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Sudden Strike 4 European Battlefields Edition

Der Zweite Weltkrieg als strategische Herausforderung: Im neuesten Ableger der beliebten „Sudden-Strike“-Reihe dürfen auch Konsolen-Generäle in die Schlacht ziehen – eine spannende Herausforderung wartet.

Fast geschafft: Meine fünf Panzer samt Infanterie erreichen bald den anvisierten Bereich, der am anderen Ufer des zugefrorenen Flusses liegt. Pfeifend bahnt sich aus einer Böschung jedoch das Unheil an: Ein Artillerie-Geschoss hat uns ins Visier genommen – das habe ich wohl mit meinen Spähern übersehen.

Das Üble am Ganzen: Die zwei abgefeuerten Ladungen lassen die Eisdecke des Flusses einkrachen und befördern meine komplette Truppe in ihr nasses Grab – Game Over. So schnell wird aus einem sicher geglaubten Sieg eine herbe Niederlage. Willkommen in der kriegerischen Welt von „Sudden Strike 4“.

Ganz schön dicke Geschütze

Passionierte Echtzeitstrategen werden die Vorgänger wohl kennen und wissen um den Schwierigkeitsgrad, für den die Reihe bekannt ist. Daher richtet sich der Titel nicht unbedingt an Neulinge des Genres – auch wenn ein umfangreiches Tutorial bestens ins Spiel einführt. Nur wer behutsam voranschreitet und um die Schwächen und Stärken seiner Truppen Bescheid weiß, wird hier erfolgreich sein.

Nach fast einem Jahr Wartezeit marschieren die Feldherren nun auch auf der Xbox One ein – mit der exklusiven „European Battlefields Edition“. Diese beinhaltet neben drei exklusiven Xbox-One-Karten auch die bisher erschienenen Add-Ons „Kursk“, „Road to Dunkirk“ und „Winter Storm“. Viel Holz also für verregnete Sommertage. Aber wieder zurück zum eigentlichen Geschehen.

Grundsätzlich wirft euch das Spiel immer mit einer limitierten Anzahl an Einheiten ins Gefecht: Damit solltet ihr wirtschaften – denn Nachschub aus einer Basis gibt es nicht. Es kommt also im Endeffekt auf ein gutes Mikromanagement und behutsames Vorrücken an. Späher erkunden für euch die Gegend, machen feindliche Stellungen aus und geben Panzern und Artillerie die benötigte Sichtweite, um anzugreifen.

Sanitäter und Munitionswagen sorgen dafür, dass euren Mannen und Maschinen nie die Luft beziehungsweise der Sprit und Munition ausgeht. Sollte der Feind euren Sanitäter erwischen, dann steigt der Schwierigkeitsgrad urplötzlich rapide an. Wobei: Manchmal hat mich mein Sani einfach im Stich gelassen und selbst verwundete Kameraden nach mehrfachem Auffordern auf dem Feld liegen lassen. Ein Patch brachte etwas Abhilfe.

Viel zu tun – packen wir es an

Was die Missionen selbst angeht: Die Kampagne unterteilt sich in drei Abschnitte, bei denen ihr in die Haut eines Kommandanten der Amerikaner, der Deutschen oder der Sowjets schlüpft. Jede Fraktion liefert drei historische Generäle, die jeweils ihre besonderen Stärken besitzen.

Insgesamt müsst ihr euch also in rund zwanzig Gefechten beweisen – plus der Missionen von den Add-Ons. Allerdings habe ich bei längerem Spielen gemerkt, dass die gegnerische KI zu passiv agiert. Nachdem ich mit meinen Spähern einen gut versteckten Feind entdeckt hatte, nahm sich meine Artillerie dem Problem an. Anstatt wild auf mich zu stürmen oder zu fliehen, wartete der feindliche Trupp, bis all ihre Körperteile (ja, die gibt es diesmal zu sehen) in der Gegend verstreut waren.

Das senkt natürlich den taktischen Anspruch, da man nach diesem Prinzip fast durch jede Mission kommt. Nur bei gescripteten Ereignissen agiert der Feind (anscheinend) etwas cleverer – doch nach ein, zwei Fehlschlägen ist auch das wieder gut zu verkraften. Der Sound und die Darstellung der Einheiten selbst sind den Entwicklern bestens gelungen: Auf der höchsten Zoomstufe lassen sich wunderbar viele Details ausmachen, auch in der Umgebung, die stimmungsvoll zur Atmosphäre beiträgt – über 100 unterschiedliche Einheiten warten auf euch.

Persönlich hatte ich jedoch einige Probleme beim Unterscheiden meiner Infanterie, wenn ich auf die taktische Vogelperspektive gewechselt habe: Irgendwie sehen die in meinen Augen alle gleich aus, was ständiges Anklicken erfordert – kann natürlich auch nur an meiner Unkenntnis der wahren Streitkräfte des Zweiten Weltkrieges liegen. Zumindest bei den Panzern weiß ich schon von Weitem, was sich unter dem Metall verbirgt.

Volle Kontrolle am Controller

Da das Genre eigentlich auf dem PC beheimatet ist, werden sich PS4-Besitzer (und nun endlich auch Xbox One Veteranen) sicherlich sehr darüber freuen, auch zum Zug zu kommen. Die Steuerung ist dabei hervorragend auf den Controller übertragen worden, wenn man sich erst einmal daran gewöhnt hat. Damit bin ich zwar nicht ganz so schnell im Auswählen der Einheiten, doch nie hatte ich das Gefühl überfordert oder zu langsam zu sein – Daumen hoch!

Fazit

Zusammenfassend kann ich behaupten, dass ich hier über weite Strecken meinen Spaß hatte – auch wenn sich der Computer manchmal echt dämlich angestellt hat und es dadurch etwas einfach wurde. Wer es richtig fordernd möchte, sollte sich eben in ein Online-Gefecht stürzen. Die Kampagne war jedoch durchweg unterhaltsam und für Echtzeitstrategie-Fans absolut empfehlenswert.

Richtig klasse fand ich die Umsetzung der Steuerung für die Xbox One und den PS4-Controller, da man bei so einem Spiel eigentlich nicht denkt, dass dies gut funktionieren könnte. Hier passt aber alles bestens und nie kam ein Gefühl der Überforderung auf. Grafisch und atmosphärisch ist ebenfalls alles im grünen Bereich. Daher kann ich nur sagen: Werft die Motoren an, schickt eure Späher ins Feld und heizt dem Feind ordentlich ein! Viel Erfolg dabei.

Erhältlich für: Xbox One, PS 4, PC
Website: kalypsomedia.com