Sony hatte ein Problem: Einen richtigen Einsteiger-Fernseher mit OLED hatte man eigentlich nicht im Programm – bis jetzt. Mit der Bravia XR A75K Reihe ändert sich das nun. Der mit einem UVP von 2100 Euro gelistete Apparat tritt damit in direkte Konkurrenz zu LG und Philips. Wir haben den TV mit einer Bilddiagonale von 55 Zoll von Sony zum Testen bekommen – und waren erstaunt. Erfahrt, was dieser Fernseher alles zu bieten hat.
Zunächst einmal: Die Bravia XR A75K Reihe gibt es entweder als 55 oder als 65 Zoll Variante. Alles darunter würde keinen Sinn machen, wenn man 4K-Auflösungen erleben möchte. Der Preis von 2100 Euro klingt jetzt nicht direkt nach Einsteigermodell, aber der reale Preis liegt deutlich darunter. Manche Anbieter listen das Gerät bereits für 1.600,- Euro. Und weil es sich um ein OLED-Gerät handelt, geht dieser Preis völlig in Ordnung. Die Konkurrenz bietet zwar günstigere Varianten, doch die haben nicht so viel unter der Haube wie die Bravia XR A75K Reihe, wie ihr gleich sehen werdet.
Hier schlägt das Gamerherz höher
Die erfreuliche Nachricht für Besitzer:innen einer neuen Playstation oder Xbox: Sonys OLED TV setzt auf 120 Hz Bildwiederholungsrate. Das sollte für äußerst flüssige und scharfe Bilder beim Zocken sorgen. Genau aus diesem Grund haben wir auch damit angefangen.
Bevor es jedoch losgeht, muss das gute Stück erst einmal aufgebaut werden. Bei den dünnen Displays besorgt ihr euch am besten einen Partner, mit dem ihr den Apparat aus dem Karton holt. Alleine wird das nichts. Da ich den Fernseher nicht an die Wand hängen möchte, sondern lediglich auf meinem Fernsehtisch positioniere, brauche ich also die Standfüße.
Diese gehen erstaunlich leicht in die dafür vorgesehenen Öffnungen: Einfach reinschieben und – klick – sitzen die beiden Füßchen. Dadurch hat der Bravia XR A75K einen angenehmen Abstand von der Tischoberfläche (etwa sieben Zentimeter). Dieser Abstand wird später noch wichtig – jedenfalls für mein Setup.
Die Installation des Geräts halten wir sehr kurz: Denn wie bei neuen Modellen läuft auch bei der Bravia XR A75K Reihe alles automatisch ab. Nachdem die Sprache und Region eingestellt wurden, geht es an das Einbinden ins Netzwerk. Das WLAN ist mit ein paar Klicks eingerichtet und schon läuft die Sache.
Dank des Android Betriebssystems habe ich so schnellen Zugriff auf meine Streaming-Dienste wie Netflix, Disney+ oder Amazon Prime. Auch YouTube, Spotify oder mein IP-TV sind dadurch kinderleicht abrufbar. Über mein Handy kann ich zudem viele Optionen steuern und bin direkt mit dem Gerät per Google-Kennung vernetzt.
Auf jeden Zentimeter kommt es an
Meine Soundbar, eine Sony HT-G700, kommuniziert ebenfalls sofort und ohne Murren mit dem Bravia XR A75K. Feine Sache. Das habe ich nämlich auch schon anders erlebt. Für klaren Sound sorgt die Verbindung per HDMI-Kabel in die dafür vorgesehene ARC-Buchse des TV-Geräts. Und nun wird auch der vorher erwähnte Abstand zur Tischoberfläche wichtig: Mit den sieben Zentimetern überragt die untere Kante des TVs meine Soundbar, die vor dem Apparat auf dem Tisch steht.
Wäre der Fernseher niedriger, würde die Soundbar den Sensor des Fernsehers verdecken, was sehr nervig ist – ich kenne das aus Erfahrung. Übrigens umgehe ich mit meiner Soundbar einen Schwachpunkt der Bravia XR A75K Reihe: Das eingebaute 40 Watt Soundsystem samt Dolby Atmos klingt zwar schon recht gut, könnte aber mehr Kraft und Leistung vertragen. Durch die Soundbar bekomme ich also das optimale Klangerlebnis. Also steht der ersten Anspiel-Session nichts im Weg.
