Die Handlung steigt dabei gegen Ende von Episode VI ein. In der Rolle von „Inferno Squad“ - Commander Iden Versio kämpft ihr euch an der Seite der Sturmtruppen gegen die lästige Rebellen Allianz. Achtung kleiner Spoiler: Nach wenigen Missionen fällt dem Team jedoch urplötzlich auf, dass die Ziele des Imperiums wohl doch eher nichts Gutes an sich haben, sodass Iden und ihr Kollege prompt zur Rebellion überlaufen und das Imperium bekämpfen – Sehr weit hergeholte Story, die hauptsächlich dazu dient, beide Seiten und deren jeweilige Truppen, Helden, Waffen und Fahrzeuge kennenzulernen. Aber was soll’s: unterhaltsam ist das Ganze, wenn auch nicht sonderlich lange: Selbst Anfänger dürften nicht länger als fünf bis sechs Stunden an der Kampagne zu knabbern haben. Kleiner Tipp: Spielt direkt auf dem schwierigsten Herausforderungslevel – dadurch werden die letzten beiden Missionen zwar höllisch schwer, aber ihr seid bestens gewappnet für den Multiplayer-Part. Reinen Solospieler bleibt nach Idens Reise durch die Galaxis nur noch der Arcade Modus. Wie im Missionen-Modus des Vorgängers, lassen sich hier verschiedene Kampfszenarien durchspielen - Acht vorgefertigte Schlachten auf beiden Seiten mit jeweils drei Schwierigkeitsgraden. Dabei bestreitet man entweder einen Teamkampf mit Bots, die einen im Kampf unterstützen, oder den sogenannten Ansturm, bei dem ihr normalerweise eine Heldeneinheit steuert und in einer bestimmten Zeit eine vorgegebene Zahl an Gegnern ausschalten müsst. Mit etlichen Modifikatoren lassen sich auch eigene Szenarien entwerfen, damit ein wenig mehr Abwechslung gegeben ist. Besonders lange wird aber auch dieser Modus die Einzelspieler nicht befriedigen können. Vielleicht solltet ihr mal einen Blick auf die Online-Modi werfen…
Lass die Macht hell erstrahlen…
Herzstück des Spiels bleibt natürlich der Mehrspielermodus. Im Gegensatz zur Releaseversion des Vorgängers, die neun Spielvarianten anbot, konzentriert der Nachfolger sich auf die drei beliebtesten und bietet darüber hinaus zwei neue Modi an: Galaktischer Angriff (bisher Walker Angriff genannt), Gefecht (Team Deathmatch), Helden gegen Schurken, Sternenjäger-Angriff und Angriff. Sternenjäger-Angriff ist ähnlich wie Galaktischer Angriff, nur mit Raumjägern anstatt Bodentruppen. Der Angriff-Modus bietet kleine Gefechte mit verschiedenen Missionszielen. Die Neuauflage des „Helden gegen Schurken“-Modus hat ein besonders Lob verdient, denn die Anzahl der Helden ist gewachsen und auch die Umsetzung ist um einiges besser als die des Vorgängers. Einige Helden (und auch andere Objekte) stehen dem Spieler jedoch nicht von Anfang an zur Verfügung, sondern müssen teilweise hart erkämpft werden.
… und nicht zu dunkel werden
EA hat nach einem gewaltigen Shitstorm das „Pay2Win“-System mit den Loot-Boxen noch einmal überdacht und ist zu dem Entschluss gekommen, dass nicht Geld, sondern intensives und erfolgreiches Spielen der Weg zum Ruhm ist. So müssen sich die Spieler also Ingame-Währung durch Punkte und Kills verdienen, um sich beispielsweise Darth Vader, Saga-Senior Palpatine und Luke Skywalker freischalten zu können. Aber keine Angst: Kylo, Rey, Han, Darth Maul und einige andere sind von Anfang an frei verfügbar. Dennoch hinterlässt diese Spielmechanik einen bitteren Beigeschmack – besonders beim Gebrauch der Sternenkarten. Entwickler Dice wollte wohl besonders innovativ sein bei der Einführung der Sternenkarten. Diese dienen nämlich zur Verbesserung der einzelnen Kampfeinheiten. Sowohl im Story-Modus als auch in den Arcade- und Online-Gefechten bekommt ihr immer wieder Loot-Boxen zugeschustert. Diese könnt ihr euch auch gegen Ingame-Währung zulegen. Nie könnt ihr dabei wissen, was euch im Inneren erwartet: Bei dem Glückspiel erhaltet ihr nach Zufall einige Karten auf die Hand, die für spezielle Truppen gedacht sind. Zum Beispiel kann euer Offizier nun seine Fähigkeiten etwas schneller einsetzen oder der schwere Schütze bekommt eine besonders schlagkräftige Granate spendiert. Alles ganz nett. Das Dumme an der Sache: Charaktere werden also nicht durch Spielen mit eben diesen verbessert, sondern durch puren Zufall. Es gibt keine Chance, gezielt seinen Lieblingscharakter aufzubessern, was sich nicht immer richtig anfühlt. Vielleicht sollte sich das EA und Dice nochmal überlegen.
Fazit
Aber genug gemeckert. Denn insgesamt übertrifft „Star Wars Battlefront II“ seinen Vorgänger in sämtlichen Belangen: Grafisch eine Wucht, spielerisch auf sehr hohem Niveau und dazu noch sehr abwechslungsreich. Die Singleplayer-Kampagne tut dem Abenteuer richtig gut und dient als prima Einführung in das eigentliche Geschehen – nämlich den über Wochen motivierenden Online-Gefechten. Fans sollten hier unbedingt zugreifen, wenn sie es nicht schon längst getan haben. Großes Kino hier geboten wird!