Die Könige des Koop: Hazelight Studios, unter der Leitung des charismatischen Josef Fares, haben sich in den letzten Jahren einen Namen gemacht, wenn es um innovative Koop-Erlebnisse geht. Angefangen mit Brothers: A Tale of Two Sons (2013), über A Way Out (2018) bis hin zum gefeierten It Takes Two (2021) hat das Studio immer wieder bewiesen, dass sie Koop-Spiele neu definieren können.
Mit ihrem neuesten Werk, Split Fiction, wagen sie sich erneut in unbekannte Gewässer – diesmal mit einer Mischung aus Fantasy und Science-Fiction. Doch kann das Spiel den hohen Erwartungen gerecht werden und die Erfolgsserie fortsetzen? Wir haben uns in die Matrix gestürzt und das Abenteuer getestet.
Zwei Welten, ein gemeinsames Ziel
Die Geschichte von Split Fiction dreht sich um zwei Autorinnen, Mio und Zoe, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Während Mio eine Vorliebe für Sci-Fi hat, liebt Zoe Fantasy. Beide treffen sich bei einem Verlag, um ihre Werke zu präsentieren, doch durch eine mysteriöse Maschine werden ihre Geschichten miteinander verwoben. Plötzlich finden sich die beiden in einer virtuellen Realität wieder, in der sie zusammenarbeiten müssen, um zu überleben und ihre Freiheit zurückzugewinnen.
Die Story ist charmant und bietet einige humorvolle Momente, bleibt jedoch eher zweckmäßig – sie dient hauptsächlich dazu, die verschiedenen Spielwelten miteinander zu verbinden. Die Charakterentwicklung von Mio und Zoe ist gelungen und erinnert an ein klassisches Buddy-Movie: Fremde werden zu Verbündeten. Ich fand das Ganze jedenfalls sehr charmant, wenn auch weniger emotional ergreifend wie bei anderen Titeln des Studios.
Kreativität ohne Grenzen
Hazelight Studios sind bekannt für ihre Gameplay-Innovationen, und Split Fiction enttäuscht hier nicht. Seid ihr bereit für ein spielerisches Feuerwerk? Das Spiel bietet eine beeindruckende Vielfalt an Mechaniken und Genres, die sich ständig abwechseln. Von klassischen Plattforming-Passagen über actionreiche Kämpfe bis hin zu rhythmusbasierten Herausforderungen – jede Spielstunde bringt etwas Neues.
Macht euch auf einen wilden Genre-Mix gefasst. Eine kleine Kostprobe gefällig? Sci-Fi: Ballert euch mit Plasmakanonen durch Raumstationen oder nutzt futuristische Gadgets wie Enterhaken. Fantasy: Reitet auf Drachen durch verwunschene Königreiche oder löst magische Rätsel. Mini-Games: Zwischendurch verwandelt sich das Spiel in ein Pinball-Game oder eine rasante Snowboard-Abfahrt – eine Hommage an Klassiker wie SSX. Alles ziemlich verrückt, aber auch herrlich abwechslungsreich.
Die Übergänge zwischen den Genres sind nahtlos und sorgen dafür, dass keine Idee zu lange ausgespielt wird. Besonders fesselnd ist die Zusammenarbeit zwischen den beiden Spieler*innen: Ohne Absprache kommt man nicht weit, da viele Aufgaben nur durch Teamwork gelöst werden können. Wie bei den vorherigen Hazelight-Spielen steht der Koop-Modus im Mittelpunkt. Egal ob lokal oder online – das Zusammenspiel ist intuitiv und macht riesigen Spaß. Dank des „Friend’s Pass“-Systems kann ein Freund kostenlos mitspielen, was den Einstieg erleichtert.
Eine Reise durch fantastische Welten
Die Unreal Engine 5 sorgt dafür, dass Split Fiction optisch beeindruckt. Jede Spielwelt hat ihren eigenen Stil und ist liebevoll gestaltet – von futuristischen Fabrikanlagen bis hin zu märchenhaften Wäldern. Besonders hervorzuheben sind die Charakteranimationen von Mio und Zoe sowie die dynamischen Effekte bei Kämpfen und Fluchtsequenzen.
Auch akustisch überzeugt das Spiel: Der Soundtrack passt perfekt zu den unterschiedlichen Genres und unterstreicht die emotionale Reise der Protagonistinnen. Die Sprachausgabe ist hochwertig und verleiht den Figuren Tiefe. Das Spiel läuft auf PS5, Xbox Series X/S und PC flüssig mit stabilen 60 FPS. Ladezeiten sind minimal, doch gelegentliche Clipping-Fehler bei Objekten trüben das ansonsten makellose Bild leicht. Mit etwa 80 GB Speicherplatz ist das Spiel recht groß – angesichts der Vielfalt jedoch verständlich.
Hazelight Studios: Ein Blick zurück auf ihre Meisterwerke
Hazelight hat sich mit jedem Spiel weiterentwickelt:
Brothers: A Tale of Two Sons setzte auf emotionale Erzählung und innovative Steuerung.
A Way Out brachte filmreife Action und asymmetrisches Gameplay.
It Takes Two perfektionierte den Genre-Mix und gewann zahlreiche Preise.
Mit Split Fiction beweisen sie erneut ihre kreative Stärke – diesmal mit noch mehr Abwechslung und einem größeren Fokus auf Genre-Wechsel.
Fazit: Ein Koop-Erlebnis der Extraklasse
Split Fiction ist ein weiteres Highlight im Portfolio von Hazelight Studios. Es kombiniert kreative Gameplay-Ideen mit einer charmanten Story und beeindruckender Präsentation. Obwohl die Handlung nicht ganz an die emotionale Tiefe von It Takes Two heranreicht, bietet das Spiel genug Abwechslung und Spaß für stundenlange Unterhaltung. Ich bin jetzt schon gespannt, was Hazelight als nächstes aus dem Hut zaubert. Für Fans von Koop-Spielen ist Split Fiction ein absolutes Muss – Hazelight zeigt einmal mehr, wie vielseitig Gaming sein kann! Einfach großartig!
Erhältlich für: Xbox, PS, PC
Webseite: ea.com/de/games/split-fiction/split-fiction