Ja, Spellforce 3 hat schon ein paar Jahre auf dem Buckel - fünf, um genau zu sein. Auf dem PC war der Start des Echtzeit-Strategiespiels etwas holprig: Viele Bugs vermiesten damals den Spielspaß. Doch inzwischen hatten die Programmier:innen von Grimlore genügend Zeit, um die großen Baustellen zu beheben. Schauen wir uns an, was uns auf den Konsolen erwartet.
Recap
Vielleicht blicken wir zunächst einmal schnell auf die Reihe generell. Denn Spellforce war eine echte Innovation des Genres als es damals im Jahr 2003 erschien. Das lag daran, dass es dem Genre der Echtzeit-Strategie noch Elemente eines Rollenspiels beimischte. Spellforce vermischte das klassische Basis-Bau-Element mit einzigartigen Helden, die ihr individuell ausrüsten durftet. Hinzu kamen noch übergroße Spezialeinheiten, die das Schlachtfeld dominierten. All das scheint aus heutiger Sicht zum normalen Spielalltag zu gehören. Aber eine Besonderheit ist es dennoch.
Spellforce 3 behält diese Elemente natürlich bei. Und keine Sorge: Ihr müsst rein gar nichts über die beiden Vorgänger wissen, um Spellforce 3 zu genießen. Zum einen erklärt euch das Spiel in einem ausführlichen Tutorial sämtliche Mechanismen haarklein. Zum anderen ist die Story rund 500 Jahre vor den anderen beiden Titeln angesiedelt.
Apropos Story: Macht euch auf ein episches Abenteuer gefasst. Spellforce 3 beinhaltet neben der Hauptkampagne die bisher zwei erschienenen DLCs. Insgesamt könnt ihr mit mindestens 60 Stunden Unterhaltung rechnen. Die Geschichte dreht sich im Groben um einen bösen Magier, der das Fantasy-Reich unterjochen möchte.
Allerdings hat er ein paar familiäre Schwierigkeiten: Der Nachwuchs will nicht so recht, wie der Magier es vorsieht. Ob es sich um einen Sohn oder Tochter handelt, entscheidet ihr. Jedenfalls will der Magier seinen Nachwuchs töten, was ihm ebenfalls misslingt. Zur Story gesellen sich noch eine ominöse Sekte und ein tapferer Ritterbund. Für Intrigen und einige Wendungen ist also gesorgt.
Steuerprobleme? Hier doch nicht!
Kommen wir aber mal zu einer entscheidenden Frage, die wohl alle Spiele des Genres betreffen: Wie steuert sich Spellforce 3 denn so mit Controller? Die kurze Antwort: ziemlich gut. Die etwas ausführlichere Antwort: Generell kommt ihr mit dem Controller sehr gut zurecht nach einer kleinen Eingewöhnung. Einheiten sind schnell ausgewählt und mit einem Knopfdruck aufs Ziel geschickt. Euer Auswahllasso zieht ihr durch das Halten eines Knopfes, was ebenfalls gut funktioniert.
Nur die etwas verschachtelten Menüs können im Eifer des Gefechts unübersichtlich werden. Oft musste ich bei meinen Helden nach der richtigen Spezialattacke suchen. Bis ich diese fand, war es fast zu spät. Aber sonderlich oft kam das nicht vor. Im Großen und Ganzen war ich mit der Steuerung sehr zufrieden. Und solltet ihr doch mal Probleme haben, hilft es immer noch, wenn ihr den Schwierigkeitsgrad nach unten schraubt.
Lesen lohnt sich
Sobald ihr aber mit dem Basisbau beschäftigt seid, könnt ihr durchatmen. Besonders in solchen Momenten geht die Steuerung locker-flockig von der Hand. Eine Sache wäre da allerdings noch, die ich euch dringend empfehle: Klickt die eingeblendeten Texte nicht einfach weg. Auch wenn es anfangs viel zu lesen gibt, nehmt euch die Zeit. So verhindert ihr, dass euch manche Mechanismen nicht einleuchten oder ihr in der Hauptgeschichte nicht weiterkommt. Denn nur wer liest, weiß auch, wo es weitergeht. Das durfte ich schnell lernen. Einzig die Schriftgröße hätte etwas größer ausfallen dürfen für den heimischen TV. Aber das scheint ein generelles Problem von PC-Portierungen zu sein.
Grafisch glänzt Spellforce 3 auch nach fünf Jahren noch. Die frei einstellbare isometrische Perspektive zaubert immer wieder fantastische Bilder auf die Mattscheibe. Ob nun Wälder, Kerker oder beeindruckende Tempelanlagen - das hier sieht sehr schick aus. Das geht sogar so weit, dass ich immer wieder das Kampfgetümmel aus den Augen verloren hatte, weil ich über die Umgebung staunen musste.
Fazit
Der Konsolenstart von Spellforce ist Grimlore geglückt. Einige der ursprünglichen Baustellen der PC-Version wurden behoben und zudem noch sämtliche DLCs mit draufgelegt. Die epische Story in diesem Fantasy-Reich wird euch für mindestens 50 Stunden gut unterhalten. Ihr solltet euch aber auf etwas Lesen einstellen, um wirklich tief abtauchen zu können. Denn nur wenn ihr zu Beginn sämtliche Hinweise beherzigt, erwartet euch ein spannendes Echtzeit-Strategiespiel. Ein Glück, dass die Steuerung dabei größtenteils sehr gut funktioniert. Natürlich seid ihr mit Maus und Tastatur am PC besser bedient, aber per Controller steuert sich Spellforce ebenfalls gut. Wenn euch das Genre gefällt und ihr mit dem schick inszenierten Setting einverstanden seid, dann erwartet euch hier gute Unterhaltung für die kommenden Wochen.
Erhältlich für: Xbox, PS, PC
Website: spellforce.com