Einen Zoo, einen Dinosaurierpark, eine ganze Stadt und zuletzt einen Vergnügungspark – das alles habe ich im vergangenen Jahr mal wieder gemanaged als ich Lust auf Simulationen hatte. Nun wirft mir Kalypso Media mit „Spacebase Startopia“ einen weiteren Simulationsleckerbissen vor die Füße. Doch diesmal habe ich es mit einer gesamten Raumstation zu tun. Dass dies keine leichte Aufgabe wird, war mir klar. Aber dass ich so viel Spaß dabei habe, hätte ich nicht gedacht – denn eigentlich bleibe ich lieber auf der Erde als ins All abzudriften.
Liebe auf den ersten Blick
Bereits nach dem Intro habe ich Spacebase Startopia in mein Herz geschlossen. Dieser leicht dunkle Humor samt einem sympathisch verrückten Roboter, der mir als Assistent zur Seite steht – das erinnert stark an „Portal“ und andere Spiele mit Roboter als Nebenfiguren. Als ich mir dann als Stimmwahl für den Roboter noch „GlaDOS“ aus Portal auswählen darf, war ich Feuer und Flamme – ohne, dass ich wusste, was auf mich zukommt.
Zunächst einmal: Ich empfehle euch den Story-Modus für den Start. Hier lernt ihr eure Station Stück für Stück kennen. Grob unterteilt sich die riesige Station in drei Decks: Da hätten wir das Unterdeck, das Spaßdeck und das Bio-Deck. Jedes dieser Decks wartet mit einem eigenen Setting und Herausforderungen.
Alle an Deck!
Auf dem unteren Deck heißt ihr Besucher aus dem gesamten Universum willkommen und gebt ihnen alles, was sie zum Wohlfühlen benötigen: Unterkünfte, Sanitäranlagen samt Security und Kommandozentrale. Richtig Gas gebt ihr dann auf dem Spaßdeck: Dort bietet ihr den Aliens ordentlich Unterhaltung. Je besser den Gästen die Station gefällt desto mehr Energie geben sie aus. Damit haltet ihr alles am Laufen und erweitert eure Station kontinuierlich.
Wenn ihr größer werdet, sammelt ihr auch zusätzlich Prestige – die zweite Währung im Spiel. Diese wird später wichtig für die Forschung. Dazu nachher mehr. Kommen wir kurz zum letzten Deck, dem Bio-Deck. Hier solltet ihr ein Auge drauf haben, damit immer ausreichend Sauerstoff zur Verfügung steht. Spacebase Startopia führt euch gemächlich an die wichtigsten Funktionen heran.
Sehr viel Mikromanagement ist dabei erforderlich. Ein Glück, dass ihr viele automatisierbare Helferlein anwerben könnt. Die kleinen Roboter namens Fuzzy flitzen überall herum und reparieren und bauen für euch. Doch haltet die Kerlchen auf Trab – sonst hauen sie euch ab. Das machen auch die anderen Gäste: Insgesamt neun Alien-Völker müsst ihr bei Laune halten.
Ihr könnt die verschiedenen Aliens auch anwerben und für eure Dienste einsetzen. Beispielsweise eigenet sich das Naturvolk der Dryaden hervorragend fürs Bio-Deck. So kommt jedes Volk auf einem bestimmten Deck zum Einsatz.
Stetiger Anstieg
Was mir direkt schon bei der zweiten Mission aufgefallen ist: Wirklich zurücklehnen könnt ihr euch in Spacebase Startopia eigentlich nie. Denn gefühlt passiert hier im Minutentakt was, um das ihr euch kümmern solltet. Das mag am Anfang noch recht einfach zu regeln sein, artet später aber in echte Arbeit aus – zumal ich nicht immer hundertprozentig sicher war, was eigentlich zu tun ist.
Ab und an habe ich zwar was unternommen, aber nach ein paar Minuten gemerkt, dass es nicht richtig war. Dadurch versemmelte ich die ein oder andere Mission. Also empfehle ich euch etwas Frust-Toleranz mitzubringen. Grafisch fühle ich mich bei Spacebase Startopia wirklich heimelig: Die knuffige Optik passt perfekt zum Geschehen. Oftmals habe ich mich ertappt, dass ich den Aliens bei ihren Freizeitaktivitäten beobachtet habe, ohne auf meine eigentlichen Aufgaben zu achten.
Sehr schön anzuschauen. Und immer wenn ich mal wieder etwas Prestige gesammelt habe, durfte ich die Punkte in neue Forschung stecken. Dieses Experimentieren mit neuen Fähigkeiten hat die Motivation in mir geweckt – auch wenn ich manchmal auf die harte Tour lernen durfte, welche Forschungen sich anfangs lohnen und welche man zurückstellen sollte.
Fazit
Machen wir es kurz: Insgesamt hat mich Spacebase Startopia sehr überzeugen können. Nur das Mikromanagement hat mich dann doch bei den späteren Missionen ordentlich Nerven gekostet. Manchmal kam ich mir leicht überfordert vor. Deshalb musste ich manche Missionen öfters angehen, um Erfolg zu haben. Wer sich darauf einlassen kann, wird eine kunterbunte, unterhaltsame Simulation erleben, bei der ihr viel Spaß haben könnt.
Erhältlich für: Xbox, Playstation, PC
Website: spacebase-startopia.com/de.html