Wir schreiben das Jahr 1999: Damals war Nokia die treibende Kraft auf dem Handymarkt und Vorreiter in Sachen Trends. Der damalige Trend: Alles sollte kleiner und kompakter werden. Also brachte Nokia das 8210 auf den Markt. Es war damals der Höhepunkt an kompaktem Design. Für einige war es allerdings zu klein – so machten sich Hollywood-Produktionen wie "Zoolander" auch darüber lustig. In den folgenden Jahren wurden Handys zu Smartphones und damit auch wieder deutlich größer. Inzwischen schreiben wir das Jahr 2022. Und es scheint, als ob sich der Trend von damals in verminderter Form wiederholt.
Kleine Hände werden sich freuen
Bereits im Sommer brachte Sony die neue Generation seiner Xperia Smartphones auf den Markt: Da es sich dabei um die vierte Generation handelt, steht hinter dem Namen auch die „IV“ als römische Ziffer. Das Flaggschiff der Reihe: Das Sony Xperia 1 IV – ein High-End-Gerät mit 4K-Auflösung und 6,5 Zoll Display. Nun erschien das Sony Xperia 5 IV, das sich ebenfalls im High-End-Segment positioniert – allerdings zu einem günstigeren Preis und einigen Abstrichen. Das auffälligste Merkmal: Die kompakten Abmessungen greifen den Trend von früher wieder etwas auf. Denn das Xperia 5 IV ist ein Oberklasse-Smartphone in äußerst schmalen und einzigartigen Design. Von Sony bekamen wir ein Testmuster, um das Gerät genauer unter die Lupe zu nehmen.
Mit einem Display, das 6,1 Zoll misst, fällt das Xperia 5 IV direkt auf: Es wirkt im Gegensatz zu anderen Smartphones deutlich schmaler. Die Größe macht sich auch beim ersten Anfassen bemerkbar: Das Xperia 5 IV liegt sehr gut in der Hand und eignet sich bestens für Menschen, die kürzere Finger oder kleinere Hände haben. Außerdem wird die Auflösung durch das schmale Display einzigartig: Der OLED Screen löst im 21:9-Format auf – das ist sehr ungewohnt, sieht aber gut aus.
Augenzucker auf die schmale Art
Sendungen über Netflix, Disney+ oder Amazon Prime werden in Full HD Plus dargestellt. Das entspricht 2.520 x 1.080 Pixel – also keine 4K-Auflösung. Bei einem so kleinen Display fällt das aber nicht wirklich auf. Zudem schont die niedrigere Auflösung deutlich den Akku. Apropos Akku schonen: Von Haus aus verwendet das Xperia 5 IV eine Bildwiederholrate von 120 Hertz. Diese lässt sich im Menü aber auch auf 60 Hertz herunterschrauben. Wer nicht gerade viel mit dem Smartphone Spiele zockt, kann ruhig auf 60 Hertz umstellen – denn die niedrigere Bildwiederholrate schont den Akku. Eine höhere Rate sorgt hingegen für flüssigere Animationen, was besonders beim Gaming zum Tragen kommt.
Aber das Xperia 5 IV schlägt sich nur in Sachen Display und Gaming bestens, sondern ist zudem ein echter Videokünstler. Die bereits vorinstallierten Programme Photo Pro, Video Pro, Cinema Pro und Music Pro verwandeln das Smartphone in ein kompaktes Video-Produktionsstudio. Die drei Zeiss-Linsen auf der Rückseite der Kamera fangen Bilder knack-scharf ein – auch bei dämmrigem Licht. Die große Schwester, das Xperia 1 IV, besitzt zwar vier Linsen, aber der Unterschied im Ergebnis ist nicht sonderlich auffällig. Nur in Puncto Kontraste könnte das Xperia 5 IV ein wenig stärker sein – aber das ist eher Geschmackssache und Meckern auf hohem Niveau.
Ein besonderes Highlight ist wohl der Extra-Knopf am Rahmen, um Fotos zu schießen. Anstatt mit dem Daumen das Display zu berühren, darf man mit dem Zeigefinger wie bei einer echten Kamera den Fokus einstellen und anschließend den Auslöser betätigen. Im Test sorgte das für eine ruhigere Haltung beim Schießen von Fotos und Videos. Wie schnell man sich an dieses scheinbar kleine Feature gewöhnt, merkt man, wenn man das Gerät wieder wechselt.
Angenehm viel Leistung unter der Haube
Damit man seine Videos und Fotos im Nachhinein schnell und effizient bearbeiten kann, schlummert ein kraftvoller Prozessor im Inneren des Geräts. Der Qualcomm Snapdragon 8 Gen1 sorgt für höchste Performance. Auch bei anderen Apps sind die Ladezeiten äußerst kurz – selbst bei mehreren aktiven Apps auf einmal. Mit nur zwei Klicks kann man das Display sogar in zwei Hälften spalten und in jeder Hälfte eine App laufen lassen. Bei 8 Gigabyte Arbeitsspeicher kommt das Xperia 5 IV also selten ins Schwitzen.
Das kleine Power-Paket begeistert nicht nur mit seiner Performance, sondern auch mit der allgemeinen Ausstattung. Allen voran kommt das Xperia 5 IV mit einem Slot für Speicherkarten. Per microSD-Karte darf das Speichervolumen des Smartphones beliebig erweitert werden – ein großer Vorteil zu einigen Konkurrenzprodukten auf dem Markt. Ebenfalls ist ein Slot für Sim-Karten vorhanden samt der Option auf 5G. Am oberen Rand des Gerätes befindet sich ein Anschluss für Klinkenstecker, also Kopfhörer und Co.
Aufgeladen wird der verbaute 5.000 mAh Akku übrigens per USB-C-Kabel, das inzwischen der Großteil aller modernen Elektrogeräte nutzt. Was etwas ärgerlich ist: Das Xperia 5 IV wird ohne Netzteil oder Kabel ausgeliefert. Wer allerdings bereits andere Geräte zu Hause hat, die per USB-C-Kabel geladen werden, kann diese Kabel nutzen. Was die Leistung angeht: Bei normalem Betrieb hielt der Akku erstaunlich lange. Im Alltag kann das Smartphone ohne Probleme 14 Stunden durchhalten. Wer jedoch viele Fotos schießt oder öfters Gaming Sessions einlegt, muss sich auf eine deutlich kürzere Laufzeit gefasst machen. Bis der Akku wieder komplett einsatzbereit ist, vergehen rund zwei Stunden.
Fazit
Das Sony Xperia 5 IV hat im Test dadurch überrascht, dass es kaum Schwächen aufweist und mit einer einzigartigen Form punktet. Das kompakte Gerät für kleinere Hände überzeugt mit seinem scharfen Display und den umfassenden Kamera-Optionen. Doch nicht nur als Fotoapparat, sondern auch als Gaming-Gerät macht das Xperia 5 IV eine äußerst gute Figur.
Mit einem UVP von 1.049 Euro ist das Xperia 5 IV günstiger als die große Xperia 1 IV Schwester oder andere High-End-Alternativen. In der Performance kommt das Xperia 5 IV zwar nicht an Konkurrenten wie das iPhone 14 Pro Max oder das Samsung Galaxy S21 Ultra heran, bietet aber dennoch eine gelungene Alternative. Sony hat damit ein interessantes Smartphone auf dem Markt, das sich auf dem Preissegment an einem interessanten Punkt positioniert.