Die Xbox Series X wird per HDMI 2.1 an den Fernseher angeschlossen – und zwar in die Buchse für 120 Hz. Wir wollen ja die volle Leistung sehen. Und bereits auf dem Dashbord der Xbox bin ich leicht begeistert. Die satten Farben und die Kontraste sind beeindruckend klar und scharf. Selbst im hellen Wohnzimmer kommt die Farbenpracht zur Geltung. Eine Spur besser wird es dann bei abgedunkeltem Raum. Als Bildprozessor setzt Sony hier übrigens den Cognitive-XR-Prozessor ein. Der gleiche Prozessor schlummert auch in den teureren Modellen von Sony – also schon mal ein dicker Pluspunkt.
Willkommen im Gaming-Paradies
Kommen wir aber zu den Spielen. Zufällig fällt meine erste Wahl auf Ubisofts Immortals Fenyx Rising – ein buntes Open-World-Spiel. Einen Tag zuvor hatte ich das Spiel noch auf meinem anderen Fernseher, einem LCD-Gerät von LG laufen. Der Unterschied fällt direkt ins Auge. Die Kontraste sind knackscharf, die Farben strahlen satt über den Bildschirm.
Auch beim Drehen der Kamera fällt auf, wie schnell und gestochen scharf das Setting mitzieht – und dabei dachte ich, dass die Schlieren, die ich auf meinem alten Fernseher hatte, dazugehören. So sehr kann man sich täuschen. Bei all dem Gezeigten erkennt man die HDR-Formate (High Dynamic Range Image), die Sony einsetzt.
Aber wie sieht es mit schnellen Spielen wie Shootern aus? Das will ich wissen und lade Battlefield 2042. Bereits im ersten Match macht der Bravia XR A75K eine äußerst gute Figur. Die Darstellung ist kristallklar, und auf dem 55 Zoll Bildschirm habe ich auch auf weite Entfernungen alles fest im Blick. Die schnellen Bewegungen werden butterweich dank der 120 Hz dargestellt. Das macht schon einen deutlichen Unterschied zu meinem alten Gerät. Eine Verzögerung kann ich trotz der hohen Auflösung nicht feststellen. Härte-Test bestanden.
Augenzucker oder nicht?
Auch wenn mir das persönlich nicht sonderlich wichtig ist, werfen wir noch schnell einen Blick auf das Design des Bravia XR A75K. Im Vergleich zu anderen OLED TVs ist das eigentliche Bildpanel recht dick und von einem schwarzen Metallband umrandet. Wir liegen hier aber immer noch bei einer Dicke unter einem Zentimeter. Das soll keine Kritik sein, sondern lediglich ein Fakt, der mir aufgefallen ist.
Welche Auswirkungen das auf den alltäglichen Betrieb hat, kann ich euch nicht sagen. Es könnte höchstens eine Rolle spielen, wenn ihr das Gerät an die Wand hängen wollt. Der TV wiegt insgesamt knapp unter 25 Kilogramm – was nun kein sonderlich auffälliger Wert ist. Mit seinem Design ist der Apparat also eher in die Kategorie „unauffällig“ einzusortieren – kann mir recht sein.
Fazit
Die Geräte von Sony Bravia XR A75K sind mehr als nur eine Einsteiger-Reihe. Die OLED TVs zaubern satte Farben samt tiefdunklen Schwarztönen und tolle Kontraste auf den Bildschirm – und das in sehr hoher Qualität. Dank Features wie die Unterstützung gängiger HDR-Formate, HDMI 2.1 und 120 Hz Bildwiederholungsrate dürfen sich Gamer:innen über ein atemberaubendes Ergebnis freuen.
Zudem schlummert hier ein Cognitive-XR-Prozessor, der auch in den hochpreisigen Modellen zu finden ist. Das Design ist unauffällig, was dieser Apparat aber mit seiner Leistung locker wieder gutmacht. Als Einstieg in die Welt der OLED Panels ist der Sony Bravia XR A75K damit eine sehr gute Wahl. Lediglich bei der Größe von 55 und 65 Zoll ist noch Luft nach oben.