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Stellar Blade

Zu sexy, um gut zu sein? Das hier ist mehr als nur ein hautenger Anzug.

Ich muss zugeben, dass ich Stellar Blade in den Vorabberichten kaum beachtet habe. Warum? Weil sich die Diskussionen des Spiels aus dem Hause Shift Up meist nur um die sexy Hauptdarstellerin Eve gedreht haben. Ein bisschen hat mich das an Bayonetta erinnert. Aber vom eigentlichen Gameplay habe ich nie was gesehen. Daher ist eine gewisse Skepsis durchaus angebracht. Kommt mit auf meine actionlastige Reise in fremde, aber dennoch irgendwie bekannte Welten.

Hauteng in den Einsatz

Gehen wir gleich ans Eingemachte: Stellar Blade ist weit mehr als seine sexy Hauptdarstellerin. Das Merkwürdige an der Sache: Die übertrieben sexy Darstellung von Eve macht im Kontext der Story keinerlei Sinn oder wird irgendwie erklärt. Vielleicht wollte das koreanische Studio nur Aufmerksamkeit generieren. Aber zu welchem Preis? Denn auch ohne die sexy Outfits wäre Stellar Blade immer noch ein gutes Spiel. Es ist am Ende einfach Geschmackssache ohne tieferen Sinn.

Kommen wir mal zur Story. Die Menschheit wurde mal wieder überrannt. Diesmal haben Monster namens Naytibas die Erde und ihre Zivilisation fast ausgerottet. Viele Menschen flohen ins All. Einige blieben und setzten sich zur Wehr. Eine Sondereinheit, darunter Eve, wird nun aus dem All geschickt, um die Erde wieder bewohnbar zu machen. Dabei geht aber einiges schief und so bleibt Eve als Einzige übrig.

Gut kopiert

Kommt euch der Plot irgendwie bekannt vor? Kein Wunder. Shift Up hat sich von Nier Automata inspirieren lassen. Darum machen die Entwickler:innen auch keinen Hehl. Der Ansatz ist trotz Kopie noch spannend und unterhält über weite Teile. Für mich gibt es aber ein kleines Problem. Die Charaktere, allen voran Eve, wirken irgendwie sehr emotionslos. Außerdem sind sie meiner Meinung nach immer viel zu wild am Gestikulieren. Diese beiden Faktoren sorgen immer wieder für merkwürdige Momente.

So kommt es, dass ich Eve oft nicht folgen kann bei Dialogen, weil ich zu abgelenkt bin. Und manchmal findet sie während des Abenteuers Gegenstände, die sie übertrieben in Szene setzt und präsentiert. So richtig habe ich das nicht verstanden. Aber vielleicht gehört das zur asiatischen Kultur. Denn Shift Up sitzt in Korea. Jedenfalls trug diese Tatsache auch dazu bei, dass Eve für mich ständig sehr klischeehaft wirkte. Aber gehen wir weg vom Plot und kommen zum Gameplay.

Was für eine Überraschung

In Sachen spielerischer Inhalt war ich bei Stellar Blade sehr skeptisch, wie ich bereits sagte. Was erwartet mich hier nur? Nach den ersten paar Momenten im Spiel konnte ich aber sehr schnell Entwarnung geben. Denn Stellar Blade spielt sich hervorragend. Jedenfalls, wenn es um die Kämpfe geht – und diese sind das Herzstück des Titels. Wie der Name schon vermuten lässt, kämpft Eve mit modernen Klingen. Dabei fliegen so richtig die Fetzen.

Grundsätzlich habt ihr eine leichte und schwere Attacke, mit der ihr eure Gegner treffen könnt. Allein daraus ergeben sich etliche Kombinationen, was Spaß macht. Doch damit ist nicht Schluss. Zusätzlich füllt ihr während des Kampfes noch zwei Leisten auf, indem ihr Schaden verursacht oder Angriffen ausweicht oder pariert.

Noch mehr Abwechslung gefällig?

