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Steredenn: Binary Stars

Kurz mal einen ballern.

Erinnert sich noch jemand an „R-Type“ oder „Gradius“? Oder noch besser: Kennt noch jemand „Parodius“ – sowohl für den Game Boy als auch für das SNES erschienen. Ich habe diese Shoot ’em ups geliebt und etliche Stunden hineingeballert – im wahrsten Sinne des Wortes. Einfach anschalten und direkt in der Action sein, ganz ohne lästige Story-Fetzen oder sonstigen Schnick-Schnack. Als ich „Steredenn“ zum ersten Mal angetestet habe, war ich gleich begeistert – und im Geiste schon auf einer kleinen Zeitreise in meine Kindheit. „Steredenn“ schlägt nämlich genau in die gleich Kerbe, wie die zuvor erwähnten Shoot ’em ups.

Soll heißen: Mit einem kleinen Raumschiff startet ihr und werdet in typischer Sidescroller-Manier mit einer Hülle an Gegnern überflutet, die es wegzuschießen gilt. Und weil „Steredenn“ ein modernen Titel ist, darf das Element eines Rogue-Like-Spielchens natürlich nicht fehlen. Daher bekommt ihr es bei jedem Durchgang mit einem völlig neuem Levelaufbau zu tun – inklusive Boss-Fights. Habt ihr euch beim ersten Anlauf an den ersten Big Boss gewöhnt, könnt ihr die (vielleicht) erlernten Muster gleich wieder in die Tonne treten, da beim nächsten Mal garantiert ein anderer Schurke auf euch wartet. Oder doch der gleiche, aber diesmal mit einer anderen Verhaltensweise.

Früher war doch auch nicht alles geschenkt

Genau diese Mechanik macht das Spiel auch nicht gerade einfach. Es braucht schon etwas Übung, um ins Geschehen einzutauchen. Und das, obwohl hier alles sehr minimalistisch gehalten wurde. Das fängt schon bei der Grafik an: Die Pixel-Optik hätte das SNES zu seiner Glanzzeit sicherlich locker hinbekommen – nur bei der Framerate bin ich mir nicht ganz sicher. Kurz gesagt: Schicker Retro-Stil, mit jeder Menge Effekte. Selbst spielerisch wird es nie richtig kompliziert: Euer Raumschiff verfügt bei jedem Start über zwei Waffen und einem Nahkampfangriff.

Während eines Durchgangs erhaltet ihr von abgeschossenen Gegnern zufällig neue Waffen, die ihr gegen die alten austauschen könnt. Vom Laser über kosmische Schrotflinten bis hin zu einem fetten Flammenwerfer bietet euch „Steredenn“ eine große Auswahl an Wummen. Zudem erhaltet ihr nach jedem besiegten Zwischenboss eine Verstärkung, die ihr euch aussuchen dürft. Auch hier entscheidet das Zufallsprinzip, welche Fähigkeiten euch angeboten werden.

Wachse mit jedem Versuch

Klingt jetzt nach einer simplen Aufgabe, ist aber nicht so: Die ersten paar Anläufe wird es euch schneller zerlegen als ihr schauen könnt. Zwar haltet ihr mehrere Treffer aus, aber es ist auch mächtig viel los auf dem Bildschirm. Besonders die Kämpfe gegen die Zwischenbosse sind erbarmungslos hart: Wer nicht schnell genug die richtige Taktik findet, der wird zerfetzt. Das Blöde daran: Nach dem Ableben startet ihr wieder ganz am Anfang – mit den zwei Standard-Waffen. Frust und Motivation liegen hier ganz schön eng aneinander.

„Steredenn“ in seiner Original-Fassung erschien vor einer ganzen Weile auf PC, PS4 und Xbox One. Aber die persönlich beste Variante erhaltet ihr mit der „Binary-Stars“-Fassung, die rundum überarbeitet wurde, für Nintendo Switch, da sich die kurzen Einsätze prima zwischendurch spielen lassen. Der Handheld-Modus der Switch scheint dafür die ideale Lösung zu sein, um schnell mal einen Versuch zu starten. Trotz des hohen Schwierigkeitsgrades gehen ein, zwei Runden eigentlich immer. Inzwischen ist das Spielchen in der verbesserten Variante auch für den PC und die Xbox One zu haben.

Fazit

Mal wieder Lust auf eine unkomplizierte Ballereinlage, wie in alten Zeiten? Dann dürfte „Steredenn“ genau das Richtige für euch sein. Tolles Gameplay trifft auf eine charmante Pixel-Optik, samt herausfordernder Spielmechanik. Solltet ihr eine Nintendo Switch euer Eigen nennen, so kann ich „Steredenn“ dafür nur wärmstens empfehlen. Knallharte Action zum kleinen Preis.

Erhältlich für: Switch, Xbox One, PC
Website: steredenn.pixelnest.io