strecke und kosmetische Extras wie Emotes und Sounds. Das macht das Spiel zu einer bunten Spielwiese mit tonnenweise Nostalgie-Faktor, was die Charaktere angeht.

Starke Roadmap

SEGA gibt in Sachen Content weiterhin Gas. DLC-Content-Pack 4 beispielsweise soll im ersten Quartal 2026 zwei zusätzliche Charaktere, ein Fahrzeug, eine Strecke, neue Emotes und Sounds liefern. Insgesamt unterstützt diese DLC-Strategie die CrossWorlds-Fantasie: Figuren aus unterschiedlichen Welten rasen buchstäblich über- und durcheinander, ohne dass es sich künstlich anfühlt.

Kritisch bleibt die übliche Frage, wie viel davon hinter dem Season Pass verschwindet – der Kernumfang des Spiels wirkt jedoch bereits ohne Zusatzkäufe rund. Also keine Sorge, dass ihr auf der Strecke bleibt.

Fazit: Fun-Racer mit eigener Identität – und viel Zukunft

Sonic Racing: CrossWorlds gelingt das Kunststück, sich klar im Genre der Fun-Racer zu verorten und dennoch eine eigene Identität zu etablieren. Das reine Renngefühl ist schnell, zugänglich und erstaunlich tief, die CrossWorlds-Mechanik sorgt für frische Rennabläufe, und das Gadget-Panel-System lädt zum Feintuning ein, ohne Einsteiger:innen zu überfordern.

Die Entscheidung, auf überbordende Story-Modi zu verzichten und sich auf starke Strecken, solide Modi und einen stetig wachsenden Crossover-Kader zu konzentrieren, wirkt bewusst – und eröffnet Raum, den Titel über DLCs und kostenlose Updates langfristig lebendig zu halten.

Wer Fun-Racer liebt und nach einer Alternative oder Ergänzung zu den etablierten Genregrößen sucht, findet hier ein Paket, das den bei mir auf der gamescom entstandenen Hype durchaus rechtfertigt – insbesondere, wenn gemeinsam im Couch- oder Online-Multiplayer gefahren wird und CrossWorlds seine ganze, leicht chaotische Vielfalt ausspielt.

Erhältlich für: Xbox, PS, PC, Switch 
Webseite: sega.com/de/sonic-the-hedgehog/sonic-racing-crossworlds-0