Diese beiden Anzeigen stehen für zwei unterschiedliche Angriffstypen: Einmal gibt es die Beta-Fähigkeiten, mit denen ihr noch mehr Schaden verursacht. Auf der anderen Seite hätten wir die mächtigen Schubattacken, die oftmals den entscheidenden Unterschied gemacht haben. Allein das sorgt bereits für Laune. Aber hier macht Stellar Blade nicht Halt. Ein klein wenig hat man noch auf Sekeiro geschaut.

So hat jeder dickere Gegner neben seiner Energieleiste noch kleine gelbe Punkte, die ich immer als Balance gesehen habe. Pariert ihr einen Angriff perfekt, verliert der Gegner einen dieser Punkte, hat er keine gelben Punkte mehr, kann ihm Eve richtig eins reindrücken. Ja, das ist ein tolles Gefühl, wenn man das bei einem Bosskampf schafft. Apropos Boss. Diese Auseinandersetzungen sind ein Highlight bei Stellar Blade.

Im 7. Kampfhimmel

All das vorher genannte vereint sich bei einem Kampf gegen einen dicken Brocken. Hier lässt Stellar Blade und die PS5 so richtig die virtuellen Muskeln spielen. Hinzu kommt, dass Shift Up die Naytibas herrlich düster designt hat. Die Monster, die meist nur aus Klauen und Zähnen bestehen, sind angsteinflößend. Eve wirkt da als krasser Kontrast mit ihren hautengen Outfits. Also mir gefällt es.

Obwohl ich gerade so am Schwärmen bin, muss ich aber auch auf die Mankos von Stellar Blade hinweisen. Denn neben den Kämpfen gibt es auch eine Welt, die Eve erkunden kann. Hier und da warten immer wieder versteckte Geheimnisse. Nur leider findet man selten etwas wirklich cooles unter den Items. Nett ist es dennoch. Die Nebenquests hingegen sah ich als reine Beschäftigungstherapie an. Sammle x-mal dies oder töte x-mal das – nur um am Ende etwas Geld zu bekommen, von dem man sowieso genug hat.

Zu viel des Guten

Ebenso merkwürdig implementiert empfand ich manche Mini-Spiele. Es gibt einen Haufen davon, was prinzipiell eine nette Idee ist. Doch immer wieder passen sie nicht so recht in die Handlung oder wirken künstlich aufgesetzt. Außerdem war keines davon wirklich herausfordernd. Aber das nur nebenher. Und dann gab es noch diese Hüpf-Passagen … wenn Eve an einem Seil hängt und springen möchte, gleicht das einem Glücksspiel.

Unzählige Tode gehen auf das Konto dieser Spielmechanik. Sobald die Gute einfach klettert oder an Stangen schwingt, habe ich allerdings nichts zu meckern. Wenden wir uns zum Schluss noch mal einer hellen Seite zu.

Grafisch ist Stellar Blade eine Wucht, wie ich bereits angedeutet habe. Auch wenn Eve für manche zu sexy dargestellt ist, hat man sich beim Design redlich Mühe gegeben. Diese Liebe zum Detail erkennt man auch bei den Gegnern. Und immer wieder hatte ich das Gefühl, dass auch die Level selbst äußerst abwechslungsreich gestaltet waren. Hier sah es nie danach aus, dass Versatzstücke immer wieder recycelt wurden. Echt stark. Und damit kommen wir zum Fazit.

Fazit

Stellar Blade hat mich auf mehrere Weise überrascht. Trotz der vorausgegangenen Diskussion um die viel zu sexy dargestellte Hauptakteurin handelt es sich um ein gutes Spiel und nicht um einen Werbegag. Insbesondere das Kampfsystem hat es mir angetan und wird euch locker über die gesamte Spielzeit bestens unterhalten. Allein dafür könnt ihr euch Stellar Blade schon anschauen. Auch wenn die Story nicht ganz die Spannung halten kann, ist sie dennoch nett in Szene gesetzt. Zudem kann ich auch ein Auge zudrücken, wenn ich auf die Mini-Spiele und Nebenquests schaue. Insgesamt ist Stellar Blade damit ein weiteres tolles Exklusive, das PS5 Besitzer:innen unbedingt auf dem Schirm haben sollten.

Erhältlich für: PS5
Website: playstation.com/de-de/games/stellar-blade