Wie erfrischend! Splatoon Raiders dreht das Grundprinzip der Reihe komplett um. Statt Tintenkämpfe zwischen echten Spielern gibt es hier erstmals ein reines PvE-Abenteuer für Nintendo Switch 2. Und das macht richtig Laune!
Der große Bruch mit der Formel
Splatoon lebte bisher vom Revierkampf. Zwei Teams kämpften online um Fläche, die sie mit Tinte einfärben mussten. Das war immer eine herrliche Sauerei und sorgte für spannende Gefechte. Genau das fällt in Raiders aber nun komplett weg. Stattdessen begleitet ihr als Mechanikerin oder Mechaniker die Band Deep Cut auf einer Schatzsuche über die mysteriösen Spirhalite-Inseln.
Das Ergebnis fühlt sich an wie eine Mischung aus mehreren bekannten Modi. Irgendwo habe ich gelesen, dass es als Kombination aus dem Salmon-Run-Koop, den Story-Kampagnen der Hauptspiele und der Ausrüstungsvielfalt aus Side Order beschrieben wird. Was soll ich sagen: das trifft es ganz gut. Statt Octolingen kämpft ihr gegen Salmoniden, die in Massen auftreten und dabei fast wie Zombies wirken.
Was tatsächlich neu ist
Die Grundmechanik bleibt vertraut. Ihr verschießt Tinte, färbt Flächen und taucht darin ab, um schneller zu werden oder Wände hochzulaufen. So weit, so bekannt. Neu ist ein Ruf-Knopf, mit dem ihr euren Rochen herbeiruft, der zusätzliche Tinte verteilt und als Sprungbrett dient.
Größer ist die Änderung bei der Ausrüstung. Kleidung hat jetzt keinen Einfluss mehr auf eure Werte, sondern ist rein optisch. Stattdessen bestimmt ein neues Tank-System euren Spielstil. Ihr wählt zwischen Tempo-, Power- und Trick-Tank, und jeder Tank schaltet eigene Gimmicks mit kurzer Cooldown-Zeit frei. So bekommt wirklich jeder das Setup, das er oder sie am besten findet.
So viel Abwechslung
Auch das Leveldesign ist vielfältiger als erwartet. Es gibt Kristall-Level zum Farmen, klassische Dungeon-Passagen und knackige Zeitmissionen mit schnellen Entscheidungen. Hier sind auch manch knackige Bosskämpfe mit dabei, bei denen es wirklich Durchhaltevermögen und schnelle Reaktionen braucht. Übrigens: Bis zu vier Spieler können fast jedes Level gemeinsam im Koop angehen, auch wenn Solo-Spiel genauso gut funktioniert.
In Splatoon Raiders geratet ihr schnell in eine süchtig machende Spielschleife, die aus vielfältigen Missionstypen und einem tiefen Fortschrittssystem besteht. Dadurch ist der Titel echt schwer aus der Hand zu legen. Ich muss sagen: Das Solospiel gefällt mir hier sogar besser als der übliche kompetitive Modus, den ich von den Vorgängern gewohnt bin. Endlich mal Innovationen. Diese Innovationen fehlen allerdings etwas beim Missionsdesign, das auf Dauer dann doch etwas generisch und monoton wirken kann. Aber hey, man kann nicht alles haben.
Bei der Bewegungssteuerung scheiden sich übrigens die Geister – jedenfalls innerhalb meiner Familie: Meine Söhne fanden das total toll und einfach. Ich musste mich daran erst einmal gewöhnen. Denn ganz so leicht ist es dann auch nicht, wie erwartet. Klar, man ist mehr im Spiel drin, wenn man im Handheld-Modus der Switch ständig hin und her schwenkt. Aber wie gesagt: Gewöhnungssache.
Fazit
Splatoon Raiders ist der erste echte Solo-Ausflug der Reihe, und das Experiment geht größtenteils auf. Die Tintenmechanik trägt weiterhin, das neue Tank-System bringt frische taktische Tiefe, und das Missionsdesign bietet anfangs genug Abwechslung für lange Spielsessions. Auch die neuen Freunde und Gadgets, die ihr hier bekommt, sorgen für gute Laune und Abwechslung.
Wer allerdings auf visuelle Frische oder radikal neue Ideen gehofft hat, könnte etwas enttäuscht werden. Insgesamt bleibt aber ein sehr solides, oft sogar süchtig machendes Spinoff, das zeigt, dass Splatoon auch ohne Revierkampf funktioniert. Ich kann den Titel jedenfalls mit ruhigem Gewissem jedem empfehlen, der eine Switch 2 sein Eigen nennt.
Erhältlich für: Switch
Webseite: nintendo.com/de-de/Spiele/Nintendo-Switch-2-Spiele/Splatoon-Raiders-2846969.html